Alltagsfrage

Erkältung: Kann ich mich durch Küssen anstecken?

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In der kalten Jahreszeit gibt es nichts Schöneres, als mit dem Partner zu kuscheln. Blöd nur, wenn man dann erkältet ist.

Wer erkältet ist, möchte dennoch nicht unbedingt auf Knutschkontakt mit dem Partner oder dem eigenen Kind verzichten. Doch ist Küssen wirklich ansteckend?

Küssen ist etwas ganz Wunderbares – schließlich sind wir der anderen Person dadurch ganz nah, es verbrennt viele Kalorien und der gegenseitige Speichelaustausch beim Zungenkuss soll auch noch gesundheitsförderlich sein. Schließlich werden durch den fremden Speichel die körpereigenen Abwehrzellen mobilisiert und gewissermaßen für den Ernstfall etwaiger Eindringlinge "trainiert".

Doch wie ist es eigentlich, wenn man selbst erkältet ist? Muss man dann auf jegliches Küssen mit dem Partner oder gar dem eigenen Kind verzichten? Schließlich ist bekannt, dass durch den Mund-zu-Mund-Kontakt Keime oder Bakterien übertragen werden können. Doch ist das sogar am Ende gefährlich - besonders dann, wenn eine Erkältung bereits im vollen Gange ist?

Erkältung: Darf ich dann meinen Partner überhaupt küssen?

Grundsätzlich kommt das erst mal darauf an, wie man selbst einen Kuss definiert. Beziehungsweise, ob die Möglichkeit dabei überhaupt besteht, dass Flüssigkeiten miteinander ausgetauscht werden könnten. So ist zum Beispiel gegen ein Küsschen auf die Stirn oder der Wange nichts auszusetzen, meint Dr. Ernst Tabori, ärztlicher Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene in Freiburg gegenüber der Apotheken Umschau. "Bei flüchtigen Wangenküsschen ist der Keimtransfer wahrscheinlich geringer als bei manchem Handschlag", meint er.

Dagegen ist bei Küssen auf den Mund oder gar Zungenküssen mehr Vorsicht geboten. "Dabei besteht wahrscheinlich ein höheres Infektionsrisiko, wenn einer der beiden Küssenden an einer Infektion leidet, die sich auch über die Schleimhäute oder per Tröpfchenübertragung verbreitet", so Dr. Tabori weiter.

Laut dem Arzt sollen sich zumindest Noro-Viren und somit Magen-Darm-Erkrankungen durch das Knutschen übertragen können. Allerdings ist das nur der Fall, wenn einer der Kusspartner wirklich krank ist und Erreger im Speichel ausscheidet. Dann ist das Risiko groß, dass sich der andere ebenfalls anstecken kann.

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Es gibt sogar eine sogenannte "Kusskrankheit" – den meisten unter dem Begriff "Pfeiffersches Drüsenfieber" bekannt.

Was ist Pfeiffersches Drüsenfieber?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber, auch infektiöse Mononukleose genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch den Epstein-Barr-Virus ausgelöst wird. Teenager oder junge Erwachsene sind am häufigsten davon betroffen.

Meist stecken sich Erkrankte durch Tröpfchenbildung über den Speichel, zum Beispiel beim Küssen, an. Symptome reichen von Erkältungssymptomen über Fieber bis hin zu einer monatelangen Mattigkeit. Nach einigen Wochen klingen die Beschwerden oftmals wieder ab.

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Dennoch kann sich der Erreger im Körper einnisten und Jahre dort verbleiben. Daher ist davon auszugehen, dass etwa 95 Prozent der erwachsenen Mitteleuropäer bereits einmal in ihrem Leben mit dem Virus in Kontakt gekommen sind und dagegen Antikörper gebildet haben.

Erkältung: Händeschütteln ist ansteckender als Küssen

Doch wissenschaftliche Studien wollen ergeben haben, dass viele Erreger trotz Mund-zu-Mund-Übertragung gar keine wirkliche Chance hätten. Schließlich würden sie mit dem Speichel zuerst in den Magen wandern – und dort von der Magensäure neutralisiert werden. Dagegen sei Händeschütteln viel gefährlicher.

Der Grund dafür: Viren können auf der Haut stundenlang überleben. Wenn man sich dann ins Gesicht (zum Beispiel an den Augen oder an der Nase) fasst, nachdem man jemandem, der erkältet ist, die Hand gereicht hat, können die Viren ungehindert in den Körper gelangen. Tipp: Besser sofort nach dem Händeschütteln die Hände 60 Sekunden lang unter dem Wasserstrahl mit viel Seife waschen.

Lesen Sie auch: Mit diesen fünf Tipps beugen Sie einer Erkältung garantiert vor. Und mit diesen sieben pflanzlichen Medikamenten machen Sie ihr den Garaus.

Im großen Erkältungsratgeber erfahren Sie weitere nützliche Tipps und Tricks.

jp

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. 
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.  © dpa
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Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.  © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa
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