Bessere Heilungschancen

Dieser "Stift" soll Krebs in Sekundenschnelle erkennen können

Welches Gewebe ist von Krebszellen befallen und welches nicht? Eine neue Technik soll Ärzten bei der OP nun die Arbeit erleichtern.

Für Krebspatienten ist eine Operation oft die beste Möglichkeit, um die befallenen Regionen zu entfernen. Allerdings stellt es die Ärzte vor die schwierige Aufgabe das erkrankte Gewebe von dem Gesunden unterschieden zu müssen.

Um sicherzugehen, dass alle Krebszellen ausgemerzt sind, wird deshalb während der OP oft mehr entfernt als vielleicht nötig ist. Je nach Lage des Krebses können dabei Nerven beschädigt werden und somit Spätfolgen für den Patienten mit sich ziehen.

Krebserkennung: Aktuelle Methode birgt Probleme

Bisher verwenden die Mediziner den sogenannten Schnellschnitt, um zwischen gesundem und befallenem Gewebe zu unterscheiden. Das heißt: Ein Gefrierschnitt des entfernten Gewebes landet beim Pathologen. Sein Urteil entscheidet darüber, ob der Chirurg die Operation fortführt oder beendet.

Allerdings kann dieser Prozess bis zu 30 Minuten beanspruchen. Das verlängert die Operation unnötig, denn jede Minute, die der Patient auf dem OP-Tisch verbringt, kann das Risiko von Komplikationen steigern. Außerdem sei die Methode nicht besonders zuverlässig. Bei bestimmten Krebsarten wären die Ergebnisse in bis zu 20 Prozent der Fälle unpräzise.

"Krebsstift" ist sanft und arbeitet schnell

Livia Schiavinato Eberlin und ihre Kollegen von der University of Texas in Austin haben sich deshalb mit der Entwicklung einer neuen Technologie beschäftigt, die die Aufgabe erleichtern soll. Dabei handelt es sich um eine stiftförmige Sonde, die in Sekundenschnelle und punktgenau Krebsgewebe erkennen kann, wie das Online-Wissensmagazin scinexx berichtet.

Der "Stift" geht sehr sanft vor und besteht aus gesundheitlich unbedenklichen Stoffen (Polydimethylsiloxan).

So funktioniert die Methode

Das Prinzip ist ganz einfach: Die Sonde entlässt einen Tropfen Wasser in das zu untersuchende Gewebe und saugt ihn anschließend wieder ein. In der Zwischenzeit hat die Flüssigkeit Moleküle aus der Umgebung aufgenommen, die über einen Schlauch zu einem Massenspektrometer führt. Dieser entscheidet anhand des molekularen Profils, ob es sich um eine Krebszelle handelt oder nicht. Die dafür verwendete Software braucht nur wenige Sekunden, um Ergebnisse zu liefern.

Die Forschergruppe hat die Technik so weit entwickelt, dass das Gerät mittlerweile eine Trefferquote von 96 Prozent erreicht. Selbst Randgebiete, an denen Krebszellen nahe an gesundem Gewebe liegt, können relativ gut abgegrenzt werden.

Nun hoffen die Wissenschaftler, dass ihre Technik schon nächstes Jahr bei onkologischen Behandlungen verwendet werden kann. Bis es soweit ist, soll das Analyseverfahren noch weiter verfeinert werden.

Lesen Sie hier, welche Erfahrungen Krebspatienten mit Methadon gemacht haben - das Schmerzmittel vollbrachte bei manchen Betroffenen wahre Wunder.

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Von Franziska Kaindl

Zahl der Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland gestiegen

In Deutschland leben heute rund vier Millionen Menschen, die in ihrem Leben schon an Krebs erkrankt sind. Foto: Bernd Wüstneck
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In mehr als 200.000 Fällen war Krebs 2013 Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Foto: Jan-Peter Kasper
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