Heizen in der Übergangszeit:

Zwischen milden Temperaturen und Modernisierung

+
Heizen in der Übergangszeit: Zwischen milden Temperaturen und Modernisierung

Noch ist die Wetterlage insgesamt durchwachsen, aber immerhin steigen die Temperaturen langsam wieder an.

Es ist also hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die Natur dem Kalender folgt und den Frühling einläutet. Denn Frühlingssonne und konstant wärmere Außentemperaturen wären ein sicheres Zeichen dafür, dass die winterliche Heizperiode bis zum nächsten Herbst erst einmal wieder vorüber wäre. Bis es soweit ist, sollte die Heizung jedoch wegen der möglichen Temperaturschwankungen in der Übergangszeit noch nicht abgeschaltet werden – und auch danach gibt es in diesem Bereich noch einiges zu tun.

Die milderen Temperaturen nutzen

Sicher könnte es gerne schon ein wenig wärmer sein, aber bereits jetzt liegen die Außenwerte tagsüber weitgehend im zweistelligen Gradbereich. Auch nachts fallen die Temperaturen bei Weitem nicht mehr so stark ab, wie das noch für einigen Wochen der Fall war. Das ist insofern erfreulich, weil sich Haus oder Wohnung dadurch mit wesentlich geringerem Aufwand beheizen lassen. Um ausreichende 20 bis 22 Grad Celsius im Wohnbereich zu erreichen, kann die Heizung daher im wahrsten Sinne des Wortes auf Sparflamme betrieben werden.

Nicht zu empfehlen ist dabei allerdings, die Anlage zu früh ganz auszuschalten. Das liegt vor allem an den unberechenbaren Wetterkapriolen, die auch im April noch für frostige Zustände sorgen können: Kühlen die Innenräume auf Grund dessen zu weit ab, lässt sich die Grundtemperatur nur mit einem relativ hohen Energieaufwand wiederherstellen. Abgesehen davon können Mieter durchaus für Schäden an der Heizungsanlage haftbar gemacht werden, die in Folge eines unerwarteten Einfrierens entstehen.

Ebenfalls in den Aufgabenbereich von Mietern gehört die Vorbeugung von Feuchtigkeits- und Schimmelschäden. Hierzu gehört einerseits das ausreichende Beheizen der Wohnräume, womit zugleich das Auskühlen der Außenwände verhindert werden kann. Dort bildet sich sonst Feuchtigkeit, die in der Folge zu Schimmelbildung führt. Zum anderen, das kann gar nicht oft genug wiederholt werden, ist das richtige Lüften in dieser Hinsicht von großer Bedeutung.

Was im Winter wegen der Kälte draußen möglicherweise eine unangenehme Angelegenheit war, sollte sich durch die lauere Frühlingsluft deutlich freundlicher gestalten. Stoßlüften, am besten mehrmals am Tag für fünf bis zehn Minuten, sorgt nicht nur für eine gesunde Frischluftzirkulation, sondern auch für das Entweichen feuchter Luft. Auch im beginnenden Frühling gilt dabei aber: Heizung vorher abschalten, ansonsten kommt es zu unnötigem Energieverlust und Kosten.

Arbeiten rund um die Heizungsanlage

Gründlich durchchecken: Bevor die Heizung über die wärmeren Monate in ihre wohlverdiente Pause entlassen wird, macht es womöglich Sinn, eine professionelle Überprüfung vornehmen zu lassen. Insbesondere bei älteren Anlagen gibt es unter Umständen verschiedene Schwachstellen, die von ungeregelten Heizungspumpen über zu alte Thermostatventile bis hin zu überalterten Heizkesseln reichen können.

