Statistik

Reallöhne steigen auch 2016 weiter

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Im gerade beendeten Jahr 2015 wie auch im laufenden Jahr können die Beschäftigten mit deutlich steigenden Löhnen und Gehältern rechnen, die nur zu einem Teil von der allgemeinen Teuerung wieder aufgefressen werden.

Nach volkswirtschaftlichen Einschätzungen ist aber der Höhepunkt der Zuwächse wahrscheinlich erreicht, weil die Inflation perspektivisch wieder anzieht.

Ein kräftiges Reallohnplus von 2,5 Prozent haben die Experten des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2015 berechnet, wie sie am Donnerstag auf der Grundlage vorläufiger Zahlen berichteten. Die Brutto-Löhne waren in der Jahresfrist um 2,8 Prozent geklettert, ein zwar hoher, aber längst nicht aus der Reihe fallender Wert. Ungewöhnlich war hingegen die extrem niedrige Inflation von 0,3 Prozent, die vor allem mit den stark gefallenen Energiepreisen zu tun hat. Weil der Preisverfall für Öl nicht in ähnlicher Geschwindigkeit anhält, erwartet die Bundesbank für dieses Jahr eine Inflationsrate von 1,1 Prozent und für 2017 von 2,0 Prozent.

Von den Lohnsteigerungen bleibt dann weniger übrig, ein Reallohnplus von 2,5 Prozent scheint schon in diesem Jahr wegen der wieder stärker steigenden Verbraucherpreise nicht mehr erreichbar. Der 2015er-Wert ist ohnehin Rekord seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008, nur im Wiedervereinigungsboom der 1990er-Jahre gab es zuletzt höhere Werte. Dass Reallohnsteigerungen nicht selbstverständlich sind, haben deutsche Arbeitnehmer vor allem in den Nullerjahren erfahren. Erst 2014 hatten die preisbereinigten Verdienste wieder das Niveau aus dem Jahr 2000 erreicht. Einen nicht näher bezifferten Anteil am Anstieg der Bruttolöhne hat 2015 der erstmals gültige gesetzliche Mindestlohn gebracht, wie es unter anderem die Experten des gewerkschaftlichen WSI-Tarifarchivs erwartet hatten. In den Niedriglohn-Segmenten der ungelernten Arbeiter (plus 4,1 Prozent) und der geringfügig Beschäftigten (plus 4,7 Prozent) stiegen die Brutto-Entgelte laut Statistik weit überdurchschnittlich.

Ernsthafte Anzeichen für eine lohnpolitische Zurückhaltung der Gewerkschaften gibt es nicht. Für rund 12 Millionen Beschäftigte werden in diesem Jahr neue Tarifverträge ausgehandelt. Die bislang bekannten Forderungen liegen zwischen 4,5 bis fünf (allgemeine Empfehlung NGG) und sechs Prozent (Süßwarenindustrie Ost NGG).  

dpa

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