So geizig sind die Deutschen

Krass: Mindestlohn im Europa-Vergleich bei uns am niedrigsten

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Der Mindestlohn liegt in Deutschland bei 8,84 Euro pro Stunde. In Nachbarländern verdienen Arbeitnehmer wesentlich mehr.

Der Mindestlohn ist gestiegen: Seit Anfang Januar beträgt er nun 8,84 statt 8,50 Euro pro Stunde. Doch im Europa-Vergleich sehen die Deutschen schlecht aus.

Seit Anfang des Jahres ist der deutsche Mindestlohn um 34 Cent gestiegen. Nun liegt er bei 8,84 Euro in der Stunde.

Davor waren es allerdings nur 8,50 Euro. Doch wer über den deutschen Länder-Tellerrand schaut, bemerkt schnell: In anderen westeuropäischen EU-Staaten ist der Mindestlohn bedeutend höher.

Mindestlohn in Deutschland im Europa-Vergleich sehr niedrig - Gewinner ist Luxemburg

So liegt er laut einem im April 2017 veröffentlichten Bericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung durchschnittlich bei mindestens 9,25 Euro pro Stunde.

In Luxemburg erhalten Arbeitnehmer am meisten: Hier dürfen sie mit etwa 11,27 Euro rechnen, während es in Frankreich 9,76 Euro sind.

Dagegen verdienen Arbeiter in den Niederlanden mindestens 9,52 Euro, in Belgien 9,28 Euro und in Irland sogar 9,25 Euro je Stunde.

Mindestlohn in Großbritannien wegen Brexit-Votum stark gefallen

Nur Großbritannien unterbietet Deutschland und landet damit auf dem hintersten Platz im Mindestlohn-Ranking: Hier erhalten Angestellte nur 8,79 Euro pro Stunde.

Das sei allerdings nur der Fall, weil der britische Pfund nach dem Brexit-Votum so stark abgewertet wurde.

Wenn der Umrechnungskurs aber stabil bleiben würde, wäre Großbritannien sogar Vorbild und Spitzenreiter in Sachen Mindestlohn. Er würde dann 9,92 Euro betragen, erklärt WSI-Tarifexperte Thorsten Schulten.

Mindestlohn: Südeuropa hinkt hinterher - Polen zieht an

Obwohl der Mindestlohn in 21 der 28 EU-Staaten seit dem 01. Januar 2017 angestiegen ist, dümpelt er in Ländern wie Griechenland oder Spanien immer noch zwischen 3,35 und 4,29 Euro.

Dagegen ziehen Staaten wie Polen nach - hier werden nun 2,65 Euro pro Stunde bezahlt. Auch wenn das im europaweiten Vergleich noch recht wenig ist, steigt auch hier der Mindestlohn langsam an.

jp

Brexit: Weniger Wachstum, mehr Schulden in Großbritannien

Seit der Entscheidung der Briten für den Austritt im Juni hat die britische Währung aber gegenüber dem Euro deutlich an Wert verloren. Foto: Andy Rain
Seit der Entscheidung der Briten für den Austritt im Juni hat die britische Währung aber gegenüber dem Euro deutlich an Wert verloren. Foto: Andy Rain © Andy Rain
Brexit - und zwar dalli! Eine Demonstrantin fordert bei einer Protestveranstaltung in London, die Austrittspläne aus der EU zügig umzusetzen. Foto: Hayoung Jeon
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Postfaktische Brexit-Kampagne: Auf diesem Bus wurde eine völlig übertriebene Summe genannt, die die Briten angeblich an die EU zahlen - gleich nach dem Erfolg im Referendum gaben die Initiatoren zu, dass die Zahlen falsch waren. Foto: str
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