Medizinische Erkenntnisse

Darum sind Menschen, die viel gähnen, intelligenter

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Gähnen steckt an - und hält die Synapsen auf Trab! Auch bei Kanzlerin Angela Merkel.

Müde? Zu wenig Sauerstoff? Nichts davon! Eine neue Studie belegt: Gähnen schützt das Gehirn vor Überhitzung.

Egal, wie sehr wir uns auch bemühen – sobald jemand in unserer Nähe gähnt, sind wir hilflos ausgeliefert: Wir müssen es ebenfalls tun, ob wir nun wollen oder nicht, selbst wenn es der Schimpanse in der TV-Tier-Dokumentation ist, der sich von seinem Schwager gerade lausen lässt und dabei herzhaft das Maul aufreißt.

Gähnen ist ansteckend, so viel ist klar. Was den Wissenschaftlern aber seit Jahren Kopfzerbrechen bereitet, ist die Frage, warum wir es überhaupt tun. Lange Zeit hielt sich das Gerücht, man gähne immer dann, wenn der Körper unter Sauerstoffmangel leide. Doch Studien haben gezeigt, dass dem Atmen und dem Gähnen zwei völlig verschiedene Mechanismen zugrunde liegen und somit nicht miteinander in Verbindung stehen.

Gähnen sorgt für Wärmeaustausch

Dr. Andrew Gallup, ein Evolutionsbiologe von der Staatlichen Universität von Oneonta, hat nun eine andere, sehr interessante These aufgestellt, um die Funktionalität des Gähnens zu erklären: Seiner Meinung nach sei das Gähnen ein Mechanismus des Körpers, um das Gehirn zu kühlen.

Und so soll das Ganze funktionieren: Durch das weite Öffnen des Kiefers beim Gähnen wird nicht nur warmes Blut aus dem Gehirn gepumpt, sondern gleichzeitig strömt auch kühle Luft in die Atemwege und kühlt die Blutgefäße im Kopf. Diese beiden Vorgänge fungierten wie der Kühler beim Automotor: Sie führten die Wärme ab und schützten so vor Überhitzung.

Laut Studien könnten Sie, wie tz.de berichtet, sogar ein Psychopath sein, wenn bei Ihnen der Gähn-Effekt ausbleibt.

Abends braucht das Gehirn am meisten Kühlung

Gallups Theorie würde auch erklären, weshalb man weniger gähnt, wenn man sich im Winter draußen aufhält, man sich einen kalten Waschlappen an die Stirn hält oder in kaltes Wasser springt. Wissenschaftlich erwiesen ist auch, dass am Abend, zur besten Gähn-Prime-Time sozusagen, unser Gehirn heiß gelaufen ist, was uns müde und schläfrig werden – und gähnen – lässt.

Chancen für die Therapie von Erkrankungen

Gallups Theorie könnten nun auch neue Erkenntnisse und etwaige bessere Behandlungsmethoden über Erkrankungen hervorbringen, die im Zusammenhang mit thermoregulatorischen Dysfunktionen stehen, wie etwa Epilepsie oder Multiple Sklerose.

Also: Lassen Sie sich jederzeit gerne zum Gähnen anstecken: Damit kühlen Sie Ihr Gehirn und stellen damit sicher, dass alle kognitiven Prozesse einwandfrei laufen und Sie selbst in verzwickten Situationen einen kühlen Kopf bewahren.

Von Franziska Grosswald

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Schlaganfall Symptome
Diagnose Schlaganfall – je eher er entdeckt wird, umso besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen für den Patienten. Es gibt vier typische Symptome, mit denen Ärzte, aber auch Angehörige prüfen können, ob jemand kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten hat. © picture-alliance / dpa
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief.
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief. © dpa
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall.
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall. © dpa
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken.
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken. © picture alliance / dpa
Schlaganfall
Zunge: „Zeigen Sie mal Ihre Zunge.“ Das Herausstrecken funktioniert nicht mehr richtig, die Zunge ist gekrümmt und wandert von einer Seite zur anderen. © dpa
Schlaganfall
Risiko-Faktoren und mögliche Auslöser für einen Schlaganfall: Bluthochdruck, Herzkrankheiten besonders Vorhofflimmern, Bewegungsmangel, Diabetes, Rauchen, Übergewicht. © dpa
Schlaganfall
Faktoren, die sich naturgemäß nicht beeinflussen lassen, sind das Alter, Geschlecht (Männer sind gefährdeter) und schlicht die Veranlagung. © dpa
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