Geplante Gesetzesänderung

Hinzuverdienstgrenze soll fallen: Verbesserung für Rentner, die im Ruhestand noch arbeiten

Ab dem kommenden Jahr soll die Hinzuverdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten aufgehoben werden, so die geplante Gesetzesänderung.

Wer seine Rente vor dem regulären Renteneintritt bezieht und nebenbei weiter arbeitet, muss auf die Hinzuverdienstgrenze achten, um keine Rentenkürzung zu riskieren. In den vergangenen beiden Jahren lag sie im Rahmen der befristeten Corona-Sonderregelung bei rund 46.000 Euro.

Nun ist eine Änderung in Sicht, über die sich viele Frührentner mit einem Nebenjob in Deutschland freuen dürften. So sollen Senioren, die das reguläre Rentenalter noch nicht erreicht haben, in den kommenden Jahren unbegrenzt hinzuverdienen können, ohne dass die vorgezogene Altersrente gekürzt wird, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 16. November berichtete. Ohne die geplante Gesetzesänderung würde sie zum 1. Januar 2023 automatisch wieder auf 6.300 Euro im Jahr sinken.

Job trotz Ruhestand: Hinzuverdienstgrenze für Rentner soll fallen

„Statt die Ausnahmeregelung aus der Corona-Krise zu verlängern, wird die Grenze nun endgültig entfallen“, zitiert dpa Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. Der Bundestag müsse dem Gesetz zwar noch zustimmen, heißt es in dem Bericht, das gelte laut Karbe-Geßler allerdings als reine Formsache. Auch die Deutsche Rentenversicherung informiert über die geplante Gesetzesänderung: „Ab 1. Januar 2023 soll nach den Plänen der Bundesregierung bei vorgezogenen Altersrenten die Hinzuverdienstgrenze ganz entfallen“, heißt es auf deren Homepage.

Verbesserung für Empfänger einer Erwerbsminderungsrente in Sicht

Nicht weniger Rentner sind auf einen Nebenjob angewiesen.

Auch die Hinzuverdienstgrenze bei Erwerbsminderungsrenten soll „deutlich angehoben werden“, wie die Deutsche Rentenversicherung über die Pläne weiter informiert. Dpa zufolge könnte bei der Rente wegen voller Erwerbsminderung dann ein jährlicher Hinzuverdienst von rund 17.800 Euro anrechnungsfrei sein. Die Grenze werde künftig jährlich neu festgelegt und an die Entwicklung der anderen Sozialversicherungsgrenzen angepasst, so Karbe-Geßler dpa zufolge. Die geplante Erhöhung der Verdienstgrenzen gilt der Deutschen Rentenversicherung zufolge nicht für Hinterbliebenenrenten.

Rentenmärchen: „Die Rente kommt doch automatisch“ – neun Mythen, die über das Gehalt im Ruhestand kursieren

Zu sehen sind mehrere Senioren, die auf einer Bank sitzen.
Wenn die Rente bevor steht, dann kommen viele Fragen auf. Wie lange muss man gearbeitet haben? Wie wird die Rente versteuert? Das sind nur wenige Fragen, die Sie sich vielleicht stellen. Hier bekommen Sie die Antworten.  © Imago
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Mythos 1: Die Rente kommt automatisch. Das ist nicht der Fall. Man muss die Rente bei der gesetzlichen Rentenversicherung frühzeitig schriftlich beantragen.  © Birgit Reitz-Hofmann/Imago
Ein Senior verdient sich neben seiner Rente etwas dazu.
Mythos 2: Neben der Rente darf man unbegrenzt dazuverdienen. Das stimmt nicht, eine Grenze gibt es. Wer früher in Rente geht oder erwerbsunfähig ist, kann bis zu 6300 Euro im Jahr dazuverdienen. Verdient man mehr, kann das auf die Rente angerechnet werden.  © Imago
Zu sehen ist eine Tastatur mit einer Tastatur und einem grünen Post-It. Darauf steht „Mein letzter Arbeitstag“.
Mythos 3: Die Höhe der Rente setzt sich aus den letzten Arbeitsjahren zusammen. Das stimmt so nicht. Die Rentenhöhe berechnet sich aus dem gesamten Versicherungsleben.  © O. Diez/Imago
Zu sehen ist ein älterer Mann auf einer Sportmatte. Er sitzt und neben ihm liegen Kurzhanteln.
Mythos 5: Ein Reha-Aufenthalt mindert die Rente. Dieser Mythos stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. In der Rehabilitation werden die Pflichtbeiträge zu 80 Prozent des vergangenen Bruttolohns von der Rentenversicherung gezahlt. Das erhöht den späteren Rentenanspruch.  © Hodei Unzueta/Imago
Zu sehen ist ein Antrag auf Hinterbliebenenrente, darauf liegt Geld.
Mythos 6: Nur Frauen haben Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Das stimmt nicht. Zwar ist die Witwenrente bekannter, aber auch Männer erhalten Witwerrente. Seit 1986 sind Männer und Frauen in der Rentenversicherung gleichberechtigt.  © Sabine Brose, Frank Sorge/Imago
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Mythos 7: Nach 45 Jahren im Beruf kann man schon mit 63 Jahren in Rente gehen. Das stimmt nur zum Teil. Wer so lange im Berufsleben war, der kann grundsätzlich früher in Rente gehen. Allerdings verschiebt sich das Renteneintrittsalter je nach Geburtsjahr nach hinten.  © Imago
Zu sehen ist jemand, der am PC arbeitet.
Mythos 8: Einen Rentenanspruch hat erst jemand, der 15 Jahre gearbeitet hat. Das ist falsch. Die Mindestversicherungszeit für die Regelaltersrente beträgt fünf Jahre.  © Rüdiger Wölk/Imago
Zu sehen ist eine alte Frau, die ein Heft vor sich liegen hat. Sie schaut ihre Katze an.
Mythos 9: Die Rente muss nicht versteuert werden. Das ist falsch. Grundsätzlich muss eine Einkommens- bzw. Lohnsteuer auf die Rente gezahlt werden. Das Geld wird derzeit nicht voll versteuert. Der Prozentsatz ist abhängig vom Renteneintritt.  © Imago
Zu sehen ist eine Deutschlandkarte, darauf sind Balken zu sehen.
Mythos 10: Wenn man Ostrente bezieht und in den Westen umzieht, bekommt man Westrente. Das stimmt nicht. Die Altersrente wird einmal anhand der Entgeltpunkte errechnet, die am Beschäftigungsort erworben wurde. Der Wohnsitz spielt dabei keine Rolle. Auch für Rentenerhöhungen ist der Wohnortswechsel unerheblich.  © Imago

Nicht betroffen sind von der Hinzuverdienstgrenze Senioren, die das reguläre Rentenalter schon überschritten haben. Sie dürfen ihre Rente beliebig aufbessern, ohne dass sie mit einer Kürzung rechnen müssen.

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/Imago

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