Büro-Experiment

Getauschte Signatur offenbart Sexismus am Arbeitsplatz

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Im Büro kommt es nach wie vor zu vielen Fällen von Sexismus.

Was passiert, wenn ein Mann die E-Mail-Signatur mit seiner Kollegin tauscht? Dieses Experiment führte Martin R. Schneider zwei Wochen lang durch.

Im Büro arbeiten Frauen und Männer an den gleichen Projekten und sitzen in den gleichen Meetings. Doch nicht nur der Unterschied im durchschnittlichen Gehalt zeigt deutlich, dass die Geschlechter auch im Jahr 2017 noch unterschiedlich behandelt werden. 

Autor Martin R. Schneider aus Philadelphia schreibt für die Film-Seite "Front Row Central". Er führte ein Experiment durch, welches Sexismus am Arbeitsplatz verdeutlicht, wie Independent berichtet.

Auf Twitter dokumentierte er seine Erfahrungen. Die Tweets wurden tausendfach geteilt.

Wir haben ein Experiment gemacht: Für zwei Wochen haben wir unsere Namen getauscht. Ich habe alle Kunden-E-Mails als Nicole unterschrieben. Sie hat mit meinem Namen unterschrieben. Leute. Es war furchtbar.

E-Mail-Experiment deckt Sexismus am Arbeitsplatz auf

Auf die Idee kam Schneider zufällig: Zunächst war er nämlich verblüfft, dass ein Kunde unhöflich auf seine E-Mails antwortete. 

Also, eines Tages schreibe ich mit einem Kunden wegen seines Lebenslaufs via E-Mail hin und her und er ist einfach UNMÖGLICH. Unhöflich, abweisend, ignoriert meine Fragen.

Nach dem Mailverkehr bemerkte er, dass er aufgrund eines geteilten Posteinganges die Signatur seiner Kollegin Nicole Piere verwendete.

Jedenfalls war ich seinen Sch... langsam leid, als ich etwas bemerkte. Dank unseres gemeinsamen Posteingangs unterschrieb ich alle E-Mails mit "Nicole".

Es war Nicole, zu der er unverschämt war, nicht ich. Aus Neugierde sagte ich also: "Hey, hier ist Martin, ich übernehme dieses Projekt für Nicole."

Als Schneider zurück zu seiner eigentlichen Signatur wechselte, verbesserte sich die Kommunikation zwischen ihm und dem Kunden. Die Idee für sein Experiment war geboren.

SOFORTIGE VERBESSERUNG. Positive Aufnahme, dankt mir für Vorschläge, antwortet prompt und sagt "super Fragen!" Wurde ein vorbildlicher Kunde.

Also fragte ich Nicole, ob ihr das ständig passierte. Ihre Antwort: "Ich glaube nicht die ganze Zeit ... aber ja, oft."

Einer habe ihn sogar gefragt, ob er Single sei.

Dabei ging es nicht um die erbrachte Leistung, sondern um die unterschiedliche Behandlung:

Ich arbeitete nicht besser als sie, ich hatte nur diesen unsichtbaren Vorteil.

Das Ergebnis seines Experiments schockierte ihn:

Hier ist das eigentlich Erschreckende: Für mich war das schockierend. Sie war es einfach gewohnt. Sie dachte nur, dass es Teil ihres Jobs ist.

Schneider war gerührt wegen der großen Resonanz, die sein Experiment in den sozialen Netzwerken entfachte. Doch eigentlich stehe seine Kollegin dabei im Mittelpunkt:

Ich denke nicht, dass ich was erreicht habe. Ich bin gerührt wegen der Ehre, aber ich glaube nicht dass ich es verdient habe. Aber ich glaube, die Geschichte gehört Nicole und anderen Frauen.


von Felix Mildner

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