Die haben es in sich

Achtung! Darum können einige Mohnbrötchen gefährlich sein

Karlsruhe - Vorsicht, wer gerne eine Mohnbrötchen frühstückt: Von manchen Brötchen sollten Sie lieber die Finger lassen. Damit hätten Sie nicht gerechnet. 

High vom Frühstück: Das könnte Ihnen beim Verzehr der falschen Mohnbrötchen passieren. Lebensmittelchemiker vom Chemischen Untersuchungsamt Karlsruhe haben in vier Fällen eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Morphin entdeckt, das berichtet der Deutschlandfunk.

Der im Schmerzmittel Morphium enthaltene Stoff gilt als Rauschmittel und Opiat, wirkt dämpfend und manchmal sogar euphorisierend. Und davon fanden die Chemiker nicht zu knapp: Bis zu 6250 Mikrogramm Morphin pro Kilogramm Gesamtprobe enthielten die Semmeln. Würde ein Kleinkind ein solches Brötchen essen, würde es doppelt so viel zu sich nehmen, als es verträgt. Da gerade bei sensiblen Menschen eine Arzneiwirkung nicht ausgeschlossen ist, sind die Semmeln zum Verzehr nicht geeignet. 

Wie Deutschlandfunk erklärt, kam der verwendete Mohn in drei von vier Fällen aus Australien. Dort wird Schlafmohn speziell zur Gewinnung von Morphin für pharmazeutische Zwecke angebaut. Der besonders belastete Mohnsamen bleibt als Abfallprodukt über und wird günstig verkauft. Zur Nahrungsmittelzubereitung ist er nur richtig verarbeitet geeignet, zum Beispiel lässt sich der Morphingehalt im Mohn durch Abwaschen verringern.

Einige Bäcker importieren also aus Kostengründen den belasteten Mohn aus Australien. Auf diese Weise können sie billiger produzieren - und bei falscher Verarbeitung auch dem Verbraucher schaden. Nur fünf von zwölf Proben waren nicht zu beanstanden. In den übrigen entdeckten die Forscher außerdem einen hohen Thebain-Gehalt. Thebain ist ebenfalls ein Opiat und kann Krämpfe auslösen.

Wie hoch die Belastung für den Verbraucher tatsächlich ist, wird noch untersucht. Die Chemiker setzen ihre Überprüfung fort. Wer unsicher ist, sollte sich bei seinem Bäcker über die Herkunft und Verarbeitung des Mohns erkundigen.

ja

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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