Generationenmanagement

Altersgemischte Teams: Wenn Babyboomer in der Arbeitswelt auf Generation Z treffen

Wenn Junge mit Alten zusammenarbeiten, kann es schnell zu Missverständnissen kommen. Gutes Generationenmanagement hilft altersgemischten Teams.

Viele ältere Menschen gehen immer später in Rente, junge strömen gut ausgebildet auf den Arbeitsmarkt: In manchen Unternehmen treffen mittlerweile bis zu fünf Generationen aufeinander. Daraus können einige Konflikte entstehen. Es bietet aber auch viel Potenzial, voneinander zu lernen und das Team gemeinsam stark zu machen.

Boomer, X, Y oder Z: Welche Generationen gibt es eigentlich?

Ein altersgemischtes Team im Meeting.

Der überwiegende Teil der Menschheit gehört aktuell sechs Generationen an. Jede ist unter ganz besonderen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Umständen groß geworden, die sie für ihr Leben geprägt haben. Das verbindet Menschen in bestimmten Altersgruppen – und entfremdet sie zum Teil von älteren und jüngeren Generationen.

So heißen die aktuellen Generationen und das macht sie aus:

  • Die stille Generation (ca. 1922–1945): Diese Menschen sind im Zweiten Weltkrieg aufgewachsen oder geboren. Sie kennen großen Mangel und massive Unsicherheiten. Und genau die möchten sie im Arbeitsleben möglichst vermeiden. Sie mögen es ruhig und sicher – und behalten daher auch Sorgen und Gedanken lieber für sich. Das macht sie zur „stillen Generation“. Manche nennen sie auch „Traditionalisten“, denn alles soll so bleiben, wie es ist. Die meisten Angehörigen dieser Altersklasse sind bereits in Rente. Doch gerade in Familienunternehmen sind sie noch zu finden und reden vielleicht sogar noch ein Wörtchen mit.
  • Babyboomer (1946–1964): Babyboomer sind die Generation des Wirtschaftswunders, doch sie haben von ihren Eltern noch die Unsicherheiten des Krieges mitbekommen. Für Menschen dieses Alters hat Arbeit einen hohen Stellenwert. Oft steht sie über dem Privatleben. Mit digitalen Medien tun sie sich dagegen häufig schwer. Im Zweifel greifen sie lieber zum Telefon.
  • Generation X (1965–1979): Mit der Generation X schwindet der Wunsch nach Sicherheit. Dennoch ist ihnen eine feste Arbeitsstelle noch wichtiger als ein gutes Gehalt. Doch im Gegensatz zu den Babyboomern sind Menschen der Generation X keine Workaholics. Sie arbeiten, um sich einen guten Lebensstandard zu ermöglichen, nicht aus Prinzip.
  • Generation Y oder Millennials (1980–1995): Millennials suchen nach einer Arbeit mit Sinn. Es ist ihnen wichtig, dass der Beruf Spaß macht und mit dem Privatleben vereinbar ist. Sie wollen flexible Arbeitszeiten und Raum zur Selbstverwirklichung. Dafür verschwimmen bei ihnen gerne schon mal die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben. Die Generation Y ist die erste, die mit digitalen Medien aufgewachsen ist.
  • Generation Z (1996–2010): Mit der Gen Z kommt eine junge Generation auf den Arbeitsmarkt, die so gut ausgebildet ist wie nie zuvor. Dafür haben die jungen Menschen auch hohe Ansprüche an ihren Beruf und tragen diese mit Selbstbewusstsein vor. Sie trennen strikt zwischen Beruf und Privatleben. Digitale Medien und soziale Netzwerke sind feste Bestandteile ihres Alltags – und sorgen oft auch für eine geringe Aufmerksamkeitsspanne.
  • Generation Alpha (seit 2011): Dies ist die Generation der Kinder, die aktuell geboren werden. Sie wird erst in den nächsten Jahren ins Arbeitsleben einsteigen.

