Arbeitsrecht

Weihnachtsgeld bei Kündigung? In welchen Fällen Sie einen Anspruch haben

Manche Arbeitnehmer, die ihren Job gekündigt haben, fragen sich, ob sie nun trotzdem einen Teil ihres Weihnachtsgeldes ausgezahlt bekommen.

Viele Beschäftigte rechnen auch in diesem Jahr mit Weihnachtsgeld. Meistens wird es Ende November beziehungsweise Anfang Dezember mit dem Novembergehalt überwiesen. Doch wie sieht es aus, wenn Sie Ihren Job innerhalb des Jahres gekündigt haben – bekommt man in solchen Fällen nun dennoch Weihnachtsgeld, zumindest anteilig?

Weihnachtsgeld trotz Kündigung? In welchen Fällen Sie einen Anspruch haben

Das Weihnachtsgeld wird meistens mit dem Novembergehalt ausgezahlt.

Experten empfehlen einen Blick in den Arbeitsvertrag. Womöglich ergibt sich ein Anspruch zumindest auf einen Teil der Sonderzahlung trotz der Kündigung, sofern man bisher immer Weihnachtsgeld bekommen hat. In vielen Arbeitsverträgen findet man auch sogenannte Stichtagsklauseln. Demnach kommt es zum Beispiel darauf an, ob die Kündigung vor oder nach dem genannten Stichtag erklärt wurde. Wurde sie nach dem Stichtag erklärt, kann sich daraus der Anspruch ergeben, dass das Weihnachtsgeld bestehen bleibt. Es hängt Juristen zufolge allerdings vom jeweiligen Fall ab:

  • Entgeltcharakter: Belohnt der Arbeitgeber nur die bisherige Arbeitsleistung für das abgelaufene Jahr, steht auch dem aus dem Unternehmen vorzeitig ausscheidenden Arbeitnehmer anteilig Weihnachtsgeld zu. Verlässt er den Betrieb also beispielsweise zum 30. Juni, muss ihm der Arbeitgeber zumindest das halbe Weihnachtsgeld auszahlen.
  • Belohnungscharakter: Honoriert der Arbeitgeber die Betriebstreue, kommt der Stichtag ins Spiel. Denn in manchen Verträgen gibt es die Regelung, dass der Arbeitnehmer nur dann Weihnachtsgeld erhält, wenn er bis zu einem bestimmten Stichtag noch im Betrieb tätig war. Allerdings sollte genau geregelt sein, dass die Zahlung hier nur an den Bestand des Arbeitsverhältnisses geknüpft ist – und nicht als Vergütung einer Arbeitsleistung dient.
  • Mischcharakter: Hat die Weihnachts­geldzahlung einen sogenannten Mischcharakter, „dann wird mit dem Weihnachts­geld neben dem reinen Entgelt für die vergangenen Monate auch die Betriebstreue belohnt“, schildert das Portal finanztip.de zudem. „Das hat zur Folge, dass der vor Weihnachten ausscheidende Mitarbeiter einen Anspruch auf anteilige Zahlung von Weihnachts­geld hat – insbesondere wenn im Arbeits­vertrag ausdrücklich vereinbart ist, dass dem Arbeitnehmer ein anteiliges Weihnachts­geld zusteht.“

