"Dunning-Kruger-Effekt"

Psychologe enthüllt: Darum sitzen so viele unfähige Männer in Führungspositionen

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Sind Sie von Ihrem Chef nur noch genervt? Dann kann es daran liegen, dass er ein Narzisst ist.

Eine erschreckende Untersuchung zeigt: Die meisten Arbeitnehmer, die unzufrieden mit ihrem Job sind, sind es insgeheim mit ihrem Chef. Dahinter steckt ein bekanntes Phänomen.

Schlechte Chefs sind für viele Arbeitnehmer ein großes Problem im Job. So ist es keine Seltenheit, dass viele von ihnen sogar ihre Arbeit kündigen, weil sie nicht mit ihrem Chef klarkommen. Eine Gallup-Untersuchung von 2019 wird sogar noch drastischer: Angeblich sollen fast sechs Millionen Arbeitnehmer in Deutschland innerlich bereits gekündigt haben. 650.000 von ihnen gaben an, bereits aktiv nach einem neuen Job zu suchen.

Psychologe über schlechte Chefs: Viele sind inkompetent - und männlich

Der Untersuchung zufolge würden einige der Befragten "fehlende Führungsqualitäten" dafür verantwortlich machen. "Viele Führungskräfte wollen eigentlich gar nicht führen, sie sind irgendwie dazu gemacht worden. Andere wollen unbedingt führen, können es aber nicht", meint auch der Arbeitspsychologe Markus Dobler. Das Problem nur: Schlechte Chefs denken meist, sie machen alles richtig, so der Experte.

Auch interessant: Erfolgreiche Menschen stellen alle eine Frage mit vier Wörtern.

Zudem seien schlechte Chefs meist nicht nur inkompetent, sondern auch überwiegend männlich, erklärt auch der Organisationspsychologe Tomas Chamorro-Premuzic in einem TED-Talk. "Männer haben häufiger als Frauen eine falsche, überzogene Vorstellung ihres eigenen Talents", so Chamorro-Premuzic. Dieses Phänomen wird in der Wissenschaft auch als Dunning-Kruger-Effekt genannt. Dieser wurde 1999 von den Psychologen David Dunning und Justin Kruger von der Cornell University nachgewiesen. In ihrer Studie stellten sie fest, dass ausgerechnet Menschen, die weniger kompetent waren, ihre Fähigkeiten stark überschätzten.

Gesteigertes Ego führt zu mehr Erfolg im Beruf 

Dadurch "verkaufen" sie sich allerdings auch besser, machen oftmals schnell Karriere und gelangen in die Führungsetage. "Der beste Weg, andere Menschen davon zu überzeugen, dass man besser ist als in Wirklichkeit, ist, sich erst mal selbst zu täuschen", meint auch der Psychologe. Die Folge: "In verschiedenen Kulturen und Ländern neigen wir dazu, anzunehmen, dass selbstbewusste Menschen ein höheres Potential für eine Führungsposition haben."

Zudem könnten sich in Zeiten der Digitalisierung immer mehr charismatische und/oder unterhaltsame Führungspersönlichkeiten etablieren. Aber sind sie auch kompetent - oder vielmehr nur Narzissten, die sich schnell als unangenehm erweisen können? "In Wirklichkeit sind die besten Führungskräfte eher bescheiden als charismatisch, so sehr, dass sie manchmal sogar langweilig sind", meint auch Chamorro-Premuzic.

Narzissten faszinieren - doch gute Chefs sind meist langweilig

Und darin liege das Problem, so der Experte: "Wir haben schon immer berühmte Menschen bewundert, aber unsere Bewunderung für Menschen, die sich selbst bewundern und die einfach nur dafür bekannt sind, berühmt zu sein, steigt seit Jahrzehnten."

So würden narzisstische Chefs ihre Führungsposition oftmals als ihr gutes Recht ansehen, sie ausnutzen und keine Empathie für ihre Mitarbeiter zeigen können, so der Psychologe weiter. "Im Gegensatz dazu halten die besten Führungskräfte ihren Narzissmus im Zaum. Ihnen sind andere Menschen sehr wichtig, sie achten auch darauf, was andere von ihnen halten und sie verbringen viel Zeit damit, sich Gedanken über ihr Image zu machen."

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jp

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