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Fünf Generationen in der Arbeitswelt: diese Konflikte können entstehen

Zwanzigjährige Berufseinsteiger und sechzigjährige Fachkräfte haben oft sehr unterschiedliche Lebens- und auch Arbeitseinstellungen. Das kann im Alltag zu Konflikten führen. Junge Menschen finden Babyboomer altmodisch oder kritisieren das Statusdenken der Generation X. Babyboomer haben eine hohe Arbeitsmoral und lassen sich auch nicht so schnell verschrecken. Ein sicherer Arbeitsplatz ist ihnen oft wichtiger als eine Wohlfühlatmosphäre. Die selbstbewussten Ansprüche der Jüngeren kommen bei ihnen nicht gut an. Sie halten auch nicht viel von der Arbeitsmoral der nachfolgenden Generationen und halten sie für faul. Die Generation Z favorisiert hingehen effiziente Arbeit gegenüber langen Stunden im Büro. Generation X und Millennials sind bekannt für ihr „Quiet Quitting“: Passen die Arbeitsbedingungen nicht mehr, machen sie nur noch Arbeit nach Vorschrift. Ein No-Go für die Älteren. Auch der Umgangston im Unternehmen hat sich geändert: Legen Babyboomer Wert auf Respekt, vor allem gegenüber Vorgesetzten, nehmen jüngere Arbeitnehmer es eher locker und schaffen das Siezen im Arbeitsumfeld zunehmend ab.

Dank Generationenmanagement funktionieren altersgemischte Teams 

Eine gute Kommunikation kann vielen Differenzen entgegenkommen, bevor sie zu Konflikten werden. In einer wohlwollenden Unternehmenskultur, in der die Mitarbeiter einander mit Respekt und Verständnis begegnen, lassen sich Bedürfnisse offen erklären. Im Gegenzug profitieren alle voneinander: Den Jungen werden die Erfahrungen der Älteren an die Hand gegeben, Babyboomer lassen sich vielleicht vom Innovationsgeist der nachfolgenden Generationen anstecken oder lernen noch etwas Neues. Das Unternehmen wiederum gewinnt engagierte und produktive Arbeitskräfte. 

Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden.
Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden. © fkn
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck.
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer - desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck. © fkn
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben.
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben. © fkn
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken.
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken. © fkn
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben.
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben. © fkn
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen.
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen. © fkn
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv.
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv. © fkn
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit.
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit. © fkn
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert.
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert. © fkn
Aufstützen
Den Kopf aufstützen: Hier könnte man meinen, Ihr Kopf sei zu schwer, so dass sie ihn nicht von allein gerade halten können. Davon sollten Sie absehen. © fkn

Diese Maßnahmen fördern ein respektvolles Miteinander zwischen den Generationen

  • Berufseinsteiger lernen von erfahrenen Mitarbeitern, wenn sie zur Einarbeitung einen älteren Mentor bekommen. Vielleicht können die Jungen im Gegenzug ihr Wissen an die Älteren weitergeben?
  • Teambuilding-Maßnahmen oder einfach mal in der Pause gemeinsam essen gehen: Wer mal außerhalb der eigentlichen Arbeit ins Gespräch kommt, findet sicher mehr Gemeinsamkeiten als gedacht. Ein freundlicher Umgang führt zusätzlich dazu, dass Schwierigkeiten schneller angesprochen werden.
  • Auf Befindlichkeiten achten: Digital Natives haben eine geringere Aufmerksamkeitsspanne. Dafür schaffen sie es oft, in kurzer Zeit sehr effizient zu arbeiten. Je älter Mitarbeiter werden, desto mehr körperliche Befindlichkeiten bringen sie mit. Vielleicht brauchen sie mehr Ruhezeiten, arbeiten langsamer oder fallen öfter aus gesundheitlichen Gründen aus. In einem guten Team wird auf jeden Rücksicht genommen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Vasily Pindyurin

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