Diesen Radweg in Europa haben nur rund 50 Menschen geschafft
Mit dem Fahrrad durch die Natur zu düsen, frische Luft und traumhafte Landschaften, es gibt doch eigentlich kaum etwas Schöneres. In Deutschland findest du zahlreiche spannende Radwege – sehr beliebte, besonders spektakuläre, aber auch unbekanntere. Manchmal zieht es uns aber in die Ferne, und wir wollen andere Länder außerhalb Deutschlands erkunden.
Wem das normale Radfahren im Ausland noch nicht Abenteuer genug ist, der sucht sich Routen abseits der bekannten Radwege. Und wer sich wirklich einer Herausforderung stellen will, der macht das einmal quer durch Europa. Möglich ist das auf dem European Divide Trail. Diese Radroute führt von Grense Jakobselv in Norwegen bis zum Cabo de São Vicente in Portugal – insgesamt 7683 Kilometer quer durch Europa, an viele Stellen offroad und verkehrsfrei.
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Zur vollständigen AnsichtBisher haben den European Divide Trail laut offizieller Website erst 53 Menschen erfolgreich abgeschlossen (Stand: 24. Juni 2025).
Wenn dich diese Information nicht abschreckt, dann verraten wir dir hier, durch welche Länder dich der Weg führt, welche Voraussetzungen du für den Trail erfüllen solltest und was für Ausrüstung du benötigst.
Das ist der European Divide Trail
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Entwickelt wurde die Route von dem Briten Andy Cox, der in Anlehnung an den Great Divide MTB-Trail in den USA auch in Europa eine kontinentale Radstrecke suchte, die weder technisch noch physisch zu anspruchsvoll sei. Die sogenannte Bikepacking-Route lässt Radfahrende „viele kulturelle, politische, wirtschaftliche und ökologische Grenzen“ Europas überqueren, wie es auf der Website des Trails heißt. Da auch einige Landesgrenzen dabei sind, wirst du auch auf verschiedene Sprachen und Bräuche treffen.
Die Herausforderung der Route bestehe aber nicht aus unwegsamem Gelände, sondern eher in der Logistik, die es benötigt, mehrere Monate mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Selbst fitte und geübte Radfahrer sollten mindestens zwei Monate für den European Divide Trail einplanen.
Entlang unbefestigter Straßen durch Wälder, vorbei an Seen und Flüssen geht es von Norwegen über Finnland, Schweden und Dänemark nach Deutschland. Weiter führt der Weg durch Heidelandschaften und Wiesen von Deutschland nach Frankreich, kratzt an der Grenze zur Schweiz, überquert die Pyrenäen und führt auf die Iberische Halbinsel. Durch die mediterrane und raue Natur Spaniens geht es bis in den Süden Portugals ans Ende des Trails.
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Zur vollständigen AnsichtDas Routenplanerportal „komoot“ teilt den Trail in insgesamt 37 unterschiedliche Abschnitte auf, dabei überwindest du mehr als 80.000 Höhenmeter. Die höchsten Punkte der Route liegen in Spanien auf über 2000 Metern. Detaillierte Informationen zu jedem einzelnen Streckenabschnitt hat Andy Cox unter dem Pseudonym Doubletrackfanatic auf der Übersichtsseite zum Trail verfasst.
Cox weist darauf hin, dass er den Weg bereits vor einigen Jahren ausgewählt hat. „Während ich zum Zeitpunkt der Erstellung die bestmögliche Arbeit geleistet habe, um eine großartige Route zu erstellen, sind Teile der Route nun aufgrund von Änderungen der Landbesitzverhältnisse, lokaler Gesetze und Umweltauswirkungen unpassierbar. Wenn Sie versuchen, diese Route ganz oder teilweise zu befahren, stellen Sie sich bitte darauf ein, gesperrte oder unpassierbare Abschnitte zu umfahren“, spricht er mögliche Schwierigkeiten auf der Strecke an.
Das sind die Voraussetzungen für den European Divide Trail
Auch wenn der Trail nicht darauf ausgelegt ist, körperlich möglichst anspruchsvoll zu sein, ist er natürlich nichts für Anfängerinnen und Anfänger. Das sollte schon anhand der zurückzulegenden Distanz und der Höhenmeter klar werden. Wer die Radroute fahren will, sollte fit und durchtrainiert sein – außerdem ist Erfahrung im Bikepacking sinnvoll. Denn du wirst dir unterwegs Wasser, Essen und Übernachtungsplätze organisieren müssen.
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Zur vollständigen AnsichtWichtig ist auch, dass die Strecken größtenteils abseits gepflegter Wege verlaufen. Dich können unterwegs also immer wieder Hindernisse wie umgestürzte Bäume und Ähnliches erwarten. Teilweise sei es sogar nötig gewesen, das Fahrrad inklusive aller Ausrüstung zu tragen, wie Jacob Martin, einer der wenigen Absolventen des Trails, beim „Guardian“ berichtet.
Welche Ausrüstung benötige ich für den European Divide Trail?
Das Fahrrad sollte nach Möglichkeit eine Mischung aus Mountainbike und Tourenrad sein. Auf den unbefestigten Streckenabschnitten sind geländetaugliche Reifen ein Muss. Da du jedoch auch Möglichkeiten benötigst, Ausrüstung und Proviant zu transportieren, dürfen Gepäcktaschen nicht fehlen. Besonders in Skandinavien sowie in Spanien und Portugal gibt es Streckenabschnitte, an denen du auf Hunderten Kilometern keine Lebensmittelgeschäfte finden wirst.
Da du auf diesen Abschnitten auch keine offiziellen Unterkünfte finden wirst, gehören ein Zelt sowie die Möglichkeiten, sich eigenständig mit Nahrung und Getränken zu versorgen, ebenfalls zur notwendigen Ausrüstung. Dabei aber bitte keine Abfälle in der Natur zurücklassen, wie Cox betont. Entlang des Weges findest du jedoch auch immer wieder Campingplätze oder kostenlose Schutzhütten. Teilweise sei er auch immer wieder auf sehr hilfsbereite Einheimische getroffen, so Jacob Martin.
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Zur vollständigen AnsichtFalls du den Trail im Norden Norwegens starten möchtest, solltest du zwischen Ende Mai und Anfang Juni loslegen. Damit ersparst du dir, zu viel warme und wetterfeste Kleidung mitnehmen zu müssen. Falls du in Portugal beginnst, ist ein Start bereits Ende März oder Anfang April durchaus sinnvoll. Auf den höchsten Punkten der Strecke in Spanien kannst du trotzdem noch bis in den Frühsommer auf Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt treffen.
Karten und Navigationsausrüstung gehören natürlich ebenso zum Pflichtprogramm auf einer Radtour, die monatelang durch abgeschiedene und verlassene Regionen Europas führt.
An- und Abreise zum European Divide Trail
Falls du mit dem Flugzeug anreisen willst, liegt im norwegischen Kirkenes der nächste Airport zum nördlichen Startpunkt. Dem südlichen Streckenbeginn kommst du per Flugzeug zum Flughafen Faro am nächsten.
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