mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose

Biontech entwickelt vielversprechenden Impfstoff gegen MS – erste Tests erfolgreich

Das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech entwickelte nicht nur einen Corona-Impfstoff, sondern auch eine Impfung gegen MS, die allerdings noch nicht auf dem Markt ist.
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Das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech entwickelte nicht nur einen Corona-Impfstoff, sondern auch eine Impfung gegen MS, die allerdings noch nicht auf dem Markt ist.

MS ist eine Autoimmunerkrankung, die Sehstörungen bis Lähmungen zur Folge haben kann. Ein Heilmittel gibt es nicht – allerdings vielleicht in absehbarer Zeit eine Impfung.

  • Bei MS stuft das Immunsystem die Umhüllungen von Nervenbahnen fälschlicherweise als Fremdkörper ein. Infolge werden sie von der körpereigenen Abwehr angegriffen und zerstört, was MS-typische Symptome wie Sehstörungen, Unsicherheiten beim Gehen oder Lähmungserscheinungen zur Folge hat.
  • Es gibt bislang keine Medikamente, mit welchen Mediziner die Nervenkrankheit Multiple Sklerose ursächlich behandeln könnten. Allerdings kann der Fortschritt der Krankheit durch eine frühzeitig einsetzende MS-Therapie* signifikant verlangsamt werden. 
  • Ein neuer Impfstoff weckt jetzt ganz neue Hoffnungen: Im Tierversuch an Mäusen konnte eine MS-Erkrankung bei geimpften Tieren verhindert werden und bei Tieren mit einsetzender MS stoppte die Impfung das Fortschreiten der Krankheit. Erfahren Sie hier, wann der Impfstoff am Menschen erprobt werden soll.

Immer mehr Menschen erkranken an der Nervenkrankheit MS. Innerhalb der letzten 40 Jahre hat sich die Zahl der Patienten verdoppelt, wie die Ärztezeitung berichtete. Ein Trend, der bei einigen Autoimmunerkrankungen beobachtet wird. Das Immunsystem richtet sich hier fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe, was im Fall von MS die Beweglichkeit immens einschränken und bis hin zu Lähmungen führen kann. Ein Heilmittel gibt es bislang nicht, aber die aktuelle Meldung über einen Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und der Uni Mainz weckt Hoffnung bei MS-Patienten.

Zwar wurde das Präparat erst im Tierversuch erprobt, aber die Ergebnisse sind vielversprechend: So konnte der Impfstoff Biontech zufolge eine MS-Erkrankung bei Mäusen verhindern. Auch MS-kranke Tiere wurden geimpft mit dem Ergebnis, dass sich die Krankheit nicht verschlimmerte. Sogar bereits gestörte Körperfunktionen wie Gangschwierigen bildeten sich zurück nach der Impfung.

MS-Impfung: Studie am Menschen frühestens in zwei Jahren möglich

Der Impfstoff unterdrückt die für die Erkrankung typische Überreaktion des Immunsystems, was ihn auch für die Behandlung anderer Autoimmunerkrankungen interessant macht, so die Pharmazeutische Zeitung (PZ). Die vom Team um Christina Krienke der Translationalen Onkologie an der Universitätsmedizin in Mainz (TRON) zusammen mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte MS-Impfung basiert dabei wie die Biontech-Corona-Impfung auf Boten-RNA (mRNA). Das Ziel der MS-Impfung ist es, dass der Körper angeregt wird, die krankmachenden Selbstantigene zu produzieren, was wiederum zu einer Toleranz führen soll. Der PZ zufolge ist der Impfstoff so konzipiert, dass es trotz der verstärkten Produktion der Selbstantigene nicht zu einer Überreaktion des Immunsystems kommen soll.

Wie die SWR-Wissenschaftsredaktion berichtete, sollen die ersten klinischen Studien am Menschen folgen, was allerdings frühestens in zwei Jahren der Fall sein wird. Zuvor müsse der MS-Impfstoff im Labor an menschlichen Zellen erprobt werden. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Zur Studie

Mehr Quellen: https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Warum-es-heute-so-viele-MS-Kranke-gibt-225639.html

Weiterlesen: Herpes-Viren Auslöser von Multipler Sklerose? Studie kommt zu erschreckendem Ergebnis.

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