Mediziner warnen:

Hohes Grippe-Risiko für Flüchtlinge in Notunterkünften

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Für die vielen Flüchtlinge in Notunterkünften besteht nach Ansicht von Medizinern ein hohes Influenza-Risiko.

Viele Flüchtlinge kommen nach einer langen Reise geschwächt und ausgehungert in Deutschland an, das Immunsystem ist angeschlagen. Die Mediziner sind besorgt, schließlich beginnt bald die Grippe-Saison.

Für die vielen Flüchtlinge in Notunterkünften besteht nach Ansicht von Medizinern ein hohes Influenza-Risiko. Viele Asylsuchende in Deutschland seien nach langer Flucht geschwächt und krank, erklärte die Gesellschaft für Virologie (GfV) am Freitag in Ulm. Auch lebten sie zunächst in Erstaufnahmeeinrichtungen auf engstem Raum. "Das sind optimale Voraussetzungen für das Influenza-Virus, sich schnell auszubreiten", warnte der Virologe Hans-Dieter Klenk.

Möglichst viele Flüchtlinge sollten daher Ende Oktober eine Grippeschutzimpfung erhalten. Gleichzeitig forderte die Fachgesellschaft medizinisches Personal auf, konsequenter auf den eigenen Impfschutz zu achten. Damit schützten sie nicht nur sich selbst, sondern auch ungeimpfte und immungeschwächte Patienten.

Der Grippeimpfstoff stehe seit Anfang September in ausreichender Menge zur Verfügung. Jetzt müsse "zeitnah geklärt werden, wie die logistische Herausforderung gemeistert werden kann, auch möglichst viele Menschen in Notunterkünften zu impfen", erklärte die GfV.

Erste Erkrankungen im Dezember

Die ersten Grippefälle treten in der Regel im Dezember auf. So richtig ins Rollen kommt die jährliche Influenzawelle in Deutschland meist erst nach der Jahreswende. Entscheidend für einen guten Schutz ist nach Angaben der Experten auch der Zeitpunkt der Impfung. Denn nach einer Influenza-Immunisierung bilden sich zwar Antikörper, ihre Zahl nimmt aber relativ rasch ab. Deshalb sollte die Grippeimpfung nicht zu früh erfolgen. "Sinnvoll ist die Zeit zwischen Ende Oktober und Anfang November", erklärte GfV-Präsident Thomas Mertens.

Empfohlen wird die Schutzimpfung in erster Linie älteren Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, medizinischem Personal und Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Sie zählen zu den Risikogruppen.

AFP

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