Keime und Bakterien unter den Nägeln

Daumenlutschen schützt Kinder vor Allergien

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Kinder lutschen gerne an ihren Fingern, selbst Prinzessin. Auf dem Foto ist Leonore von Schweden, die Tochter von Madeleine und Christopher O’Neill zu sehen.

Daumenlutschen oder Nägelkauen ist ein leidiges Thema bei vielen Eltern. Doch diese schlechten Angewohnheiten haben einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Kleinen, sagen jetzt Forscher.  

Wer kennt sie nicht „Die Geschichte vom Daumenlutscher“ aus dem Kinderbuchklassiker „Der Stuwwelpeter“. In der Geschichte schneidet der Schneider dem Daumen-Lutscher-Bub Konrad mit der Scher die Daumen ab. Dieser Lösungsvorschlag Kindern das Daumenlutschen abzugewöhnen, ist sehr grausam. Doch ist Daumenlutschen wirklich so schlimm?

Kinder, die Daumenlutschen oder Nägelkauen entwickeln weniger häufig Allergien, wie Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben. Diese schlechten Angewohnheiten schützen vor Allergien. Die Kleinen entwickeln demnach im Laufe des Lebens weniger Allergien auf Hausstaub, Gräser, Hunde, Katzen, Pferde oder Schimmelpilze.

Die Studienergebnisse haben Wissenschaftler der New Zealand's Dunedin School of Medicine und der McMaster University (Kanada) im Fachjournal Pediatrics veröffentlicht, wie medicalexpress.com berichtet.

Es ist mittlerweile bekannt, dass der Kontakt mit Schmutz oder Keimen in früher Kindheit das Risiko Allergien zu entwickeln reduziert. Durch den Dreck verändert sich das Immunsystem. Die Forschung stützt sich auf diese Theorie. Denn, unter den Fingernägeln tummeln sich zahlreiche Mikroben. Daumenlutschen und Nägelbeißen zahlt sich nach Ansicht der Wissenschaftler bis ins Erwachsenenalter aus. 

Im Rahmen der Langzeitstudie haben die Forscher dafür 1000 Kinder in Neuseeland erstmals im Alter von fünf, sieben, neun und elf Jahren untersucht. Im Alter von 13 Jahren und 32 Jahren mussten sich die Teilnehmer einem Allergietest auf der Haut (Pricktest) unterziehen. 31 Prozent davon waren Daumenlutscher oder Nagelbeißer.

Im Alter von 13 Jahren litten nur 38 Prozent der Daumenlutscher unter Allergien, im Vergleich zu den Kindern, die nicht am Daumen lutschten. Bei Kinder mit beiden „schlechten Gewohnheiten“ sank das Risiko sogar auf 31 Prozent. Diese Schutzwirkung blieb bis ins Alter von 32 Jahren erhalten. 

Allerdings konnte die Studie keinen Zusammenhang zwischen Asthma und Heuschnupfen feststellen. 

Darüberhinaus weisen die Forscher darauf hin, dass sie Kinder keinesfalls zum Daumenlutschen oder Nägelkauen ermuntern wollen.

Keime und Bakterien sind gut für das Immunsystem

Schwedische Forscher haben nun herausgefunden, dass Kinder in Haushalten ohne Spülmaschinen seltener an Allergien leiden.

Rohmilch direkt vom Bauernhof schützt Kinder vor Asthma, Münchner Forscher herausgefunden haben . Allerdings spielen dabei Inhaltsstoffe in unverarbeiteter Milch eine Rolle, die bei einer H-Milch nicht mehr zu finden sind. 

ml

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