Zucker und Pestizide

„Öko-Test“-Ärger über Apfelmus und Apfelmark: Pestizide gefunden

Apfelmus weckt Kindheitserinnerung und ist eine tolle Ergänzung für viele Rezepte. „Öko-Test“ hat geprüft, welches Sie bedenkenlos kaufen können.

Zum Kartoffelpuffer, im Kuchen oder als fruchtige Note im Joghurt: Apfelmus weckt süße Kindererinnerungen und schmeckt auch Erwachsenen gut. Aber bitte nicht mit haufenweise extra Zucker. War früher noch eine Zuckerkonzentration von 16,5 Prozent gesetzlich verpflichtend, damit ein Hersteller sein Produkt Apfelmus nennen durfte, ist diese Vorgabe nun passé. Auch Mus mit weniger Zucker darf jetzt diese Bezeichnung tragen und nicht mehr nur Apfelmark heißen. Das ist eine der guten Neuigkeiten aus dem neuen „Öko-Test“ über Apfelmus und Apfelmark (Ausgabe 9/2022).

Apfelmus gehört einfach zu Kartoffelpuffern, aber nicht jeder ist empfehlenswert

„Öko-Test“ warnt vor Zuckerzusätzen und Pestiziden im Apfelmus

Die Tester untersuchten insgesamt 26 Apfelbreie von Discountern und bekannten Herstellern, davon 15 Mal Mus und elfmal Mark. Ergebnis: Für alle elf Apfelmark-Produkte zückten die Öko-Tester die Bestnote, darunter auch viele günstige Produkte. Beim Apfelmus gab es immerhin noch dreimal ein „sehr gut“, darunter das Gut & Günstig Apfelmus ohne Zuckerzusatz von Edeka.

Nicht mehr alle Apfelmuse enthalten einen Zuckerzusatz, immerhin fünf von 15 Produkten kommen ohne aus. Die anderen setzen noch Zucker zu, teilweise sogar bis zu 18 Prozent. Für die Tester ein Grund zum Punktabzug. Auch Pestizidbelastungen bleiben ein Problem. In zwei Fällen hat das beauftragte Labor den Wachstumsregulator Mepiquat nachgewiesen, ein Spritzgift, das im europäischen Obstbau verboten ist. Auch in zuletzt getesteten Apfelsäften wurde der Stoff gefunden. Die zwei betroffenen Produkte, Globus Apfelmus Golden Delicious sowie das Jeden Tag Apfelmus, fallen bei Öko-Test deshalb durch. Überdies enthalten sie auch noch das Insektizid Acetamiprid. Auch Spuren des Pestizids Pirimicarb und des Pilzmittels Tebuconazol wurden vom Labor in einzelnen Proben nachgewiesen, allerdings noch in tolerierbarer Konzentration.

Alle Testergebnisse unter www.oekotest.de (Bezahlschranke).

Zugesetzter Zucker - Hersteller nicht mehr unter gesetzlichem Zugzwang

Apfelmark enthält ausschließlich den natürlichen Zucker der verarbeiteten Äpfel, im Schnitt knapp elf Prozent, während Apfelmus gesüßt sein muss. Die Vorgabe, wonach der Zuckeranteil in Obsterzeugnissen mindestens 16,5 Prozent erreichen müsse, ist mittlerweile allerdings gefallen. Wenn Hersteller Apfelmus mit weniger Zuckerzusatz anbieten, finden Sie diesen Hinweis häufig gut sichtbar auf dem Etikett. Apfelmus, das ganz ohne Zucker auskommt, müssen Hersteller „hinreichend und rechtskonform kenntlich machen“ – eine ärgerliche Hürde, wie die Öko-Tester bemerken.

Eine tolle Nachricht: Schimmelpilzgifte wurden in keiner Probe nachgewiesen, die verwendeten Äpfel wurden also sorgfältig sortiert und kein „fauler Apfel“ ist durchgerutscht.

