Kleines Protein

Spinnengift kann Gehirnschäden nach Schlaganfall mindern

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Eine Trichternetz-Spinne (Atrax robustus) wird zum Melken auf einen Tisch gelegt.

Die Trichterspinne gehört zu den giftigsten Spinnen der Welt. Ihr Biss kann ein Kind in fünfzehn Minuten töten. Doch das tödliche Gift könnte bei der Therapie von Schlaganfall-Patienten helfen.

Ein Protein in einem tödlichen Spinnengift könnte einer Studie zufolge Hirnschäden nach einem Schlaganfall verringern. Wissenschaftler in Australien extrahierten für ihre Versuche ein Protein aus dem Gift der Trichternetzspinne, einer besonders giftigen Spinnenart. "Wir glauben, dass wir zum ersten Mal einen Weg gefunden haben, die Folgen von Hirnschäden nach einem Schlaganfall zu minimieren", sagte der Leiter der Studie, Glenn King.

Die Trichterspinne gehört zu den giftigsten Spinnen der Welt

Die Wissenschaftler der Universität von Queensland und der Monash-Universität in Melbourne benutzten für ihre Untersuchung Spinnen, die auf Fraser Island an der Küste des Bundesstaates Queensland eingefangen wurden. Sie versetzten ihren Fängen im Labor einen Elektroschock, so dass sich die Muskeln der Tiere anspannten und das Gift herausgepresst werden konnte. Eine synthetische Version des Proteins wurde Ratten eingespritzt.

"Das kleine Protein, das wir entdeckt haben, Hi1a, blockiert säure-abtastende Ionenkanäle im Gehirn, die maßgeblich für Hirnschäden nach einem Schlaganfall verantwortlich sind", sagte King. Das kleine Protein sei sehr vielversprechend für zukünftige Schlaganfall-Behandlungen.

Das Protein Hi1a bietet bis zu acht Stunden Schutz

Besonders interessant sei an Hi1a, dass das Protein bis zu acht Stunden nach einem Hirnschlag ein "außergewöhnliches Schutzniveau" biete. Dies sei "ein bemerkenswert langes Zeitfenster für eine Behandlung", sagte King. "Hi1a bietet sogar einen gewissen Schutz für die zentrale Gehirnregion, die am stärksten von Sauerstoffmangel beeinträchtigt wird und die generell wegen des schnellen Absterbens der Zellen bei Schlaganfällen als unheilbar gilt", fügte der Forscher hinzu.

Der Direktor des Hirn-Zentrums am Royal Melbourne Hospital, Stephen Davis, nannte die vorklinischen Studien ermutigend. Eine "sichere und effektive Neuroprotektion" könne bei den meisten Schlaganfallpatienten voraussichtlich schon im Krankenwagen vor der Ankunft im Krankenhaus angewendet werden und biete vielen weiteren Patienten die Möglichkeit einer Behandlung, sagte Davis.

Erste Tests an Menschen in zwei Jahren

Der nächste Schritt sei nun zu klären, ob sich diese "ermutigenden Ergebnisse" in klinischen Tests als nützlich für Menschen erweisen. Studienleiter King hofft darauf, dass innerhalb der kommenden zwei Jahre Tests an Menschen gemacht werden können.

Schlaganfall: Schnell handeln rettet Leben

Jedes Jahr sterben weltweit sechs Millionen Menschen an einem Hirnschlag, und fünf Millionen Überlebende leiden unter bleibenden Schäden. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Kürzlich sorgte ein WhatsApp-Video über „Ingrids Schlaganfall“ für Verwirrung. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Schlaganfall Symptome
Diagnose Schlaganfall – je eher er entdeckt wird, umso besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen für den Patienten. Es gibt vier typische Symptome, mit denen Ärzte, aber auch Angehörige prüfen können, ob jemand kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten hat. © picture-alliance / dpa
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief.
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief. © dpa
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall.
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall. © dpa
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken.
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken. © picture alliance / dpa
Schlaganfall
Zunge: „Zeigen Sie mal Ihre Zunge.“ Das Herausstrecken funktioniert nicht mehr richtig, die Zunge ist gekrümmt und wandert von einer Seite zur anderen. © dpa
Schlaganfall
Risiko-Faktoren und mögliche Auslöser für einen Schlaganfall: Bluthochdruck, Herzkrankheiten besonders Vorhofflimmern, Bewegungsmangel, Diabetes, Rauchen, Übergewicht. © dpa
Schlaganfall
Faktoren, die sich naturgemäß nicht beeinflussen lassen, sind das Alter, Geschlecht (Männer sind gefährdeter) und schlicht die Veranlagung. © dpa

AFP

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