Hormoneller Einfluss

Diät bringt nichts? Wie Sie das „Hungerhormon“ Ghrelin überlisten und so abnehmen können

Wenn wir lange nichts gegessen haben, sendet der Körper Hungergefühle. Die werden unter anderem durch das Hormon Ghrelin hervorgerufen. Dieses hat positive, aber auch negative Effekte auf den Körper.

Unser Organismus benötigt Energie, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Diese Energie zieht er in erster Linie aus Makronährstoffen, zu welchen Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß zählen. Wenn wir im Extremfall sehr lange Zeit nichts essen, können Muskeln, Herz und andere Organe sowie unser Nervensystem nicht mehr die gewohnte Leistung bringen. Viele Hormone spielen eine Rolle, wenn es um die Nahrungsaufnahme geht. Eines der wichtigsten ist das sogenannte „Ghrelin“, das auch als Hungerhormon bezeichnet wird.

Produziert wird Ghrelin überwiegend in der Magenschleimhaut. Kommt für längere Zeit keine Nahrung im Magen an, signalisiert das Stoffwechselhormon dem Gehirn, dass wieder gegessen werden muss. Wie die Krankenkasse AOK weiter informiert, kann sogar der Anblick von leckeren Gerichten den Ghrelinspiegel erhöhen.

Die wichtigsten Funktionen von Ghrelin nach aktuellem Wissensstand:

  • Das Hormon regt die Nahrungs­auf­nahme, die Magenent­leerung und die Aus­schüt­tung des Wach­stums­horm­ons STH an.
  • Blutdruck und Herzmuskel werden positiv beeinflusst.
  • Ghrelin ist an der Knochenbildung beteiligt.
  • Das Stoffwechselhormon hemmt die Fettverbrennung und vergrößert die Fettspeicher. Es sorgt somit dafür, dass der Körper ausreichend Energie zur Verfügung hat und Reserven bilden kann.
  • Ghrelin kann den Jojo-Effekt nach Diäten triggern.
Plötzlich Heißhunger? Auch Hormone beeinflussen, wann wir Gelüste auf bestimmte Lebensmittel haben.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit und Wohlbefinden finden Sie im regelmäßigen Gesundheits-Newsletter unseres Partners Merkur.de

Wohlfühlgewicht dauerhaft halten dank stabilem Ghrelin-Hormonspiegel

Das lebenswichtige Hormon Ghrelin kann nicht nur Diäten erschweren, weil durch dessen Ausschüttung Heißhungerattacken möglich werden. Auch nach einer erfolgreichen Diät steigt durch den Botenstoff die Gefahr, dass der Jojo-Effekt zuschlägt. Denn nach einer Gewichtsreduktion steigt der Ghrelin-Spiegel in der Regel an, so die AOK. Häufige Diäten könnten sogar zu permanent hohen Ghrelin-Spiegeln führen, heißt es weiter.

Wer langfristig abnehmen möchte, sollte daher von Crash-Diäten wie der Militärdiät absehen und stattdessen auf eine gesunde Ernährungsumstellung setzen. Denn eine ausgewogene Art der Ernährung hilft, den Ghrelinspiegel stabil zu halten. Dies hat zur Folge, dass Heißhungerattacken ausbleiben und das Wohlfühlgewicht dauerhaft gehalten werden kann.

Ghrelinwerte senken: Geht das?

Bei hormonell bedingtem Übergewicht könnte die Drosselung der Ghrelinausschüttung tatsächlich wirkungsvoll sein. Daher forschen Wissenschaftler weltweit derzeit an der Möglichkeit, Medikamente mit Ghrelin bei Adipositas einzusetzen. Auch die Forschungseinrichtung Helmholtz befasst sich mit dem Thema.

Stoffwechselexperte Matthias Tschöp vom Helmholtz Forschungszentrum München informiert, wie Präparate mit Ghrelin gegen Adipositas wirken können: „Die Idee ist eigentlich, die Wirkung des körpereigenen Ghrelins zu blocken und somit Hunger zu dämpfen, gleichzeitig aber die Verbrennung von Kalorien anzukurbeln“.

