Wilde Anschuldigungen

Verschwörung: Das steckt hinter der "Ebola-Lüge"

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Alles nur eine Lüge? Oder ist Ebola doch real?

München - Die Nachricht, dass der Ebola-Virus eine Lüge sei und sich gar nicht von selbst ausbreite, schlägt derzeit in den sozialen Netzwerken hohe Wellen. Doch was ist dran?

Ein Artikel sorgt derzeit mit seiner wilden Verschwörungstheorie über Ebola für Furore im Netz. Der Text nennt sich "Ebola-Lie", also Ebola-Lüge, und verspricht endlich Aufklärung und Klarheit über das geheimnisvolle Virus, das seit einigen Monaten die Welt heimsucht.

Auf Facebook hat ein Mann namens Nana Kwame am 8. Oktober eine Notiz veröffentlicht, die seither rund 4.500 Mal geteilt und fast 1500 Mal geliked wurde. Doch nicht nur die Notiz, die in Englischer Sprache verfasst ist, geht viral: Auch andere Portale greifen den Ansatz auf und verbreiten die übersetzte Version von "Ebola-Lie" und stoßen damit im Netz auf viele offene Ohren.

Darum geht es bei der "Ebola-Lüge"

Der Autor beginnt mit der Feststellung: "Ebola ist nicht real". Damit startet eine an den Haaren herbeigezogenen Argumentationskette, die eigentlich keine ist, da die Argumente völlig fehlen. Stattdessen reiht sich Behauptung an Behauptung:

"Die Menschen in der westlichen Welt müssen wissen, was hier in West-Afrika geschieht. Sie lügen!!! 'Ebola' als Virus existiert nicht und wird nicht 'verbreitet'. Das Rote Kreuz hat aus vier spezifischen Gründen eine Krankheit in vier spezifische Länder gebracht, und es stecken sich nur diejenigen an, die Behandlungen und Injektionen vom Roten Kreuz erhalten", schreibt Nana Kwame.

Ein Schlag ins Gesicht der freiwilligen Helfer in West-Afrika, die ihr eigenes Leben riskieren, um Erkrankten zu helfen.

Die vier Gründe, die Kwame nun ausführt, erscheinen noch unglaubwürdiger. Einmal wären da die USA - übrigens ein beliebtes Ziel von Verschwörungstheorien - die den "Impfstoff" Ebola verbreiten würden, um einen Grund zu haben, mit ihren Truppen nach Nigeria zu kommen. Ein Land das unter Anderem für seine Ölreserven bekannt ist.

Zweitens gibt es in Sierra Leone Diamanten. Diesmal sollen nicht nur die USA, sondern auch alle anderen westlichen Länder versuchen, ihre Truppen dorthin zu bewegen, um die Bodenschätze abzuernten und den "Diamantenschürfer-Streik" zu beenden, so Kwame weiter.

Eigentlich seien bereits "3000 Truppen" gesandt worden, fällt dem Autoren dann bei Grund Nummer Drei ein. Nämlich das Rot-Kreuz-Kommando, das den Menschen ihre tödliche Impfung aufzwinge. Allerspätestens an dieser Stelle wird deutlich, dass der Autor wohl wenig vom sachlichen Argumentieren hält.

Das ist dran an der Verschwörungstheorie

Allein die Tatsache, dass in dem Artikel keinerlei Beweise angeführt werden, lässt den Sachverhalt ziemlich unglaubwürdig wirken. Den Verschwörungstheorien stehen handfeste wissenschaftliche Tatsachen gegenüber. Auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts gibt es ausführliche Informationen zur Herkunft des Virus.

Auch die Verbreitung des Virus ist dort auf einer Karte festgehalten. Die Behauptung, dass sich Ebola nicht verbreiten würde, sondern geimpft wird, ist angesichts der medizinischen Entdeckungsgeschichte des Virus unwahrscheinlich. Im Jahr 1976 konnten Wissenschaftler die Viren zum ersten Mal in Zaire erforschen.

Dutzende Berichte aus den betroffenen Gebieten von erkrankten Menschen machen es zudem schwer zu glauben, dass sich eine oder mehrere Regierungen aus lauter Gier zusammengetan haben. Allerdings: Wenn jemand an Verschwörungstheorien glaubt, helfen meistens auch die sachlichsten Argumente nichts.

Alle Fakten über das Ebola-Virus und wie sich der Erreger verbreiten kann, finden sie hier!

vf

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