Überraschungs-Apfel

Eigenen Apfelbaum aus einem Kern ziehen: Eine Überraschung ist wahrscheinlich

Ein Apfelkern, dazu Erde und etwas Geduld – fertig ist der Apfelbaum? Ganz so einfach ist es nicht. Damit der Baum Früchte trägt, müssen Sie einige Dinge beachten.

Die gute Nachricht: Aus einem gewöhnlichen Apfelkern lässt sich ein eigenes Bäumchen züchten. Und der wird wahrscheinlich auch Früchte tragen. Die schlechte Nachricht: Es dauert zwei bis zehn Jahre, und die Äpfel sind nicht unbedingt so, wie Sie sie sich wünschen. Sie können fade schmecken oder eine geniale neue Geschmacksrichtung haben.

Apfelbaum aus Kern selber ziehen: Wächst anders als gedacht

Ob Cripps Pink (z. B. Pink Lady) oder Gala – auch ein einfacher Supermarkt-Apfel hat das Potenzial, Nachkommen zu bilden. Doch wer genau diese Sorte ernten möchte, sollte sich lieber eine entsprechende sortenreine Jungpflanze im Gartencenter kaufen. Denn sobald der selbst gezogene Obstbaum Blüten hat, werden diese willkürlich mit den Pollen eines benachbarten Apfelbaums bestäubt – und wenn es ein Zierapfel ist. Die sich bildenden Früchte tragen also die Gene beider Sorten in sich.

Apfelkerne benötigen einen Kälteanreiz, um zu keimen.

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Wer sich seinen eigenen Apfelbaum ziehen möchte, sollte laut Better Homes & Gardens so vorgehen: Nehmen Sie einen Apfel Ihrer Wahl, am besten eine regionale Sorte, und entfernen Sie die Kerne aus dem Kerngehäuse. Achten Sie darauf, diese nicht einzuritzen oder anzuschneiden. Säubern Sie die Kerne, sodass kein Fruchtfleisch mehr daran haftet und legen Sie jeden Kern in einen kleinen Topf mit leicht feuchter Blumenerde.

Decken Sie die Töpfe mit einer Plastiktüte ab, um die Feuchtigkeit zu halten, und stellen Sie sie im Herbst oder Winter in eine ungeheizte Garage oder in der wärmeren Jahreszeit für mindestens zwei Wochen, besser noch etwa drei Monate, in den Kühlschrank. Stellen Sie die Töpfe nach der erforderlichen Kühlzeit an einen warmen, hellen Platz und halten Sie die Erde feucht. Nach einigen Wochen bis zu einem Monat sollten die Sämlinge keimen. Dann pflanzen Sie die Setzlinge an einen hellen Platz in den Garten, wo sie viel Sonnenlicht und regelmäßig Wasser bekommen.

Alte Apfelsorten: Zehn Sorten, die man mal kosten sollte

Rote Äpfel der Sorte Gravensteiner am Baum hängend
Der Gravensteiner ist seit 1669 bekannt und wird von vielen Allergikern gut vertragen. © CHROMORANGE/Imago
Ein Apfel der Sorte Prinz Albrecht von Preußen
Gestatten: Prinz Albrecht von Preußen. Pflegeleicht, mildsäuerlich und extrasaftig. © imagebroker/schreiter/Imago
Mehrere rote Äpfel der Sorte Winter-Goldparmäne
Leicht mehlig, aber würzig: Die Winter-Goldparmäne ist eine der ältesten Apfelsorten (um das Jahr 1510). © imagebroker/schreiter/Imago
Eine große Menge frisch gepflückter Äpfel der Sorte Cox Orange
Ein sehr allergener Apfel aus Übersee: Der aromatische Cox Orange ist trotzdem äußerst beliebt. © imagebroker/Imago
Drei Granny-Smith-Äpfel auf Holzunterlage
Wer hätte das gedacht: Der grellgrüne Granny Smith ist eine alte neuseeländische Sorte, die 1868 entdeckt wurde. © Panthermedia/Imago
Eine Hand hält einen Zweig, an dem drei Martini-Äpfel hängen
Der Apfel Martini hat nichts mit dem gleichnamigen Cocktail zu tun – schmeckt aber ebenfalls süßsäuerlich. © Manfred Ruckszio/Imago
Ein Mann hält in seinen Händen viele Boskopäpfel
Der Rote Boskop ist für seine säuerliche Note bekannt und eignet sich gut zum Einmachen oder Backen. © Lars Berg/Imago
Apfel Jonathan in Nahaufnahme
Schneewittchen entsprungen: Der oft rotbackige Jonathan hat ein sehr süßes, festes Fruchtfleisch. © McPHOTO/Imago
Weißer Klaräpfel an einem Apfelbaum
Der Klarapfel reift bereits Ende Juli und eignet sich sehr gut für Apfelmus und Apfelstrudel. © Seeliger/Imago
Mehrere Äpfel der Sorte Berlepsch in einem Korb
Der Apfel Goldrenette Freiherr von Berlepsch wurde 1880 gezüchtet und ist sehr knackig. © agefotostock/Imago

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Notwendige Bedingungen für eine gute Ernte

Folgende Voraussetzungen sind wichtig, damit aus einem Kern ein guter Apfelbaum wird:

  • Kältereiz geben: Apfelkerne benötigen über ein paar Monate eine Kältephase unter fünf Grad Celsius, bevor sie keimen können. Diesen Vorgang nennt man stratifizieren, erklärt Gartenexperte Hans-Willi Konrad in SWR1.
  • Nachbarsbaum vorhanden? Falls nicht, pflanzen Sie mindestens zwei Apfelsämlinge unterschiedlicher Sorten, die zueinander passen. Diese können sich gegenseitig bestäuben und Früchte tragen.
  • Oder Veredelung: Auf den verwurzelten Apfelbaum, die Unterlage, wird der Zweig einer zweiten Wunschsorte gepfropft, der dann die Früchte trägt, die man gern hätte.

So oder so wird man einen einzigartigen Apfel(baum) bekommen, der die Mühe und die Geduld wert sind.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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