Klare Kommunikation

Sprechtrainer über Füllwörter, schwammige Aussagen und Co.: Wer Erfolg im Job will, muss sich klar ausdrücken

„Du bist, was du sprichst“: In der Arbeitswelt ist dieses Motto aktueller denn je. Denn wer sich gut verkaufen kann, hat glänzende Karriereaussichten. Doch mit manchen Phrasen sollte man besser vorsichtig sein.

Wer die Karriereleiter hochklettern möchte, muss einige Kompetenzen mit sich bringen. Experten sind sich einig: Heutzutage reicht es nicht aus, nur sehr gut in seinem Job und fleißig zu sein. Auch die sogenannten „Soft Skills“ sind wichtig, um erfolgreich zu sein. Dazu gehört, Feedback zu geben sowie auch Kritik anzunehmen, wenn sie geübt wird. Außerdem ist es wichtig, ein harmonisches Miteinander mit dem Chef und den Arbeitskollegen zu schaffen. Gleichzeitig ist es ratsam, den Spagat zu halten, sodass die eigenen Interessen nicht zu kurz kommen.

Füllwörter, schwammige Aussagen und Co.: Wer erfolgreich im Job sein will, muss sich klarer ausdrücken

Wer flüssig und klar spricht, kommt besser bei seinem Chef und Arbeitskollegen an.

Doch es gibt immer wieder Leute, die offenbar genau wissen, wie man sich zudem „gut verkaufen“ kann. Wenn sie reden, hören ihnen alle zu, stimmen überein oder scheinen diese sogar zu bewundern oder für besonders kompetent zu halten. Es ist also wichtig, nicht nur eine gute Arbeit zu machen – sondern auch darauf aufmerksam zu machen.

Doch manche Phrasen sind schon so ausgelutscht, dass sie niemanden mehr beeindrucken können. Wer zudem die gängigen Kommunikationswege nicht beherrscht, der landet hingegen schnell auf dem Abstellgleis, weiß ein Sprechtrainer namens John Bowe. Er hat gegenüber dem US-Fernsehsender CNBC verraten, welche fünf Fehler No-Gos sind und einen unsicher und sogar inkompetent wirken lassen.

1. Sie lesen von Folien ab.

Sie halten in einem Meeting eine Präsentation, zeigen dabei Slides an einer Projektionswand. Lesen Sie allerdings nicht den Text davon ab, schließlich sind die Zuhörer nicht dumm und können selbst lesen. Außerdem verschwenden Sie damit nur wertvolle Zeit. Slides, Bilder und Illustrationen sind eine gute Idee – sie sollen allerdings nur den Punkt, den man klarmachen will, unterstreichen. Der, der die Präsentation hält, füttert also die Zuschauer mit Mehrwert, also weiteren Informationen, die diejenigen auf den Slides ergänzen. Dadurch entsteht ein gesamtheitliches Bild, das Sie den Zuhörern vermitteln wollen.

2. Sie nennen unpassende Beispiele.

Oftmals benutzt man Bilder, Metaphern oder Beispiele, um seinen Standpunkt klarzumachen. Hüten Sie sich allerdings davor, in Meetings allzu ausufernd oder zu gewollt komisch zu sein. Das ist nicht der Zeitpunkt, um den Comedian zu spielen und Witze über die Schwiegermutter zu reißen. Das kann Sie schnell egoistisch und unprofessionell wirken lassen. Stattdessen empfiehlt der Sprechtrainer, direkt und neutral zu antworten und immer bei der Sache zu bleiben.

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3. Vermeiden Sie Füllwörter.

„Ähm“, „hmmm“ oder „so“: Fast jeder hat sich schon mal dabei erwischt, Füllwörter in Gesprächen oder Präsentationen zu verwenden. Besonders dann, wenn man selten Kontakt mit anderen hat, ist man unsicher. Und genau das ist das Problem: Wer häufig Füllwörter verwendet, wird von den anderen nicht ernst genommen. Wer also übt, flüssig zu sprechen, wirkt auf andere fokussiert und redegewandt.

4. Sie verwenden ständig Anglizismen.

In bestimmten Branchen ist es gang und gäbe, mit englischen Begriffen zu arbeiten. Besonders dann, wenn es um bestimmte Zielerreichungen oder Berichte zu Zwischenständen oder auch Datenauswertungen geht. Ist es allerdings in Ihrer Branche nicht üblich oder benutzt man Anglizismen inflationär, können Zuhörer schnell abdriften. Zudem wirkt man dadurch nicht weltgewandter oder klüger, sondern unfreiwillig komisch – vor allem, wenn nichts Substantielles dahintersteht, sondern es sich dabei nur um leere Phrasen handeln.

