Skurril

Heikle Lektüre & erhobener Mittelfinger: Fünf kuriose Kündigungen

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Kündigungen von Mitarbeitern erfolgen selten grundlos. Oftmals aber aus sehr skurrilen Gründen - wie Mittelfinger.

Wenn ein Unternehmen einem Mitarbeiter kündigt, hat das meist triftige Gründe. Doch so manches Mal sind die Hintergründe einer Kündigung ganz schön kurios.

Manchmal berechtigt, manchmal nicht besonders nachvollziehbar: Kündigungen von Angestellten können viele Gründe haben. Und manchmal sind sie einfach nur skurril.

1. Ungewöhnliche Lektüre

Ein Mitarbeiter des Berliner Bezirksamtes Reinickendorf hat während seiner Arbeitszeit im Pausenraum eines Dienstgebäudes die Originalausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gelesen. Auf dem Buchdeckel war ein Hakenkreuz eingeprägt. Er erhielt daraufhin die Kündigung.

Diese sei auch rechtswirksam, teilte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg mit. Der Mitarbeiter hatte das Land Berlin verklagt, weil es ihn gleich gekündigt und nicht erst abgemahnt hatte.

2. Frau verliert nach Mittelfinger ihren Job

Ein gegen US-Präsident Donald Trump erhobener Mittelfinger hat eine US-Bürgerin den Job gekostet. Nachdem sie das Bild von ihrer Geste im Internet geteilt hatte, sei sie entlassen worden, sagte die 50-jährige Juli Briskman dem Newsportal HuffPost.

Immer wieder höben Menschen den Daumen oder zeigten den Mittelfinger, wenn der Präsident vorbeifahre. Auf dem Foto ist Briskman von hinten auf dem Fahrrad zu sehen und eigentlich nicht zu erkennen - nachdem sie selbst das vielfach in Internet und Fernsehen gezeigte Foto entdeckt hatte, machte sie es allerdings zu ihrem Profilbild auf Facebook und Twitter.

Drei Tage später wurde die alleinerziehende Mutter zweier Kinder gefeuert. Bislang hatte sie bei einem Bauunternehmen gearbeitet, das auch für die US-Regierung und das US-Militär tätig ist. Zwar ist nicht bekannt, ob der Präsident selbst das Foto gesehen hat. Ihr Arbeitgeber habe ihre Geste jedoch als "obszön" eingestuft, sagte Briskman.

Auch nach ihrer Kündigung löschte sie das Foto nicht von ihren Seiten in sozialen Medien, im Gegenteil: Das Foto ziert ihr komplettes Twitter-Profil.

3. Beleidigung gerechtfertigt?

Mitarbeiter dürfen ihren Chef nicht per Whatsapp beleidigen, so viel sollte klar sein. Bei der arbeitsrechtlichen Bewertung spielen der Inhalt der Beleidigung und der Kontext jedoch eine Rolle.

So passt zu dem eher harmlosen Schimpfwort "Dusselkopf" nach 20-jähriger Beschäftigung eher eine Abmahnung - und keine fristlose Kündigung. Das geht aus einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Köln hervor, auf die der Deutsche Anwaltverein hinweist.

Verhandelt wurde über eine Mitarbeiterin, die seit fast 20 Jahren in einem Betrieb tätig war. Mit ihrem Arbeitgeber kommunizierte sie regelmäßig per Handy. Der Chef kündigte der Frau aus anderen Gründen ordentlich. Nach Angaben der Frau schickte ihr Freund dem Arbeitgeber daraufhin per Whatsapp eine Nachricht, um seinen Unmut über die Kündigung mitzuteilen - unter anderem unter Verwendung der Bezeichnung "Dusselkopf". Daraufhin kündigte der Arbeitgeber der Frau fristlos.

Gegen die Fristlosigkeit der Kündigung zog die Frau erfolgreich vor Gericht. Die Frage, ob sie selbst oder ihr Freund die Whatsapp-Nachricht abgesetzt hatte, sei dabei gar nicht entscheidend, so das Gericht. Mit der Bezeichnung "Dusselkopf" habe sich der Verfasser der Nachricht zwar sicher im Ton vergriffen. Eine besonders schwerwiegende, grobe Beleidigung sei darin jedoch nicht zu sehen.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Frau fast 20 Jahre vertragstreu gearbeitet hatte, wäre eine Abmahnung nach Meinung des Gerichts das geeignete Mittel gewesen. Einer fristlosen Kündigung hätte es nicht bedurft. Die ordentliche Kündigung bleibt von dieser Entscheidung unberührt.

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4. Berufliche Mails auf Privat-Account weitergeleitet

Arbeitnehmer dürfen berufliche E-Mails nicht ohne weiteres an ihren privaten Mailaccount weiterleiten. Das gilt vor allem dann, wenn sie kurz vor dem Wechsel zu einem Konkurrenzunternehmen stehen. Dann kann die Weiterleitung sogar der Grund für eine fristlose Kündigung sein.

In diesem Fall ging es um einen leitenden Angestellten eines Unternehmens, das Kühlanlagen für die Industrie herstellt. Von Anfang 2016 an verhandelte er mit einem anderen Unternehmen aus der gleichen Branche über einen Wechsel, Anfang April schickte ihm der Konkurrent ein konkretes Angebot. Einige Wochen später leitete der Angestellte mehrere E-Mails mit Informationen über Kunden und Projekte von seinem dienstlichen an den privaten Mailaccount weiter. Als sein aktueller Arbeitgeber das herausfand, kündigte er ihm fristlos.

Der Arbeitnehmer klagte dagegen, hatte aber keinen Erfolg: Laut dem Urteil war die Weiterleitung von E-Mails mit betrieblichen Informationen eine schwerwiegende Pflichtverletzung.

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5. Falsch aufgeschriebene Überstunden

Wer mehr Überstunden abrechnet, als er tatsächlich geleistet hat, verletzt seine arbeitsrechtlichen Pflichten. Eine außerordentliche und fristlose Kündigung ist deswegen aber noch nicht zwingend zulässig. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Mannheim.

In dem Fall ging es um einen Mitarbeiter eines städtischen Theaters: Seit Jahren hatte er jeden Monat sieben Überstunden zu viel aufgeschrieben und auch ausgezahlt bekommen. Das sei mit seiner Personalreferentin und dem Vorgesetzten auch so abgesprochen gewesen, sagt er vor Gericht aus - als Ausgleich für nicht länger gezahlte Zulagen. Als die Sache ans Licht kam, kündigte ihm die Stadt als Trägerin des Theaters fristlos.

Doch das war nicht zulässig, entschied das Gericht. Der Mitarbeiter habe zwar seine Pflichten verletzt, aber ohne hohes eigenes Verschulden. Denn er hatte sein Verhalten ja mit den direkten Ansprechpartnern vor Ort abgestimmt.

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sca / dpa / AFP

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