Steuer-Tricks: So sparen Sie bares Geld bei der Steuererklärung

Jedes Jahr legen Sie mit der Steuererklärung dem Finanzamt Ihre Einnahmen und Belastungen offen. Damit Sie nicht unnötig Geld verschenken, haben wir ein paar Tipps für Sie.
Jedes Jahr legen Sie mit der Steuererklärung dem Finanzamt Ihre Einnahmen und Belastungen offen. Damit Sie nicht unnötig Geld verschenken, haben wir ein paar Tipps für Sie. © MiS/Imago
Nutzen Sie Pauschbeträge wie die Pendlerpauschale. Letztere können Sie immer angeben, egal ob Sie zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit kommen. Dafür gibt‘s 35 Cent pro Kilometer (ab 2022: 38 Cent).
Nutzen Sie Pauschbeträge wie die Pendlerpauschale. Letztere können Sie immer angeben, egal ob Sie zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit kommen. Dafür gibt‘s 35 Cent pro Kilometer (ab 2022: 38 Cent). © Imago/Sabine Gudath
Auch mit der Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (max. 600 Euro im Jahr) lassen sich Steuern sparen. Vorausgesetzt, Sie kommen über die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro im Jahr.
Auch mit der Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (max. 600 Euro im Jahr) lassen sich Steuern sparen. Vorausgesetzt, Sie kommen über die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro im Jahr. © Imago/Tanya Yatsenko
Auch wer berufsbedingt in eine andere Stadt zieht, kann seine Umzugskosten steuerlich geltend machen.
Auch wer berufsbedingt in eine andere Stadt zieht, kann seine Umzugskosten steuerlich geltend machen. © Vasily Pindyurin/Imago
Spenden, wie etwa bei Straßensammlungen, werden beim Finanzamt als Sonderausgaben anerkannt.
Spenden, wie etwa bei Straßensammlungen, werden beim Finanzamt als Sonderausgaben anerkannt.  © MiS/Imago
Wussten Sie schon? Zu den Sonderausgaben zählen übrigens auch bestimmte Versicherungen, wie die Haftpflicht oder Riester-Rente.
Wussten Sie schon? Zu den Sonderausgaben zählen übrigens auch bestimmte Versicherungen, wie die Haftpflicht oder Riester-Rente. © Panthermedia/Imago
Auch die Pflege von Angehörigen lässt sich steuerlich geltend machen.
Auch die Pflege von Angehörigen lässt sich steuerlich geltend machen. So steht pflegenden Arbeitnehmern für das Jahr 2021 ein Pauschbetrag von 600 bis 1.800 Euro zu (je nach Pflegegrad). © Ute Grabowsky/Imago
Feuerwehr. Mit einem Ehrenamt lassen sich Steuern sparen.
Sie üben ein Ehrenamt aus? Dann bleiben jährlich 840 Euro steuer- und sozialabgabenfrei (Stand: 2022). © Martin Wagner/Imago
Fliesenleger bei der Arbeit. Geben Sie Handwerkerkosten unbedingt in der Steuererklärung an – damit sparen Sie bares Geld.
Geben Sie Handwerkerkosten unbedingt in der Steuererklärung an – damit sparen Sie bares Geld. © IMAGO/Achim Duwentäster
Optiker mit Brille. Krankheitskosten wie Brillen, Medikamente und Behandlungskosten werden vom Finanzamt berücksichtigt, sofern sie die Zumutbarkeitsgrenze überschreiten.
Krankheitskosten wie Brillen, Medikamente und Behandlungskosten werden vom Finanzamt berücksichtigt, sofern sie die Zumutbarkeitsgrenze überschreiten. © Westend61/Imago

Weihnachtsgeld: Rückzahlung nach Kündigung?

Kann es passieren, dass man das Weihnachtsgeld dem Arbeitgeber im Nachhinein zurückzahlen muss, wenn man selbst gekündigt hat? In einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur heißt es dazu: Wer gekündigt habe, dürfe sein Weihnachtsgeld in der Regel behalten. Eine Rückzahlung komme nur infrage, wenn vorher eine wirksame Klausel vereinbart worden sei. „Eine solche Vereinbarung ist aber nur möglich, wenn mit dem Weihnachtsgeld ausschließlich die Betriebstreue, statt der geleisteten Arbeit belohnt wird“, schildert die Nachrichtenagentur weiter. „Und auch dann nur, wenn Arbeitnehmer nicht zu lange an das Arbeitsverhältnis gebunden werden – Bindungsfristen bis maximal 30. Juni des Folgejahres sind zulässig.“

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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