Dreistündige OP nötig

Frau hat Loch in der Nase - weil sie vermeintlich harmloses Nasenspray verwendet

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Aspirin bis Nasenspray: So sieht der Nachttisch vieler Erkältungs-Geplagter aus.

Ein Spritzer Nasenspray und endlich kann man wieder frei durchatmen - doch wer das Präparat falsch nutzt, riskiert schlimme Folgen, wie eine junge Frau erleben musste.

Die Nase läuft? Der erste Gedanke: ein Nasenspray muss her. Die abschwellende Wirkung lässt nicht nur wieder frei durchatmen. Auch pflegende Substanzen im Spray, die die Schleimhaut beruhigen, lindern die Beschwerden. In Drogerie und Apotheke gibt es unzählige Produkte - frei verkäuflich und ohne Rezept vom Arzt. Doch so harmlos, wie die Industrie suggeriert, sind die Produkte nicht.

Gefahr Nasenspray-Sucht: Wenden Sie das Produkt nie länger als zwei Wochen an

So drohen üble Folgen, wenn die Wässerchen zu häufig eingesetzt werden. Und das kann leicht passieren, weil die abschwellende Wirkung von Nasenspray nicht dauerhaft ist. In regelmäßigen Abständen muss nachgesprüht werden. Enthalten Nasensprays folgende Inhaltsstoffe, ist dabei sogar Suchtgefahr gegeben:

  • Xylometazolin
  • Oxymetazolin
  • Tramazolin

Die drei Substanzen zählen zu den Wirkstoffen, die die Schleimhaut abschwellen lassen. Nicht nur Menschen mit Schnupfen, sondern auch Allergiker profitieren davon. Doch da die Wirkung schnell nachlässt, kommt es schnell zum Gewöhnungseffekt: Die Verwender brauchen immer häufiger und immer höhere Dosen.

Im Video: Nasenspray-Arzneimittel für die Therapie von MS und Alzheimer?

Mindestens 100.000 Nasenspray-Süchtige soll es alleine in Deutschland geben, wie RTL berichtete. Betroffene verwenden Nasenspray viel häufiger und länger, als empfohlen. Experten raten, Nasenspray maximal zwei Wochen anzuwenden. Auch Franziska war Nasenspray-abhängig. Auf RTL erzählte sie ihre Geschichte.  

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"Dann habe ich in die Nase reingeleuchtet und gesehen, dass ein kleines Loch entstanden ist"

Ein Fläschchen reichte der jungen Frau gerade mal zwei Wochen. Sie musste beim Arzt behandelt werden, weil ihre Nasenschleimhaut so geschädigt war, dass sich ein Loch in die Nase gefressen hatte. Franziska musste drei Stunden lang operiert werden. Ihre Nasenscheidewand wurde dabei komplett erneuert. Vor der OP konnte die junge Frau weder riechen noch durch die Nase atmen wegen ihrer Spray-Sucht. Vier Monate spritzte sie sich eine halbe Flasche Nasenspray pro Woche. 

"Irgendwann habe ich so ein leichtes Pfeifen gehört", sagte Franziska im RTL-Interview und fährt fort: "Dann habe ich in die Nase reingeleuchtet und gesehen, dass ein kleines Loch entstanden ist". Die junge Frau plädiert dafür, dass Verkäufer von Nasenspray verstärkt auf die möglichen Nebenwirkungen hinweisen sollten.

Weiterlesen: Süchtig nach Ibuprofen? Deuten Sie diese drei Alarmsignale richtig.

jg

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