Schnell schlank und fit: Acht gesunde Zuckeralternativen

Reissirup auf einem Löffel
Die wenigsten kennen ihn, doch Veganer schätzen ihn schon seit langem: den Reissirup. Auf den ersten Blick hat er die gleiche Konsistenz und Farbe wie Honig, doch er ist transparenter. Dennoch kann man mit Reissirup sein Frühstück aufpeppen. Er süßt zwar etwas weniger als Haushaltszucker, hat dafür aber einen leicht karamellartigen Geschmack. Zudem enthält er viele Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen oder Kalzium und hält dank seiner Mehrfachzucker den Zuckerausstoß gering. © J. Pfeiffer/Imago
Kokosblütenzucker in Schale und Kokosnuss
Kokosblütenzucker, auch Kokos- oder Palmzucker genannt, ist dank seines niedrigen glykämischen Index bereits ein Star in der veganen und der Paleo-Community. Deshalb wird er besonders bei Diabetes, hohem Blutdruck oder Herzerkrankungen empfohlen. Der Kokoszucker wird aus dem Nektar der Kokospalme hergestellt und ist ebenfalls reich an diversen Mineralstoffen. Dennoch schmeckt er nicht nach Kokos, sondern hat ebenfalls eine karamellige Note. Man kann ihn 1:1 wie braunen Zucker verwenden. © J. Pfeiffer/Imago
Ahornsirup auf Waffel
Wer schon einmal in den USA oder Kanada war, kennt ihn meist auf Pancakes zum Frühstück: den Ahornsirup. Als gesunde Alternative ist er bei Veganern sehr beliebt. Er wird aus kanadischen Ahornbäumen gewonnen und als Saft eingekocht. Er gilt als natürliches Süßungsmittel und ist in verschiedenen Qualitätsgraden (AA, A, B, C, D) erhältlich. Auch Ahornsirup wird für seine vielen Mineralstoffe und Spurenelemente geschätzt. Zudem sollen darin befindliche Substanzen antioxidativ und entzündungshemmend wirken. © Kia Cheng Boon/Imago
Birkenzucker in Schale und Löffel
Xylit wurde ursprünglich aus Birkenholz gewonnen, deshalb ist er auch als Birkenzucker bekannt. Wie die Krankenkasse AOK weiter informiert, wird er heute allerdings aus Maiskolbenresten, Stroh oder anderen Hölzern hergestellt. Der Zuckeralkohol hat deutlich weniger Kalorien als Zucker. © J. Pfeiffer/Imago
Birkenzucker in Schale und Löffel
Neben Xylit gehört auch Erythrit zu den Zuckeralkoholen und wird als Zuckeraustauschstoff verwendet. Er sieht dem Haushaltszucker ebenfalls gleich und schmeckt süß. Er kommt in natürlicher Form in Käse, Mais oder Obst vor und wird durch Fermentation gewonnen. Erythrit enthält ebenfalls kaum Kalorien und beeinflusst nicht den Blutzucker- oder Insulinspiegel. Daher wird er bei Diabetes oder Übergewicht empfohlen. Allerdings süßt er nicht so stark wie Xylit oder normaler Haushaltszucker. © J. Pfeiffer/Imago
Gesundes Frühstück, Müslischüssel mit Obst
Agavensirup ist ein Süßungsmittel, das aus der Agavenpflanze gewonnen wird. Hier gilt wie bei Apfeldicksaft: Sie sollten das Produkt in Maßen genießen, weil es hauptsächlich aus Fruchtzucker besteht. Agavensirup hat aber weniger Kalorien als Zucker, was ihn zum besseren Diät-Begleiter macht. Auch für die Umwelt ist der Kauf von Agavendicksaft eher schädlich, auch wegen der langen Transportwege. Sie wollen nicht auf Agavensirup verzichten? Greifen Sie in dem Fall am besten zum Bio-Produkt.  © Imago
Griechischer Joghurt mit frischen Früchten steht neben einem Glas voller Honig
Honig gilt seit Menschengedenken als wertvolles Nahrungs- und Heilmittel. Er wird von Bienen aus gesammeltem Nektar von Blüten oder durch Ausscheidungsprodukte verschiedener Läusearten, dem sogenannten Honigtau, produziert. Honig besteht zu 80 Prozent aus reinem Zucker. Heutzutage wird er als Süßungsmittel genutzt und seit der Antike für seine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung bei diversen Erkrankungen gerühmt. © Imago
Stevia wird aus der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana (auch "Süßkraut" oder "Honigkraut" genannt) gewonnen und ist ebenfalls ein natürlicher und beliebter Süßstoff. Er besteht großteils aus den sogenannten Stevioglycosiden und hat weder Kalorien noch Zucker. Daher ist Stevia bei Diabetes, Insulinresistenz und sogar zur Kariesprophylaxe geeignet. Doch Vorsicht: Der Süßstoff ist bis zu 300 Mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker.
Stevia wird aus der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana (auch "Süßkraut" oder "Honigkraut" genannt) gewonnen und ist ebenfalls ein natürlicher und beliebter Süßstoff. Er besteht großteils aus den sogenannten Stevioglycosiden und hat weder Kalorien noch Zucker. Daher ist Stevia bei Diabetes, Insulinresistenz und sogar zur Kariesprophylaxe geeignet. Doch Vorsicht: Der Süßstoff ist bis zu 300 Mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker. © Marijan Murat/dpa

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Imago

Weitere interessante Gesundheitsthemen finden Sie auf:

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kinderbande überfällt Tankstelle in Wuppertal
Kinderbande überfällt Tankstelle in Wuppertal
Kinderbande überfällt Tankstelle in Wuppertal
Hugodrom schließt zum 30. April
Hugodrom schließt zum 30. April
Hugodrom schließt zum 30. April
Offener Brief an den OB: Eltern sind in großer Sorge
Offener Brief an den OB: Eltern sind in großer Sorge
Offener Brief an den OB: Eltern sind in großer Sorge
Warnstreik am Montag hat auch massive Auswirkungen auf Remscheid
Warnstreik am Montag hat auch massive Auswirkungen auf Remscheid
Warnstreik am Montag hat auch massive Auswirkungen auf Remscheid

Kommentare