Europäischer Adipositas-Tag

Viele Kinder zu dick: Warnung vor gesundheitlichen Folgen

+
Ab und zu mal naschen ist ja in Ordnung. Doch in vielen Familien wird nicht darauf geachtet, wie viel und wie oft Kinder zu Süßem oder Fettigem greifen. Die Folge: 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig und damit ernsthaft gesundheitsgefährdet.

Mehr als ein Drittel aller Kinder hierzulande ist fettleibig. Anlässlich des Europäischen Adipositas-Tags am 20. Mai fordern Experten eingreifende Maßnahmen.

Schon lange spielen in städtischen Hinterhöfen keine Kinder mehr, und auch auf den Bolzplätzen herrscht gähnende Leere. Wo aber sind Deutschlands Kinder? Die Antwort liegt nahe: Sie sitzen. Entweder in der Schule im Unterricht, zuhause am Computer oder bei Freunden vor der Spiele-Konsole.

Tatsache ist: Sie bewegen sich zu wenig. Und sie essen ungesund: zu fettig, zu süß und von allem zu viel

Doppelt so viele Kinder fettleibig wie in den 80ern 

Und das hat seine Konsequenzen: Laut Robert-Koch-Institut sind mehr als 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen hierzulande übergewichtig, davon haben 6,3 Prozent, also mehr als ein Drittel, sehr starkes Übergewicht, sodass man von Adipositas spricht, also Fettleibigkeit.

Zum Vergleich: Noch in den 80er- und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts waren nur halb so viele Kinder und Jugendliche übergewichtig.

Sozial benachteiligte Kinder häufiger dick 

Eine von der Berliner Medizinerin Dr. Bärbel-Maria Kurth geleitete Studie am Robert Koch-Institut ergab darüber hinaus, dass extremes Übergewicht vor allem unter Kindern aus sozial benachteiligten Familien stark verbreitet ist. Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, die aus schlechter situierten Verhältnissen stammen, sind laut den Ergebnissen dieser Studie sogar dreimal häufiger zu dick

Schwere gesundheitliche Folgen 

Anlässlich desEuropäischen Adipositas-Tags, der in diesem Jahr auf den 20. Mai fällt, warnen Ärzte vor den Folgen dieser Entwicklung. Denn starkes Übergewicht im Kindesalter kann zu einer Vielzahl an Erkrankungen führen, unter denen die Betroffenen Zeit ihres Lebens leiden. Dazu gehören beispielsweise Bluthochdruck, Stoffwechselerkrankungen, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen

Aufklärung der Eltern 

Offensichtlich ist, dass besonders jene Kinder gefährdet sind, deren Eltern ebenfalls übergewichtig sind. Experten fordern deshalb, das Beratungs- und Hilfsangebot für Familien zu erweitern. Es gilt, in der Bevölkerung ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig zum Beispiel das Stillen für die spätere Gesundheit des Kindes ist, wie eine ausgewogene Ernährung auszusehen hat und wie Bewegung und Stressbewältigung Einfluss auf das Gewicht nehmen. 

Angebot in Schulen verbessern 

Ein Appell geht auch an die Länder und Kommunen, gesundheitsfördernde Konzepte an Ganztagsschulen und Kindergärten auszubauen. Kindern und Jugendlichen sollen täglich gesunde Mahlzeiten und ein ausreichendes Angebot an Bewegungsräumen zur Verfügung stehen. Nur so könne einer weiteren Verbreitung von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen entgegengewirkt werden.

Von Franziska Grosswald

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Schlaganfall Symptome
Diagnose Schlaganfall – je eher er entdeckt wird, umso besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen für den Patienten. Es gibt vier typische Symptome, mit denen Ärzte, aber auch Angehörige prüfen können, ob jemand kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten hat. © picture-alliance / dpa
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief.
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief. © dpa
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall.
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall. © dpa
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken.
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken. © picture alliance / dpa
Schlaganfall
Zunge: „Zeigen Sie mal Ihre Zunge.“ Das Herausstrecken funktioniert nicht mehr richtig, die Zunge ist gekrümmt und wandert von einer Seite zur anderen. © dpa
Schlaganfall
Risiko-Faktoren und mögliche Auslöser für einen Schlaganfall: Bluthochdruck, Herzkrankheiten besonders Vorhofflimmern, Bewegungsmangel, Diabetes, Rauchen, Übergewicht. © dpa
Schlaganfall
Faktoren, die sich naturgemäß nicht beeinflussen lassen, sind das Alter, Geschlecht (Männer sind gefährdeter) und schlicht die Veranlagung. © dpa

Kommentare

Meistgelesen

Vorsicht: Paracetamol soll diese ungeahnte Gefahr in sich bergen 
Vorsicht: Paracetamol soll diese ungeahnte Gefahr in sich bergen 
Zwölfjährige trinkt aus Cola-Dose - es endet mit einem Schrecken
Zwölfjährige trinkt aus Cola-Dose - es endet mit einem Schrecken
Unglaublich: Diese Krankheiten gibt es wirklich
Unglaublich: Diese Krankheiten gibt es wirklich
Mann unterdrückt ein Niesen - und verletzt sich schwer dabei
Mann unterdrückt ein Niesen - und verletzt sich schwer dabei
Dschungeldiät stellt Gefährliches mit dem Körper an
Dschungeldiät stellt Gefährliches mit dem Körper an