Gefährliches Souvenir

Indien-Urlauber schleppen „Super-Keime“ ein

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Unschöne Urlaubsandenken in der Petrischale: Multiresistente Keime.

Reisende bringen von ihrem Indien-Urlaub gefährliche Souvenirs mit: multiresistente Bakterien. Gegen diese Erreger helfen keine Antibiotika mehr, wie jetzt eine Studie der Universität Bern zeigt.  

Forscher haben herausgefunden, dass drei von vier Touristen, die aus Indien in die Schweiz zurückkehrten mit multiresistenten Keimen infiziert waren. Das Erschreckende: gegen einige Bakterienstämme sind Antibiotika wirkungslos.

Bei Untersuchungen von Stuhlproben der Reisenden konnten Mikrobiologen der Universität Bern sogar Bakterienstämme mit dem sogenannten mcr-1 Gen feststellen. 

Das mcr-1 Gen macht Keime wie Escherichia coli (E.coli) und Klebsiella pneumoniae  (K. pneumoniae) gegen das bislang noch wirksame Antibiotikum Colistin resistent. Die von solchen Bakterien ausgelösten Infektionen sind schwer oder manchmal gar nicht zu behandeln.

Beim Menschen können Escherichia coli Harnweginfektionen, Blutvergiftung und andere Infektionen auslösen. Klebsiella pneumoniae verursacht hauptsächlich Harn- und Atemwegsinfektionen. 

"Super-Keime" können gravierende Infektionen hervorrufen und führen oft zu einem schweren und tödlichen Krankheitsverlauf.

Daneben ist das Gen tückisch. Denn, es kann sich ungehindert in verschiedenen Darmbakterien ausbreiten. Es macht selbst vor der natürlichen Darmflora von Mensch und Tier keinen Halt.

„Die Ansteckung mit Colistin-resistenten Bakterien auf Reisen ist ein Phänomen, das wir sorgfältig beobachten müssen, um eine Ausbreitung von solch unbehandelbaren Super-Keimen in der Schweiz zu verhindern “, sagt Prof. Andrea Endimiani, Hauptautor der Studie.

Die Indien-Reise der 38 Studienteilnehmer dauerte im Schnitt 18 Tage. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen die lebensgefährlichen Bakterien durch die Umwelt oder Nahrungskette aufgenommen hatten. 

Die Super-Keime sind nach Ansicht der Wissenschaftler auch für gesunde Träger ein hohes Risiko. Wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt an Harnwegsinfektionen oder an einer Blutvergiftung erkranken, wären diese Erreger schwer zu bekämpfen. 

Die Ergebnisse der Studie wurden nun im Fachmagazin " Antimicrobial Agents and Chemotherapy " veröffentlicht.

 

ml

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