Nach der Elternzeit

Nach Elternzeit: Das sind Ihre Rechte und Pflichten

Eine Familie zu Hause.
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Bereiten Sie sich während der Elternzeit auf Ihre Rückkehr in den Job vor. Behalten Sie beispielsweise Kontakt zu Kollegen. (Symbolbild)

Die Elternzeit ermöglicht, dass Sie sich auf das neue Familienmitglied konzentrieren können – der wieder in den Job einzusteigen, kann schwierig sein.

Mit der Elternzeit gewinnen Sie nicht nur wertvolle Zeit mit Ihrem Kind, auf der anderen Seite stehen finanzielle Einbußen und offene Fragen, wie genau das mit Ihrem Job weitergehen wird. Was Sie bei der Elternzeit beachten müssen, das erfahren Sie im Folgenden.

Elternzeit: Was ist das eigentlich?

Unter der Elternzeit versteht man eine unbezahlte Auszeit vom Job, darauf haben Eltern Anspruch, um Ihre Kinder zu betreuen und zu erziehen. Die Elternzeit kann zusammen mit dem Mutterschutz in Deutschland bis zu drei Jahre pro Kind betragen. Die Freistellung vom Job können Sie recht auswählen, sie endet spätestens mit der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes.

Wie das Familienportal des Bundes informiert, ist ein Teil der Elternzeit vor dem dritten Geburtstag des Kindes zu nehmen. Ein anderer Teil kann in dem Zeitraum danach genutzt werden, sodass Sie die Elternzeit so legen können, wie Sie die brauchen. Während der Elternzeit bekommen Sie keinen Lohn von Ihrem Arbeitgeber, Sie können stattdessen Elterngeld beantragen.

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Wer kann Elternzeit beantragen?

Sie können unabhängig von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Elternzeit beantragen, so kann es durchaus sein, dass Sie zur gleichen Zeit Elternzeit nehmen, um sich voll und ganz auf Ihre Familie zu konzentrieren. Elternzeit können Sie bekommen:

  • für ein leibliches Kind
  • für ein leibliches Kind Ihres Partners/Ihrer Partnerin
  • für Kinder, für die Sie eine Vaterschaftsanerkennung beantragt haben
  • für ein Pflegekind in Vollzeitpflege
  • für Ihr Adoptivkind (auch, wenn das Verfahren noch läuft)
  • für Ihr Enkelkind, wenn ein Elternteil noch minderjährig ist oder die Ausbildung vor Vollendung des 18. Geburtstages angefangen hat
  • in besonderen Fällen: für Kinder naher Angehöriger.

Rechte nach der Elternzeit: So steigen Sie wieder in den Job ein

Grundsätzlich ist es so, dass Sie während Ihrer Elternzeit vor einer Kündigung geschützt sind, Sie haben ebenfalls Anspruch auf eine gleichwertige Tätigkeit und gleiches Gehalt. Trotzdem kann es manchmal schwierig werden, nach der Elternzeit wieder im Job anzukommen.

Ein Kündigungsschutz besteht bis zu vier Wochen vor Ablauf der Elternzeit, da ist sowohl eine ordentliche als auch eine außerordentliche Kündigung eingeschlossen. Sollte Ihr Arbeitgeber Sie dennoch kündigen wollen, geht das nur mit Zustimmung des Arbeits- und Sozialgerichts. Da Ihr alter Arbeitsvertrag nur ruht, gelten für Sie weiterhin die Konditionen Ihres Vertrags. Geringfügige Änderungen, was die Tätigkeit, die Arbeitszeit oder den Ort angeht, können möglich sein. Der eigentliche Kern bleibt allerdings erhalten und Sie dürfen sich nicht verschlechtern. Wenn Sie wieder in die Arbeit einsteigen, dann können Sie noch auf den Resturlaub zurückgreifen, den Sie vor der Elternzeit übrig hatten.

Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Ralf Hirschberger/dpa (Archivbild/Symbolbild)
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

Probleme beim Wiedereinstieg in den Job nach der Elternzeit

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Arbeitgeberin, wenn Sie für komplett andere Tätigkeiten eingesetzt werden. Sollte das keine Früchte tragen, dann wenden Sie sich in großen Betrieben an den Betriebsrat oder eine Frauenbeauftragte. Sollte beides nicht verfügbar sein, dann wenden Sie sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Das könnte Ihnen schon während der Elternzeit helfen

Das Karriereportal Kununu hat Tipps zusammengestellt, wie Sie sich schon während der Elternzeit auf einen Wiedereinstieg in den Job vorbereiten können.

  • Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen halten: Gibt es Neuheiten bei dem Arbeitsablauf? Gib es andere Änderungen? Halten Sie sich auf dem Laufenden und bleiben Sie im Gespräch.
  • Den Vorgesetzten rechtzeitig kontaktieren: Bereiten Sie sich langfristig darauf vor, dass Sie bald wieder in den Job einsteigen. Das stärkt das Vertrauen.
  • Erholt in den Job starten: Achten Sie darauf, dass Sie sich bei Ihrem Wiedereinstieg möglichst ausgeruht an Ihrem Arbeitsplatz zeigen.
  • Informieren Sie sich über mögliche Weiterbildungen.

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