Rentenbesteuerung

Abzüge von der Rente: Wie viel Steuern Sie bei 1.200 Euro zahlen, bestimmt Ihr Eintrittsdatum

Wer eine Rente von 1.200 Euro im Monat bekommt, muss nur im Ausnahmefall Steuern zahlen. Hier kommt es auf den Jahrgang des Eintritts an.

Wann sind Sie in Rente gegangen und wie hoch fallen die Rentenbezüge aus? Von den Antworten auf diese beiden Fragen hängt ab, ob Rentner Steuern zahlen müssen. Deutlich wird das etwa bei einer beispielhaften monatlichen Rente von 1.200 Euro brutto. Übrigens: Wie viel Rente man durchschnittlich bekommt, liegt auch am Wohnort.

Rente: Wie hoch sind die Steuern?

Zuerst muss man für eine Berechnung der Steuer wissen, wie hoch der Rentenfreibetrag ist, der für den Rentner gilt. Dieser kommt mit zum steuerlichen Grundfreibetrag, den alle Steuerzahler erhalten. Wichtig hier: Der Rentenfreibetrag ist ein prozentualer Anteil, keine absolute Summe. Die Prozente, die nach Abzug übrig bleiben, sind der Teil der Rente, für die Steuern gezahlt werden müssen.

Rentenmärchen: „Die Rente kommt doch automatisch“ – neun Mythen, die über das Gehalt im Ruhestand kursieren

Zu sehen sind mehrere Senioren, die auf einer Bank sitzen.
Wenn die Rente bevor steht, dann kommen viele Fragen auf. Wie lange muss man gearbeitet haben? Wie wird die Rente versteuert? Das sind nur wenige Fragen, die Sie sich vielleicht stellen. Hier bekommen Sie die Antworten.  © Imago
antragsformular,rentenantrag,antrag,antragsformulare,anträge,formular,formulare,rente *** application form,state Pension
Mythos 1: Die Rente kommt automatisch. Das ist nicht der Fall. Man muss die Rente bei der gesetzlichen Rentenversicherung frühzeitig schriftlich beantragen.  © Birgit Reitz-Hofmann/Imago
Ein Senior verdient sich neben seiner Rente etwas dazu.
Mythos 2: Neben der Rente darf man unbegrenzt dazuverdienen. Das stimmt nicht, eine Grenze gibt es. Wer früher in Rente geht oder erwerbsunfähig ist, kann bis zu 6300 Euro im Jahr dazuverdienen. Verdient man mehr, kann das auf die Rente angerechnet werden.  © Imago
Zu sehen ist eine Tastatur mit einer Tastatur und einem grünen Post-It. Darauf steht „Mein letzter Arbeitstag“.
Mythos 3: Die Höhe der Rente setzt sich aus den letzten Arbeitsjahren zusammen. Das stimmt so nicht. Die Rentenhöhe berechnet sich aus dem gesamten Versicherungsleben.  © O. Diez/Imago
Zu sehen ist ein älterer Mann auf einer Sportmatte. Er sitzt und neben ihm liegen Kurzhanteln.
Mythos 5: Ein Reha-Aufenthalt mindert die Rente. Dieser Mythos stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. In der Rehabilitation werden die Pflichtbeiträge zu 80 Prozent des vergangenen Bruttolohns von der Rentenversicherung gezahlt. Das erhöht den späteren Rentenanspruch.  © Hodei Unzueta/Imago
Zu sehen ist ein Antrag auf Hinterbliebenenrente, darauf liegt Geld.
Mythos 6: Nur Frauen haben Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Das stimmt nicht. Zwar ist die Witwenrente bekannter, aber auch Männer erhalten Witwerrente. Seit 1986 sind Männer und Frauen in der Rentenversicherung gleichberechtigt.  © Sabine Brose, Frank Sorge/Imago
aelteres Paar sitzt verliebt an einem Baum und liest zusammen ein Buch elderly couple in love sittin
Mythos 7: Nach 45 Jahren im Beruf kann man schon mit 63 Jahren in Rente gehen. Das stimmt nur zum Teil. Wer so lange im Berufsleben war, der kann grundsätzlich früher in Rente gehen. Allerdings verschiebt sich das Renteneintrittsalter je nach Geburtsjahr nach hinten.  © Imago
Zu sehen ist jemand, der am PC arbeitet.
Mythos 8: Einen Rentenanspruch hat erst jemand, der 15 Jahre gearbeitet hat. Das ist falsch. Die Mindestversicherungszeit für die Regelaltersrente beträgt fünf Jahre.  © Rüdiger Wölk/Imago
Zu sehen ist eine alte Frau, die ein Heft vor sich liegen hat. Sie schaut ihre Katze an.
Mythos 9: Die Rente muss nicht versteuert werden. Das ist falsch. Grundsätzlich muss eine Einkommens- bzw. Lohnsteuer auf die Rente gezahlt werden. Das Geld wird derzeit nicht voll versteuert. Der Prozentsatz ist abhängig vom Renteneintritt.  © Imago
Zu sehen ist eine Deutschlandkarte, darauf sind Balken zu sehen.
Mythos 10: Wenn man Ostrente bezieht und in den Westen umzieht, bekommt man Westrente. Das stimmt nicht. Die Altersrente wird einmal anhand der Entgeltpunkte errechnet, die am Beschäftigungsort erworben wurde. Der Wohnsitz spielt dabei keine Rolle. Auch für Rentenerhöhungen ist der Wohnortswechsel unerheblich.  © Imago

