Joballtag

"Ekelhaft": Kassiererin findet deutliche Worte für Discounter-Kunden

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Nervige Kunden, miese Bezahlung: Eine Netto-Kassiererin findet deutliche Worte, wenn es um ihren Joballtag beim Discounter geht. (Symbolbild)

Schlechte Bezahlung, fragwürdige Arbeitsbedingungen - und dann auch noch nervige Kunden: Eine Netto-Kassiererin macht ihrem Ärger Luft und berichtet, was sie täglich im Discounter erlebt.

Melanie (Name geändert) ist eine von 75.000 Mitarbeitern bei Netto. Für Ihren Job als Kassiererin verbringt sie jede Woche 37 Stunden in einer Filiale des Discounters, kassiert Ware, räumt Regale ein oder schleppt schwere Getränkekisten. 

Ihre Arbeit erledigt sie nach eigenen Angaben ordentlich und gewissenhaft. Und dennoch gebe es Dinge, die sie an ihrem Beruf als Kassiererin gewaltig nerven, wie sie im Interview mit dem Online-Magazin Vice jetzt verrät.

Kassiererin bei Netto:

Auf die Frage, welche Kunden sie am meisten nerven, meint sie eindeutig: "Rentner und Touristen." Rentner, weil sie so langsam seien und ihren Einkauf immer auf den Cent genau bezahlen wollen. "Da suche ich mir lieber schnell selber das Geld aus dem Portemonnaie. Viele bieten das ja auch an", fügt sie hinzu.

Doch am schlimmsten seien Touristen, weil sie sich lieber mit ihren Freunden unterhalten, anstatt sich um ihre Einkäufe zu kümmern. "Teilweise sind die schon genervt, wenn sie mit dem Bezahlen dran sind", meint sie, "und halten arrogant ihre EC-Karte gegen das Lesegerät, ohne etwas zu sagen." Ebenfalls nervig: verliebte Kunden, die sie mit billigen Anmachsprüchen belästigen. Einem besonders penetranten Kunden drohte sie sogar mal mit Hausverbot - das hätte geholfen. 

Doch dann wird es richtig schauderhaft, als sie von einem Vorfall im letzten Sommer berichtet: "Ein Obdachloser kam an einem Tag gleich zweimal in den Laden. Er wurde vorher wahrscheinlich zusammengeschlagen und sah richtig ekelhaft aus, mit blutigen Fingern und einer Platzwunde am Kopf." In diesem Zustand habe er ihre Hand gestreichelt. Beim nächsten Besuch soll er sie dann mit seinem Kleingeld beworfen haben.

Joballtag: Fehlendes Geld in der Kasse, Personaldiebstahl und Sicherheit

Als Kassiererin kommt Melanie mit sehr viel Geldscheinen und Münzen in Berührung, deshalb wasche sie sich sechsmal am Tag die Hände. Besonders ärgerlich wird es für sie, wenn Geldscheine in der Kasse fehlen, was häufiger vorkomme. "Wenn die Konzentration nachlässt oder im Laden Stress aufkommt, greift man halt mal ins falsche Fach oder zwei Scheine kleben zusammen", erklärt die Kassiererin. 

Und obwohl sie täglich mit viel Geld hantiert, fühlt sie sich in ihrem Job relativ sicher: "Angst, dass mir jemand die Kasse oder die Cash-Box klaut, habe ich nicht. Ich habe da noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Und außerdem kenn ich den Weg, wie man am schnellsten ins Lager kommt." Und selbst wenn ihr jemand die Kasse beim Schichtwechsel entreißen würde - "ohne Schlüssel kommt da keiner ran."

Obwohl ihnen jährlich tausende Euro durch Diebstahl fehlen sollen, sei Personaldiebstahl ihr zufolge kein Thema. Schließlich gebe es einen Sicherheitsmann und die Kasse sei immer besetzt. "Ich habe noch nie erlebt, dass Kollegen etwas in der Filiale geklaut haben", meint sie. "Und selber hatte ich auch noch nie den Gedanken, etwas mitgehen zu lassen. Ich bin ein ehrlicher Mensch."

Übrigens, warum eine Edeka-Kassiererin nie bei Aldi arbeiten würde, können Sie hier nachlesen.

Mehr zu Netto im Video: Shitstorm wegen Zebra-Steaks im Angebot

Netto-Kassiererin über Arbeitsbedingungen und Bezahlung

Schließlich kommt die Kassiererin noch auf ihre Bezahlung bei Netto zu sprechen: "Für meine Arbeit ist das Gehalt definitiv beschissen. Ich nehme mir kaum Pausen, gehe höchstens mal eine rauchen oder auf die Toilette. Bei 37 Stunden in der Woche habe ich ungefähr 1.300 Euro raus. Wenn ich meine Kinder alleine versorgen müsste, würde das Geld wahrscheinlich nicht reichen, um am Monatsende Lebensmittel zu kaufen", meint sie resigniert. 

Für ihr niedriges Gehalt sind die Arbeitsbedingungen auch alles andere als angenehm. An vielen Kollegen solle die intensive körperliche Belastung nicht spurlos vorübergehen: "Einige ältere Kolleginnen nehmen täglich Medikamente ein. Eine Kassiererin bei uns schluckt zum Beispiel jeden morgen drei Schmerztabletten. Nur, um überhaupt hinter der Kasse sitzen zu können", berichtet sie Vice. Andere hätten Probleme mit dem Karpaltunnel, einem Nerv im Handgelenk und müssten teilweise operiert werden, um weiterhin arbeiten zu können. 

Melanie hat da noch Glück. Zwar zwicke auch ihr Rücken, wenn sie wochenlang ohne Unterbrechung an der Kasse sitzt. Doch insgesamt fühle sie sich fit - zumindest noch. 

Auch in anderen Discountern ist die Arbeit kein Zuckerschlecken. Hier berichtet eine andere Discounter-Angestellte, was sie mit dreisten Kunden erlebt. Und auch ein Lidl-Mitarbeiter erlebt Kurioses mit Kunden.

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