Covid-19-Pandemie

Impfneid in der Pandemie: Was hilft und wie man den eigenen Impfstatus verteidigt

Auf dieser Fotomontage sind zwei Schutzmasken mit Sprechblasen zu sehen, auf einer steht geimpft, auf der anderen Impfneid (Symbolbild)
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Um die Impfstoffe sind Diskussionen entbrannt (Symbolbild).

Wird Impfneid zum gesellschaftlichen Problem? Psychologen sind sich nicht einig. Wie sollen sich Geimpfte gegen Neider verhalten? Und was hilft gegen missgünstige Gefühle?

Der Bruder ist womöglich schon geimpft, da systemrelevant. Der 72-jährige Vater mit diversen Grunderkrankungen nicht. Und der eigene Impftermin: Irgendwann, eines Tages. Kommt da Neid auf jene auf, die schon gespritzt wurden?* „Ich würde das nicht so sehr als klassischen Neid bezeichnen“, sagt Isabella Heuser, Direktorin der Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie an der Berliner Charité. Es sei mehr ein Gefühl von Zurücksetzung. „Dahinter steckt die Angst, dass man zu kurz kommt und an Covid erkrankt, auch schwer.“ Diese Angst werde noch befeuert, wenn ein Impfstoff rationiert werde, oder auch durch neue Mutanten.

Neid sei in dieser Situation vollkommen verständlich und sollte auch nicht tabuisiert werden, sagt dagegen der Psychoanalytiker Eckehard Pioch im Berliner Inforadio. „Ich brauche etwas dringend und habe es nicht. Ich sehe aber jemand anderen, der es bereits hat. Dann entsteht dieses Gefühl, diese Mischung aus Angst, Wut und Traurigkeit, die wir Neid nennen.“ Dem Psychoanalytiker zufolge sind wir den Emotionen aber keinesfalls hilflos ausgeliefert. Er rät dazu, konstruktiv auf Neidgefühle zu reagieren. Das beginne damit, sie sich einzugestehen. Beim Warten auf die Impfung helfe es, sich bewusst zu machen, dass es eine Reihenfolge nach Bedürftigkeit gebe. Das könne trösten. Denn es sei auch etwas zutiefst Humanes, sich zuerst um die Schwachen zu kümmern. *24vita.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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