Der Rentenfreibetrag schrumpft

Mit jedem Jahr, das Rentner später in Rente gehen, schrumpft der Rentenfreibetrag. Nach jetzigem Stand würde das bedeuten, dass er auf null gesunken ist, wenn Sie 2040 in Rente gehen. Ab diesem Punkt müssten Neurentner dann ihre Rente komplett versteuern – gäbe es nicht noch den Grundfreibetrag:

JahrAlleinstehende (in Euro)Verheiratete (in Euro)
202210.34720.694
20219.74419.488
20209.40818.816
20199.16818.336
20189.00018.000
20178.82017.640
20168.65217.304
20158.47216.944
20148.35416.708

Einkommensteuer muss nur gezahlt werden, wenn Sie mit dem steuerpflichtigen Rentenanteil oberhalb des Grundfreibetrags liegen. Und auch nur auf den Betrag, der darüber liegt.

Rente: Einkommensteuer und Grenzsteuersatz

Die Einkommenssteuer ist fällig, wenn der steuerpflichtige Rentenanteil über dem Grundfreibetrag liegt. Der sogenannte Grenzsteuersatz (14 Prozent) greift ab dem ersten Euro – bei dem bleibt es aber nicht. Der Steuersatz wird höher, je höher die eigenen Rentenbezüge sind. Jeder Euro, der über der nächsten Einkommensgrenze liegt, wird wieder mit dem nächsthöheren Steuersatz belastet.

Unser Rente-Newsletter informiert Sie jeden Mittwoch über neue Entwicklungen rund um Ihre Rente. Melden Sie sich jetzt an!

1.200 Euro Rente – eine Beispielrechnung

Was bedeutet das alles jetzt aber für eine Rente von 1.200 Euro? Nehmen wir zum Beispiel Monika Mustermann. Sie ist 2020 in Rente gegangen, aus der Kirche ausgetreten und alleinstehend. Monika wohnt in Kaiserslautern und ist gesetzlich krankenversichert. Für sie gilt ein Rentenfreibetrag von 20 Prozent, 80 Prozent der Rente muss also versteuert werden.

Wichtige Information

Im Laufe des Ruhestands ist jede Rentensteigerung für Sie voll steuerpflichtig. Der Rentenfreibetrag greift dort nicht. Gut: Der Grundfreibetrag steigt ebenfalls, deswegen sind die Auswirkungen minimal.

Monika Mustermann erhält im Jahr 14.400 Euro Rente (1.200 Euro/Monat), davon sind 11.520 Euro im Jahr 2020 steuerpflichtig (80 Prozent von 14.400). Steuerfrei sind die restlichen 20 Prozent: 2.880 Euro. 2021 gab es im Westen keine Rentenerhöhung, aus diesem Grund bleibt es bei 2.880 Euro als Steuerfreibetrag, sonst wäre die höhere Rente die Basis für den Rentenfreibetrag genommen worden.

Abzug von Krankenversicherung und Pauschalen

Von Monikas Bruttojahresrente (vor Steuern) von 11.520 Euro werden jetzt noch die Beiträge der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung abgezogen. Das sind zusammen 10,95 Prozent, von den ursprünglichen 14.400 Euro gerechnet. Das Ergebnis, hier 1.577 Euro, wird von den 11.520 Euro abgezogen. Versteuert werden jetzt noch 9.943 Euro.

Von der Rente abgezogen werden z.B. die gesetzliche Krankenversicherung und die Sonderausgabenpauschale. (Symbolbild)

Von diesem Betrag werden jetzt noch die Werbungskostenpauschale (für Rentner 102 Euro) und die Sonderausgabenpauschale (36 Euro) abgezogen. Für Monika Mustermann sind am Ende also 9.805 Euro ihrer Rente steuerpflichtig. Wie viele Steuern im Jahr gezahlt werden müssen, entnehmen Sie auch der Einkommensteuer-Grundtabelle. Das wären für das Jahr 2020: 57 Euro.

Rubriklistenbild: © Ok Shu/Imago

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Einkünfte über Uber oder Airbnb? Die sollten in der Steuererklärung angegeben werden
Einkünfte über Uber oder Airbnb? Die sollten in der Steuererklärung angegeben werden
Einkünfte über Uber oder Airbnb? Die sollten in der Steuererklärung angegeben werden

Kommentare