Igitt, Schimmel! Diese Lebensmittel können Sie trotzdem noch essen

Schimmlige Lebensmittel auf einem Kompost
Täglich werden mehrere Tonnen Lebensmittel in Deutschland weggeschmissen, einige davon aufgrund von Schimmel. Aber das muss gar nicht immer sein. © Astrid Gast/Imago
Warnschild mit Ausrufezeichen: Achtung signalisiert Vorsicht vor Schimmelpilzen auf Mehrkornbrot.
Schimmel macht sich gerade bei warmen Temperaturen und bei falscher Lagerung von Lebensmitteln schnell breit. Er ist jedoch nicht immer direkt ein Grund zum Wegwerfen! © Ralph Peters/Imago
Brot im Regal einer Bäckerei
Brot gehört zu den Lebensmitteln, die sofort in den Müll gehören, wenn sich eine kleine Schimmelstelle zeigt. Die Sporen dringen spielend leicht durch das Gewebe. ©  F. Anthea Schaap/Imago
Selbst gemacht Erdbeermarmelade in einem Weckglas. Daneben liegen drei aufgeschnittene frische Erdbeeren auf dem Tisch
Konfitüre oder Marmelade, auf der sich eine Schimmelschicht zeigt, muss nicht unbedingt weg. Voraussetzung: Sie enthalten mehr als 50 Prozent Zucker oder Zuckeraustauschstoffe. Dann reicht es, den Schimmel großzügig zu entfernen. © Eva Gruendemann / imago
Frischkäse auf einem Brot
Frischkäse enthält sehr viel Feuchtigkeit und so haben Schimmelpilze einen perfekten Nährboden. Schimmel? Weg damit!  © imago.studio/Imago
Milch- und Käseprodukte
Hartkäse ist hingegen eine ganz andere Sache. Auf Parmesan kann sich der Schimmel nicht ausbreiten. Schneiden Sie das betroffene Stück einfach weg und genießen Sie den Rest. Schimmelkäse wie Gorgonzola ist mit einem essbaren Edelschimmel überzogen. © Philipp Brandstädter/dpa/Symbolbild
Nüsse
Schimmelnde Nüsse sind wegen eines enthaltenen Giftstoffes besonders bedenklich. Sortieren Sie sie also direkt aus.  © Markus Scholz/dpa
Verschiedene Gewürze
Derselbe Stoff findet sich übrigens auch auf schimmligem Pfeffer. Er gehört auch in den Müll. © Bassi/Imago
Luftgetrocknete Fleischwaren wie Salami und Serrano-Schinken
Luftgetrocknete Fleischwaren wie Salami und Serrano-Schinken können Sie genauso behandeln, wie Parmesan: Schimmelige Stellen großzügig wegschneiden und den Rest genießen.  © Ingrid Balabanova/Imago
Salami hängen in einem Reiferaum (Symbolfoto)
Edelschimmel-Salami können Sie natürlich komplett essen. Hier ist der Schimmel gewollt. © Patrick Pleul/dpa
Tomaten
Weich-fleischiges, saftiges Obst und Gemüse wie Pfirsiche oder Tomaten werden rasend schnell von Schimmel befallen und durchdrungen. Wenn Sie also eine Stelle entdecken, müssen Sie leider Abschied von der Köstlichkeit nehmen. © Mark1987 / Imago Images

Apfelmus einfach selber machen

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass im Apfelmus keine unerwünschten Stoffe enthalten sind, machen Sie es doch einfach selbst aus Bio-Äpfeln. Das geht schneller und einfacher als Sie denken:

Für selbstgemachtes Apfelmus brauchen Sie:

  • 1 kg Bio-Äpfel, süß oder säuerlich je nach Geschmack
  • 100 ml Wasser
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 Zimtstange
  • Zucker nach Belieben

Und so machen Sie Apfelmus selbst:

  • Schälen Sie die Äpfel, entfernen Sie das Kerngehäuse und schneiden Sie sie dann in kleine Stücke. Je kleiner, desto schneller kochen sie weich.
  • Geben Sie die Apfelstücken in einen ausreichend großen Topf und schütten Sie das Wasser dazu. Geben Sie auch den Zitronensaft und die Zimtstange dazu und süßen Sie nach Belieben.
  • Dünsten Sie die Apfelstückchen bei mittlerer Hitze weich. Je nach Größe dauert dies etwa 15 Minuten.
  • Entfernen Sie die Zimtstange und pürieren oder stampfen Sie das Apfelmus bis zur gewünschten Konsitenz.

Dieses selbstgemachte Apfelmus können Sie mit gutem Gewissen genießen oder Ihren Kindern anbieten, am besten zu Kartoffelpuffern, Eierpfannkuchen, köstlichem Kaiserschmarrn oder auch als Zutat beim Backen.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

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