Keinen Durchblick

Risiko für die Augen: Macht Bildung kurzsichtig?

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Ohne Brille keinen Durchblick.

Zu viel Bildung ist, laut einer Studie, wohl schlecht für die Augen. Wer lange die Schulbank drücken musste und dann noch ein Studium absolviert, braucht höchstwahrscheinlich eine Brille.    

Studium und Anzahl der Schuljahre haben nachweislich einen Einfluss auf die Sehkraft unserer Augen. Diese beiden Faktoren vergrößern das Risiko kurzsichtig zu werden mehr als genetische. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung, die Prof. Dr. Norbert Pfeiffer und Dr. Alireza Mirshahi mit Wissenschaftlern der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz durchgeführt haben. Die Studie wurde nun im US-Fachmagazin „Ophthalmology“ veröffentlicht.

Mit jedem Schuljahr steigt demnach das Risiko für Kurzsichtigkeit messbar. Schüler und Studenten empfehlen die Mainzer Wissenschaftler deswegen mehr Zeit am Tageslicht im Freien zu verbringen. Mindestens 15 Stunden pro Woche sind ratsam, zugleich sollten die Augen weniger als 30 Stunden pro Woche mit Naharbeit – Lesen, Fernsehen und die Beschäftigung mit Computern und Smartphones inbegriffen – beschäftigt werden.

Die Kurzsichtigkeit hat in den letzten Jahren weltweit stark zugenommen, auch in Deutschland. Das ist ein Problem für die Gesundheit und Wirtschaft. Denn auf eine starke Kurzsichtigkeit kann, laut den Medizinern, eine Sehbehinderung durch Netzhautablösung, Makuladegeneration, vorzeitigem Grauen Star oder Glaukom folgen.

Um den Zusammenhang zwischen der Entwicklung einer Kurzsichtigkeit und Bildung zu untersuchen, haben die Forscher 4.658 Personen im Alter von 35 bis 74 Jahren untersucht, die weder einen Grauen Star hatten, noch an den Augen operiert oder gelasert waren.

Das Ergebnis: 24 Prozent der Kurzsichtigen hatten keine Ausbildung oder höhere Schulbildung. Von den Probanden mit Abitur oder Berufsabschluss waren schon 35 Prozent kurzsichtig. 53 Prozent der Hochschulschulabsolventen wiesen eine Kurzsichtigkeit auf.

Was ist eine Kurzsichtigkeit Myopie

Kurzsichtig ist ein Auge, dessen Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft von Hornhaut und Linse „zu lang“ ist. Als Folge werden weit entfernte Objekte unscharf auf der Netzhaut abgebildet.

Der Augapfel wächst bis ins Erwachsenenalter, so dass eine Myopie auch noch im dritten Lebensjahrzehnt zunehmen kann. Genetische Veranlagungen können bei der Entwicklung der Kurzsichtigkeit eine Rolle spielen, doch auch Umweltreize spielen dabei eine Rolle. Sogenannte Naharbeit wie beispielsweise Lesen regt den Augapfel zum Wachstum an.

„Heilen“ lässt sich die Kurzsichtigkeit nicht – sie lässt sich nur mit einer Brille, Kontaktlinsen oder mit den Methoden der refraktiven Chirurgie korrigieren.

ml

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