Arbeitsrecht

Krankschreibung: Drei Irrtümer, die leider immer noch kursieren

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Um die Krankschreibung ranken sich viele Gerüchte. 

Bei einer Krankschreibung wissen viel Mitarbeiter nicht, wie sie sich verhalten müssen. Zudem halten sich viele Irrtümer hartnäckig. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Um Krankschreibung und Krankmeldung beim Arbeitgeber ranken sich viele Gerüchte. Viele Mitarbeiter wissen nur vom Hörensagen, wie sie sich im Krankheitsfall verhalten müssen. Einige Irrtümer sollten Sie aber besser schnell wieder vergessen, bevor Sie sich Ärger einhandeln.

Irrtum 1: Ich muss dem Chef erst ab dem dritten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen

Laut Gesetz müssen sich Arbeitnehmer bei ihrem Arbeitgeber im Krankheitsfall unverzüglich krankmelden, spätestens bis zum Beginn der Arbeitszeit am ersten Krankheitstag. Nach dem dritten Krankheitstag muss dem Arbeitgeber dann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vorgelegt werden, die vom Arzt ausgestellt wurde. 

Doch diese Regel gilt nicht immer: "Der Arbeitgeber darf die Vorlage aber auch schon am ersten Krankheitstag verlangen - unabhängig davon, ob der Verdacht einer vorgetäuschten Erkrankung besteht", schreibt Dr. Alexander Birkhahn, Fachanwalt für Arbeitsrecht, im Manager-Magazin impulse. Wenn Ihr Chef also schon am ersten oder zweiten Tag eine Krankschreibung verlangt, müssen Sie sich wohl oder übel zum Arzt schleppen. 

Mehr zum Thema: Wann muss die AU beim Arbeitgeber sein?

Irrtum 2: Wenn ich krankgeschrieben bin, darf ich das Haus nicht verlassen

Mitarbeiter müssen keinesfalls das Haus hüten, wenn sie krankgeschrieben sind. Sie dürfen natürlich auch Einkäufe im Supermarkt erledigen oder zur Apotheke gehen, um sich mit Medikamenten zu versorgen. 

Sogar Freizeitbeschäftigungen wie Kino oder ein Restaurantbesuch sind möglich, solange sie die Heilung nicht verzögern. "Wenn das nicht der Fall ist, kann der Mitarbeiter während der Arbeitsunfähigkeit machen, was er will", meint Birkhahn. Was keinesfalls geht: Während der Krankschreibung für einen anderen Arbeitgeber arbeiten.

Übrigens: Das alles dürfen Sie tun trotz Krankschreibung.

Irrtum 3: Krankgeschriebene Mitarbeiter dürfen nicht früher zur Arbeit zurück kommen

Wer noch krankgeschrieben ist, aber schon früher wieder gesund wird, darf auch wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Und zwar ohne "Gesundschreibung" vom Arzt, wie manche immer noch behaupten - die gibt es nämlich gar nicht. 

Doch es geht noch weiter: Der Arbeitnehmer muss sogar wieder arbeiten, wenn er vorzeitig gesund wird - auch wenn die Krankschreibung noch gilt. "Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gibt nur die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit an - endet diese tatsächlich früher, gelten die wahren Verhältnisse", so der Fachanwalt.

Lesen Sie auch: Krankmeldung: So melden Sie sich richtig krank.

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Von Andrea Stettner

Überraschend: Diese fünf Berufe machen krank

In einigen Berufen melden sich die Mitarbeiter besonders häufig krank - sei es wegen Atemwegsinfektionen, Rückenschmerzen oder Depressionen. Welche Jobs die meisten Fehltage verursachen, zeigt eine Auswertung der Krankenkassen.
In einigen Berufen melden sich die Mitarbeiter besonders häufig krank - sei es wegen Atemwegsinfektionen, Rückenschmerzen oder Depressionen. Welche Jobs die meisten Fehltage verursachen, zeigt eine Auswertung der Krankenkassen. © dpa
Platz 5: Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung und Sozialversicherung - 18,6 Fehltage
Platz 5: Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung - 18,6 Fehltage © dpa
Platz 4: Angestellte der Müllabfuhr oder Recycling-Mitarbeiter - 19,4 Fehltage
Platz 4: Angestellte der Müllabfuhr oder Recycling-Mitarbeiter - 19,4 Fehltage © dpa
Platz 3: Verkehrsbranche wie LKW- oder Lokfahrer bzw. Mitarbeiter im Straßenbau - 19,8 Fehltage
Platz 3: Verkehrsbranche wie LKW- oder Lokfahrer bzw. Mitarbeiter im Straßenbau - 19,8 Fehltage © dpa
Platz 2: Mitarbeiter der Arbeitsvermittlung oder von Zeitarbeitsfirmen - 20,3 Fehltage
Platz 2: Mitarbeiter der Arbeitsvermittlung oder von Zeitarbeitsfirmen - 20,3 Fehltage © dpa
Platz 1: Post- und Paketzusteller - 22,8 Fehltage
Platz 1: Post- und Paketzusteller - 22,8 Fehltage © dpa

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