Atemtest für Tumore

Bitte pusten: Kommt jetzt der Schnelltest für Lungenkrebs?

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Rauchen zählt immer noch zu den gefährlichsten Risikofaktoren für Lungenkrebs.

Lungenkrebs wird oft viel zu spät erkannt - meist ist er dann schon nicht mehr heilbar. Doch ein neuer Atemschnelltest könnte früher Tumore aufdecken.

Lungenkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen deutschlandweit - oft wird er leider erst viel zu spät entdeckt. Lungen- und Bronchialkrebs ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland die vierthäufigste Todesursache. 2015 starben daran 45.224 Menschen.

Einmal pusten, bitte: Frühwarntest für Lungenkrebs entwickelt

Doch das könnte sich bald ändern: Wissenschaftler aus Hessen wollen jetzt laut der Nachrichtenagentur dpa einen Frühwarntest für Lungenkrebs entwickelt haben, der so ähnlich funktioniert wie ein Alkoholtest. Das heißt: Sie blasen in ein Röhrchen und ihr Atem zeigt an, ob Sie Lungenkrebs haben oder nicht.

Zwar ist das Verfahren noch nicht auf dem Markt, aber erste Tests der Forscher des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim an 138 Probanden, die bereits zuvor die Diagnose Lungenkrebs erhalten hatten, verliefen erfolgreich. Bei 98 Prozent schlug der Test positiv an. Zudem soll bereits fleißig an Bluttests zur Früherkennung gearbeitet werden.

"Die Atemluftanalyse könnte die Erkennung von Lungenkrebs in frühen Stadien einfacher und zuverlässiger machen", sagt Arbeitsgruppenleiter Guillermo Barreto, "Sie wird die herkömmlichen Verfahren aber nicht völlig ersetzen können."

Das Rauchen aufzuhören raten Ärzte schließlich schon seit langem - erfahren Sie hier, was wirklich mit Ihrem Körper in wenigen Tagen passiert, wenn Sie es aufgeben.

Lungenkrebs-Schnelltest: So zeigt der Atem Tumore an 

Doch wie funktioniert der Schnelltest? Kann der eigene Atem wirklich eine verlässliche Auskunft über eine bereits ausgebrochene Krebserkrankung geben?

Die Forscher bejahen das – ihr Test nutze angeblich die Tatsache, dass bestimmte Erbgut-Moleküle im Lungengewebe durch das Krebswachstum verändert werden. Beim Ausatmen werden Spuren dieser sogenannten RNA in die Atemluft abgegeben. RNA-Moleküle sind eine Art Arbeitskopien des Erbmaterials DNA.

Mit einer speziellen Methode ist es den Wissenschaftlern gelungen, diese aus der Luft zu isolieren. Nun soll die Methode an mehr als 2.000 Patienten in fünf verschiedenen Lungenzentren weiter entwickelt werden, so die Forscher. Mit dem Ergebnis, dass noch andere Marker analysiert und so schließlich diverse Lungenkrebstypen voneinander unterschieden werden können.

Lungenkrebs-Test könnte Leben retten

Der Frühwarntest käme zumindest wie gerufen – denn noch immer spüren Betroffene im Frühstadium Lungenkrebs nicht. Wenn es dann zu spät ist, ist der Krebs meist nicht mehr heilbar. "Wäre dies in einem früheren Stadium möglich, könnten bis zu 70 Prozent der Patienten fünf Jahre und mehr überleben", heißt es bei der Deutschen Krebsgesellschaft.

Lungenkrebs ist ein Faktor, warum viele Deutsche das Rauchen immer mehr satt haben. Lesen Sie hier mehr.

Auch beim Atemtest stellt sich schließlich die Frage, ob er tatsächlich früh genug anschlägt – oder nur, wie bei den ersten Tests, eine fortgeschrittene Erkrankung erkennt.

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jp

Zahl der Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland gestiegen

In Deutschland leben heute rund vier Millionen Menschen, die in ihrem Leben schon an Krebs erkrankt sind. Foto: Bernd Wüstneck
In Deutschland leben heute rund vier Millionen Menschen, die in ihrem Leben schon an Krebs erkrankt sind. Foto: Bernd Wüstneck © Bernd Wüstneck
"Dank unserer guten Gesundheitsversorgung leben Menschen nach einer Krebsdiagnose heute deutlich länger als vor zehn Jahren", erklärte Gesundheitsminister Gröhe zur Veröffentlichung des Krebs-Berichts. Foto: Wolfgang Kumm
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Verbessert hat sich die Situation bei Lungenkrebs - wahrscheinlich, weil weniger geraucht wird. Foto: Daniel Bockwoldt
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Neben Tabak sind Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel sowie UV-Strahlung Risikofaktoren. Foto: Uwe Anspach/Archiv
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In mehr als 200.000 Fällen war Krebs 2013 Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Foto: Jan-Peter Kasper
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