Das dem Heizungs-Check zugrundeliegende Prüfverfahren ist genormt, wird von Fachkräften durchgeführt und kostet für ein Einfamilienhaus etwa 100 Euro. Im Umfang der Untersuchung enthalten ist die Prüfung

  • von Abgasverlusten,
  • von Wärmeverlusten über die Kesseloberfläche,
  • von Wärmeverlusten über das Abgassystem,
  • einer eventuellen Brennwertnutzung, d.h. der effizienten Nutzung von Wasserdampfwärme, die durch Kondensation aus den Abgasen gewonnen wird,
  • von Kesselüberdimensionierungen,
  • der Heizkesselregelung,
  • einer Überdimensionierung der Heizpumpe,
  • der Dämmung der Rohrleitung,
  • der Regeleinrichtungen der Heizkörper.

Außerdem kann im Rahmen des Checks ein hydraulischer Abgleich vorgenommen werden. Sollten bei der Überprüfung der Heizungsanlage tatsächlich Mängel auftreten, die eine umgehende Behebung verlangen, ist der Frühling in jedem Fall der günstigere Zeitpunkt.

Heizungsanlage modernisieren: Je nach Alter des Heizungssystems ist auch eine professionelle Wartung nicht mehr ausreichend, um ein zuverlässiges und möglichst kostensparendes Heizen zu gewährleisten. Wenn die Anlage länger als 30 Jahre in Betrieb war, ist von Seiten des Gesetzgebers das Ersetzen der Altgeräte vorgesehen. Das erfordert natürlich nicht unerhebliche Investitionen, die sich auf der anderen Seite aber durch die Energieeinsparungen, die mit modernen Brennwertkesseln möglich sind, wieder rentieren: Die verbrauchen zwischen zehn und 25 Prozent weniger Brennstoff, eine neue Heizungspumpe kann darüber hinaus nochmals bis zu 90 Prozent Strom einsparen. 

Da der Anteil des Heizens am gesamten Energieverbrauch eines Haushalts bei mehr als der Hälfte liegt, ist die Nutzung von Einsparpotenzialen in dieser Hinsicht immer lohnenswert. Solche Möglichkeiten beschränken sich dabei längst nicht allein auf die Heizungsanlage. Smart Home-Lösungen können in erheblichem Maße zu mehr Effizienz beitragen, schon eine intelligente Temperaturregelung für einzelne Räume führt zu einer Senkung des Heizenergiebedarfs um bis zu 26 Prozent. Dazu sorgen entsprechende Sensoren für einen Zugewinn an Komfort. Wer beispielsweise beim Lüften das Herunterdrehen der Heizung gerne mal vergisst, muss sich darüber keine weiteren Gedanken machen – die Heizungstemperatur wird automatisch angepasst. 

Trotz der finanziellen und ökologischen Vorteile, die sich durch eine neue Heizungsanlage und eine intelligente Vernetzung des Heizungssystems ergeben, ist die Modernisierungsquote nach wie vor erschreckend gering. Dafür wird nicht zuletzt der Kostenfaktor verantwortlich sein, dem allerdings mit entsprechenden Fördermitteln abgeholfen werden kann. Langfristig lohnt sich die Investition auf jeden Fall – spätestens zur nächsten Heizperiode machen sich die vorgenommenen Neuerungen bemerkbar.

Kommentare

Meistgelesen

Richtig waschen: Sieben Tricks, die Sie noch nicht kannten
Richtig waschen: Sieben Tricks, die Sie noch nicht kannten
Weil der Hund bellt - Mieter liefern sich irrsinnigen Zettelkrieg
Weil der Hund bellt - Mieter liefern sich irrsinnigen Zettelkrieg
Frau zieht in neue Wohnung - und macht gruselige Entdeckung
Frau zieht in neue Wohnung - und macht gruselige Entdeckung
Mit diesen Tricks werden Sie Flecken auf der Matratze los
Mit diesen Tricks werden Sie Flecken auf der Matratze los
Dieser Zettel entlarvt ekliges Verhalten eines Nachbarn
Dieser Zettel entlarvt ekliges Verhalten eines Nachbarn