Bewerbungsgespräch

So testen Personaler heimlich Ihre emotionale Intelligenz

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Wie hoch ist Ihre emotionale Intelligenz? Personaler haben einige Tricks auf Lager, wie sie das herausfinden.

Die emotionale Intelligenz spielt eine große Rolle dabei, wie gut sich Bewerber im Unternehmen eingliedern können. Wie Personaler diese testen, verrät eine Expertin.

Die emotionale Intelligenz beschreibt unter anderem die Fähigkeit, wie gut Menschen die Gefühle ihrer Mitmenschen wahrnehmen, verstehen und auch beeinflussen können. Wenn diese fehlt, können Bewerber noch so gut in ihrem Fachbereich sein - sie werden sich nur schwer im Team integrieren können, da ihnen etwa die nötige Empathie für ihre Kollegen fehlt. 

Emotionale Intelligenz ist wichtig für den Erfolg

Menschen mit einer hohen emotionalen Intelligenz können auch mit ihren eigenen Gefühlen besser umgehen und reagieren etwa in stressigen Situationen weniger gereizt. Deshalb sehen Experten die emotionale Intelligenz auch als wesentlichen Faktor für Erfolg an. 

Das wissen auch Personaler und versuchen deshalb in Vorstellungsgesprächen durch gezielte Fragen herauszufinden, wie es um die emotionale Intelligenz der Bewerber bestellt ist. Mariah DeLeon, Vizepräsidentin des Job-Bewertungsportals Glassdoor, erklärte gegenüber der US-Webseite Entrepreneur, mit welchen sieben Fragen Personaler im Bewerbungsgespräch die emotionale Intelligenz testen können.

Mit diesen Fragen decken Personaler auf, wie hoch Ihre emotionale Intelligenz ist

1. Wer hat Sie am meisten inspiriert und warum?

Die Antwort soll zeigen, wie der Bewerber gerne sein möchte und welche Werte er schätzt.

2. Wenn Sie morgen ein Unternehmen gründen würden, was wären die drei wichtigsten Firmenwerte?

Welche Prioritäten setzt der Bewerber? Auch hier versprechen sich Personaler einen Einblick in die Persönlichkeit des Jobsuchenden.

3. Haben Sie in Ihren Jobs dauerhafte Freundschaften schließen können?

Um langanhaltende Freundschaften schließen zu können, braucht es eine Weile. Gelingt dem Kandidaten das, zeugt das von einer soliden emotionalen Intelligenz. 

4. Wenn sich die Prioritäten im Geschäft verändern: Wie würden Sie Ihrem Team die neuen Ziele vermitteln?

Veränderungen gibt es in jedem Unternehmen und jedem Job. Mitarbeiter sollten deshalb flexibel, selbstbewusst, motiviert und empathisch sein. Denn: "Diese Fähigkeiten werden den Mitarbeitern helfen, besser in Teams zu arbeiten", so DeLeon.

Interessant: Hier beweist der Tesla-Chef seine Führungsqualitäten.

5. Gibt es eine Fähigkeit oder Fachkenntnisse, die Ihnen Ihrer Meinung nach noch fehlen?

Bewerber, die denken, sie wüssten schon alles, fallen bei Personalern schnell durch. Neugierde und der Wunsch, dazu zu lernen, zeigt, dass Bewerber sich weiterentwickeln wollen.

6. Können Sie mir etwas so erklären, als würde ich zum ersten Mal davon hören? 

Aus der Antwort können Personaler einige Schlüsse ziehen, etwa

  • ob ein Bewerber sich Gedanken macht, bevor er etwa sagt, 
  • ob er gut erklären kann oder 
  • ob er auf seinen Gegenüber eingeht, indem er etwa Nachfragen stellt, zum Beispiel "Macht das für Sie Sinn?"

Auch interessant: Wie intelligente Menschen kritisieren, ohne anzuecken.

7. Was sind die drei Hauptgründe für Ihren Erfolg?

Die Antwort soll zeigen, ob ein Bewerber selbstlos ist (wenn er etwa oft von "wir", "unser" oder dem Team spricht) oder eher egoistisch ist (spricht stets von sich selbst). "Sucht nach einem Team-Player, jemanden, der positive Energie in die Firma bringt", meint auch Manager Craig Cincotta. "Selbst wenn ein Bewerber die intelligenteste Person der Welt ist, wenn er nicht gerne mit anderen zusammenarbeitet und Angst um seinen eigenen Erfolg hat, passt er einfach nicht in die Firma."

Lesen Sie auch: Emotional intelligente Menschen verzichten alle auf dieses Wort.

Und: An diesen zehn Details erkennen Sie richtig gute Mitarbeiter.

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Von Andrea Stettner

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen.
Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen. © pexels
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf.
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf. © pixabay
Wer mit einem Coffee-to-go oder der Coladose in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, sorgt bei 14 Prozent der Recruiter für Stirnrunzeln.
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Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch.
Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch. © pexels
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen.
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen. © pixabay
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle. © pixabay
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen. © pexels
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein.
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein. © pixabay
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken.
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken. © pexels
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste.
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste. © pixabay

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