Karriere-Tipps

Vorstellungsgespräch: Schwangerschaft, Familienplanung, Vorstrafen – hier können Sie lügen

Bei einem Vorstellungsgespräch stellt der Arbeitgeber viele Fragen – einige sind aber unzulässig, so zum Beispiel die Frage nach der Familienplanung.

Ein Vorstellungsgespräch löst bei Bewerbern oft Unruhe und Stress aus. Denn es geht darum, den Arbeitgeber in nur wenigen Minuten von sich zu überzeugen. Fragen wie „warum haben Sie sich für den Job beworben?“ sind in den Gesprächen üblich, Bewerber können sich darauf schon vorab vorbereiten. Andere Fragen kommen aber eher überraschend – die Rede ist von unzulässigen Fragen. Auf diese müssen die Bewerber nicht wahrheitsgemäß antworten. Ein Überblick, bei welchen Fragen man im Bewerbungsgespräch lügen darf.

Vorstellungsgespräch: Unzulässige Fragen – hier dürfen Sie lügen

Fragen nach der Schwangerschaft, der Familienplanung oder der Parteizugehörigkeit sind laut der Kanzlei AfA (Arbeitsrecht für Arbeitnehmer) unzulässig. Auf diese muss der Bewerber nicht bzw. nicht wahrheitsgemäß antworten. Dem Bewerber oder der Bewerberin drohen demnach keine rechtlichen Konsequenzen, wenn er oder sie bei diesen Fragen lügt. Diese Fragen sind laut AfA unzulässig:

  • Schwangerschaft
  • Familienplanung
  • Religionszugehörigkeit (Ausnahme: Tendenzbetriebe)
  • Parteizugehörigkeit (Ausnahme: Tendenzbetriebe)
  • Gewerkschaftszugehörigkeit (Ausnahme: Tendenzbetriebe)
  • Lohnpfändungen
  • Sexueller Orientierung
  • Mitgliedschaft in Verbänden und Vereinen
  • Schwerbehinderung
  • Vorstrafen
Nicht alle Fragen in Bewerbungsgesprächen müssen beantwortet werden – manchmal ist es außerdem erlaubt, zu lügen. (Symbolbild)

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Vorstellungsgespräch: Frage nach Schwangerschaft ist unzulässig – Bewerberin muss nicht antworten

„Insbesondere die Frage nach einer Schwangerschaft ist in einem Bewerbungsgespräch nicht zulässig. Die Bewerberin braucht diese Frage nicht zu beantworten‘“, teilt die Kanzlei AfA mit. Alternativ kann die Bewerberin aber bei dieser Frage auch lügen. Gleiches gilt auch bei der Frage nach der Familienplanung. Werden Bewerber also gefragt, ob diese in den nächsten Jahren Kinder planen, gilt auch hier: Lügen oder Schweigen erlaubt.

Lesen Sie auch: Gehaltsvorstellung bei der Bewerbung angeben – so gelingt es und Bewerbungsgespräch: Typische Fragen, Tipps und No-Gos

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was beim Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist natürlich, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken.
Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was für das Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken. Bleiben Sie zudem authentisch. Was allzu übertrieben wirkt, sollten Sie im Zweifel besser vermeiden. © IMAGO / Westend61
Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Vor dem Bewerbungsgespräch sollten Sie zudem genügend Zeit für die Körperpflege einplanen. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.  © IMAGO / YAY Images
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch.
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch. © IMAGO / Westend61
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen.
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand zum Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen. Wenn Ihnen zur Begrüßung hingegen jemand ein Mineralwasser oder einen Kaffee anbietet, dürfen Sie das gerne annehmen. Vergessen Sie dabei niemals, sich höflich zu bedanken.  © IMAGO / Westend61
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job-Interview ist nichts einzuwenden – aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. Personaler könnten es ziemlich unhöflich finden, wenn das belegte Brötchen daraus hervorschaut.
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job-Interview ist nichts einzuwenden – aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. Personaler könnten es ziemlich unhöflich finden, wenn das belegte Brötchen daraus hervorschaut. © IMAGO / Westend61
Oft ist der erste persönliche Eindruck entscheidend. Sie sollten beim ersten Kennenlernen nicht zu sehr vorpreschen, aber trotzdem höflich und freundlich sein.
Oft ist der erste persönliche Eindruck entscheidend. Sie sollten beim ersten Kennenlernen nicht zu sehr vorpreschen, aber trotzdem höflich und freundlich sein. Schließlich geht es darum, dass die künftigen Kollegen Sie besser kennenlernen. Und auch Sie sollten sich natürlich einen Eindruck verschaffen können, ob die neue Stelle zu Ihnen passt. © IMAGO / Westend61
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für viele Recruiter ist das ein No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.  © IMAGO / YAY Images
Wer zu spät kommt, „den betraft das Leben“ - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich bei vielen Personalern. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein.
Wer zu spät kommt, „den betraft das Leben“ - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich bei vielen Personalern. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein. Sollten Sie trotzdem verspätet sein, brauchen Sie dafür eine sehr plausible Erklärung.  © IMAGO / Westend61
Vorsicht bei unbekannten Anrufen: Betrüger geben sich in Frankfurt wieder als Polizisten aus.
Finger weg vom Handy – das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken, könnte das durchaus unangenehm auffallen.  © IMAGO / Westend61
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, dürfte bei vielen Personalern von der Bewerberliste gestrichen werden.
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, dürfte bei vielen Personalern von der Bewerberliste gestrichen werden.  © IMAGO / YAY Images

Bewerbungsgespräch: Unzulässige Fragen – diese Ausnahmen gibt es

Zwei Drittel der Deutschen haben Angst vor Bewerbungen – vor allem vor dem Vorstellungsgespräch

Eine im Jahr 2021 veröffentlichte repräsentative Umfrage des Online-Karriereportals Monster in Zusammenarbeit mit YouGov zeigte, dass gut zwei Drittel der Deutschen (69 Prozent) aufgrund von mindestens einem Aspekt Angst vor Bewerbungen haben. Angstauslöser Nummer eins ist dabei das Vorstellungsgespräch – dies gaben 35 Prozent der Befragten an. Ein weiterer Faktor: Angst vor Veränderungen, die mit dem Jobwechsel verbundenen sind. Befragt wurden 2.057 volljährige Deutsche.

Je nachdem, wo oder auf welche Stelle sich der Bewerber oder die Bewerberin bewirbt, gibt es jedoch auch Ausnahmen bei Fragen, die eigentlich als unzulässig gelten. Dies ist dann der Fall, wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse an der Beantwortung der Frage hat. Ein Beispiel: Bewirbt sich jemand für eine Tätigkeit in der katholischen Kirche, so ist es dem Arbeitgeber gestattet, nach der Religionszugehörigkeit des Bewerbers zu fragen. Unter anderem sind auch Fragen nach Lohnpfändungen erlaubt, wenn der Bewerber oder die Bewerberin bei der ausgeschriebenen Stelle mit Geldverkehr zu tun hat oder eine Kontovollmacht mit Verfügungsbefugnis erhalten soll. Unzulässig ist generell eigentlich die Frage nach Vorstrafen – doch auch hier gibt es Ausnahmen. So müssen Bewerber, die sich zum Beispiel als Lkw-Fahrer beworben haben, wahrheitsgemäß antworten, wenn der Arbeitgeber nach Vorstrafen im Straßenverkehr fragt.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eugenio Marongiu

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