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

Wie sieht der perfekte Bewerber aus? Diese Frage stellte das Staufenbiel Institut und Kienbaum 300 Personalern in Deutschland. Das Ergebnis sehen Sie hier:
Wie sieht der perfekte Bewerber aus? Diese Frage stellte das Staufenbiel Institut und Kienbaum 300 Personalern in Deutschland. Das Ergebnis sehen Sie hier: © pexels
Der perfekte Bewerber ist Wirtschaftswissenschaftler. Rund 79 Prozent aller befragten Unternehmen suchen Kandidaten dieser Fachrichtung. Auch Informatiker und Ingenieure haben gute Karten auf dem Arbeitsmarkt.
Der perfekte Bewerber ist Wirtschaftswissenschaftler. Rund 79 Prozent aller befragten Unternehmen suchen Kandidaten dieser Fachrichtung. Auch Informatiker und Ingenieure haben gute Karten auf dem Arbeitsmarkt. © dpa
Während seines Studiums war er Praktikant. 73 Prozent der Personaler bevorzugen Bewerber, die bereits im Studium Praxiserfahrung gesammelt haben. Und sogar 81 Prozent überzeugt Erfahrung mehr als gute Abschlussnoten.
Während seines Studiums war er Praktikant. 73 Prozent der Personaler bevorzugen Bewerber, die bereits im Studium Praxiserfahrung gesammelt haben. Und sogar 81 Prozent ist Erfahrung wichtiger als gute Abschlussnoten. © dpa
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Apropos Abschlussnoten: Für 58 Prozent der Personaler sollte der perfekte Bewerber einen guten Abschluss haben. Hier spielt aber die Branche eine große Rolle: Banken und Finanzdienstleister legen mit 68 Prozent mehr Wert auf gute Noten. Der höhere Master-Abschluss zählt vor allem im Bereich Gesundheit, Chemie und Pharmazie. © dpa
Wer einmal ein Jahr im Ausland verbracht hat, kann sich glücklich schätzen: Recruiter schätzen Zusatzqualifikationen wie Englischkenntnisse (77 Prozent) und Auslandserfahrung (38 Prozent).
Wer einmal ein Jahr im Ausland verbracht hat, kann sich glücklich schätzen: Recruiter schätzen Zusatzqualifikationen wie Englischkenntnisse (77 Prozent) und Auslandserfahrung (38 Prozent). © pixabay
Der perfekte Bewerber muss außerdem mit einem ganzen Katalog an Soft Skills aufwarten. Besonders gefragt bei Personalern: Eigeninitiative (100 Prozent), Leistungsbereitschaft (98 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (95 Prozent) und Teamfähigkeit (94 Prozent).
Der perfekte Bewerber muss außerdem mit einem ganzen Katalog an Soft Skills aufwarten. Besonders gefragt bei Personalern: Eigeninitiative (100 Prozent), Leistungsbereitschaft (98 Prozent), Kommunikationsfähigkeit (95 Prozent) und Teamfähigkeit (94 Prozent). © iStockphoto / AndreyPopov
Bei der Bewerbung erwarten Personaler Perfektion: Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-Go - rund 60 Prozent aller Personaler sortieren eine fehlerhafte Bewerbung sofort aus. Ein falscher Ansprechpartner oder Unternehmensname führt bei 54 Prozent zum Aus.
Bei der Bewerbung erwarten Personaler Perfektion: Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-Go - rund 60 Prozent aller Personaler sortieren eine fehlerhafte Bewerbung sofort aus. Ein falscher Ansprechpartner oder Unternehmensname führt bei 54 Prozent zum Aus. © dpa
Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf, auch CV (kurz für "Curriculum Vitae") genannt. Etwa drei Viertel aller Personaler widmet sich erst dem Lebenslauf - allerdings nehmen sich dafür rund 40 Prozent nur fünf Minuten oder weniger Zeit.
Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf, auch CV (kurz für "Curriculum Vitae") genannt. Etwa drei Viertel aller Personaler widmet sich erst dem Lebenslauf - allerdings nehmen sich dafür rund 40 Prozent nur fünf Minuten oder weniger Zeit. © pixabay
Nach dem Lebenslauf kommt das Anschreiben. Hier bevorzugen Personaler eine übersichtliche Struktur statt kreativem Design.
Nach dem Lebenslauf kommt das Anschreiben. Hier bevorzugen Personaler eine übersichtliche Struktur statt kreativem Design. © pixabay
Über das private Facebook-Profil müssen sich Bewerber allerdings keine Sorgen machen: Nur drei Prozent der befragten Personaler checken Kandidaten über Social Media.
Über das private Facebook-Profil müssen sich Bewerber allerdings keine Sorgen machen: Nur drei Prozent der befragten Personaler checken Kandidaten über Social Media. © pexels

5. Sie schwächen Behauptungen ab.

Oftmals will man dem Chef oder anderen nicht auf die Füße treten. Das ist sehr löblich, wer allerdings ständig seine eigene Meinung oder Aussagen abschwächt, verliert an Durchsetzungskraft. Sogenannte „Hedging“-Formulierungen wie „Ich denke“, „Vielleicht“, „So etwa“ lassen einen unsicher und dadurch auch inkompetent wirken, auch wenn die Person das nicht ist. Allerdings ist Zeit Geld und jedes weitere Wort für das Gegenüber überflüssig. Wer klar formuliert, kommt hingegen bei anderen besser an und diese schätzen am Ende mehr, was Sie zu sagen haben.

Rubriklistenbild: © Daniel Ingold/Imago

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