Apple Pay inklusive

Mastercard für Kids: Ist das Konto ab sechs Jahren eine gute Idee?

Mit Geld umgehen will gelernt sein. Der Finanz-Dienstleister Revolut hat dafür spezielle Kinder-Konten im Angebot – inklusive Karte, die Erstklässler und Teenager nutzen können.

Den alte Tretroller auf dem Flohmarkt verkaufen, Nachhilfe in Mathe geben, Gassigehen mit dem Nachbars-Hund (oder dem Alligator): Schon Kinder und Jugendliche haben jede Menge Gelegenheiten, sich über das Taschengeld hinaus etwas zu verdienen. An Gelegenheiten, es auszugeben, mangelt es von der Tüte Gummibärchen bis zu den stylishen Sneakern ebenfalls nicht. Und natürlich kann man es sparen.

Doch wie sollen Kids ihre Geld-Geschäfte am besten organisieren, und wie behalten sie – und vielleicht auch ihre Eltern –  den Überblick? Hier setzt die Neobank Revolut mit einem speziellen Konto für Minderjährige an, das Eltern als Zusatzfunktion ihres eigenen Accounts gratis aufschalten können (je nach Konto-Variante für bis zu fünf Kinder). Der Nachwuchs von sechs bis 17 Jahren bekommt dann seinen individuellen Account auf einer speziellen App namens <18, was für „noch nicht volljährig“ steht. Ohne eigenes Smartphone geht also, wie bei Revolut üblich, nichts.

Shoppen ohne Bares: Die Karte für Kids ist bequem, birgt aber auch Risiken. (Symbolbild)

Mastercard für Kids: Ist das Konto ab sechs Jahren eine gute Idee?

Die Eltern können dann beispielsweise das Taschengeld dorthin überweisen, und auch jeder andere aus Verwandt- und Bekanntschaft kann das Konto per ganz normalem Bank-Transfer auffüllen. Der Betrag erscheint sofort in der App und steht zur Verfügung. Bares einzuzahlen funktioniert indes genauso wenig wie beim Revolut-Angebot für Erwachsene. Abheben dagegen schon – gebührenfrei an jedem Geldautomaten mit dem bekannten Mastercard-Zeichen.

Dafür braucht’s dann eben auch eine solche, die nach ein paar Tagen, knallgelb mit individuellen Details, und mit dem Namen des Kindes bedruckt, ganz konventionell im Briefkasten liegt. Die ganz große Shopping-Tour mit Papis Geld oder gar Kreditrahmen ist damit allerdings nicht drin: Es handelt sich um eine Debitkarte. Im Gegensatz zu einer Kreditkarte kann man mit der nur das Geld ausgeben, das sich bereits auf dem Konto befindet.

Mastercard für Kids: Klappt auch mit der Apple Watch

Das funktioniert allerdings sehr reibungslos, und fast schon verführerisch einfach. Ob im Supermarkt, im Fastfood-Restaurant oder am Kassenautomaten des öffentlichen Nahverkehrs: Karte kontaktlos an die Lesefläche halten (beziehungsweise in den Schlitz schieben), eventuell PIN eingeben, fertig.

Das System klappt auch im Ausland. Eltern können dem Nachwuchs, der sich zum Schüleraustausch in irgendeiner Ecke der Welt aufhält, bei Bedarf frisches Geld anweisen – das ihm dann in der jeweiligen Landeswährung am Geldautomaten oder in Geschäften zur Verfügung steht. Online-Shopping läuft ebenfalls reibungslos. Ab 16 Jahren lässt sich die Karte zudem mit Apple Pay verknüpfen, sodass ein flinkes Bezahlen per iPhone oder Watch möglich ist. Cooler können Teenies ihr Geld kaum ausgeben.

Mastercard für Kids: Totale Kontrolle für Eltern

Fragt sich nur: wofür? Besteht also die Gefahr, dass Kinder ihre Kohle sofort wieder verbrennen? Ganz auszuschließen ist das nicht, und ob ein Sechsjähriger schon die nötige Reife für diese lockere Art der „Gelderziehung“ (Revolut-Bezeichnung) hat, müssen die Eltern selbst entscheiden.

Ein Vorteil ist jedenfalls die absolute Kontrolle, die sowohl die Kinder als auch deren Eltern über Einnahmen und Ausgaben haben. Die App schlüsselt sehr übersichtlich aus, wann wie viel Geld wofür abgebucht wurde. Und sogar, wo – inklusive Maps-Anzeige des Geschäftes. Bei fast 17-Jährigen stellt sich die Frage, ob die wollen, dass ihre Eltern das so präzise nachvollziehen können.

Trotzdem bleibt die Erkenntnis, dass es wohl kaum einen schlankeren Weg gibt, den Umgang mit bargeldlosem Zahlungsverkehr zu erlernen. Für Eltern, die nur Bares für Wahres halten, ist dieses Angebot jedenfalls nicht gedacht.

Rubriklistenbild: © Zinkevych/Imago

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