Gutachten

Heiraten: Schlecht fürs Geld - und schuld an sozialer Not?

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Die Hochzeit ist für viele der schönste Tag im Leben. Doch sie kann für manche auch zum finanziellen Albtraum werden.

Heiraten ist schön – doch die richtige Partie sorgt erst für Harmonie. Wer nicht aufs Gehalt des Partners schaut, bleibt arm.

"Adel verpflichtet" – dieses Sprichwort besagt eigentlich, dass eine höhere gesellschaftliche Stellung zu entsprechenden Verhaltensweisen verpflichtet. Dazu gehört sicherlich für manch einen, die richtige Partie zu heiraten. Schließlich bleibt so das Geld beziehungsweise das Gehalt auf demselben hohen Niveau, das man gewöhnt ist.

Bundesfinanzministerium: Gutachten enthüllt soziale Ungleichheit

Doch falsch gedacht, warnt jetzt das Bundesfinanzministerium. Laut einem neuen Gutachten steht für die Experten um Finanzminister Wolfgang Schäuble fest: Wer jemanden heiratet, der dasselbe geringe Einkommen bezieht,bleibt arm. Sie gehen sogar so weit zu behaupten, dass Heirat eine Hauptursache für die soziale Ungleichheit in Deutschland sei.

Wer dagegen nur wenig verdient und eine Person heiratet, die finanziell besser gestellt ist, steigt auch sozial auf. Wäre dies in Deutschland immer der Fall, würde sich dadurch zunehmend die Verteilung des Einkommens wieder angleichen.

Doch da dies meist noch Frauen betrifft, die geringere Löhne als Männer beziehen, würde das im Umkehrschluss auch bedeuten, dass zum Beispiel die Arzthelferin gut daran täte, dem Chefarzt schöne Augen zu machen.

Bildung fördert sozial schwächere Schichten - und Chancengleichheit

Die Lösung des wissenschaftlichen Beirats folgt auf dem Fuße: Wer sozial aufsteigen möchte, investiert in Zeiten der Gleichberechtigung am besten in seine eigene Bildung. Aber auch der Staat soll seinen Teil leisten und sozial schwächere Bevölkerungsgruppen besser unterstützen, fordern die Gutachter. Mit dem Ergebnis, dass diese die Chance erhalten, auf viele Bildungsangebote zugreifen zu können, um "Chancengleichheit und soziale Mobilität zu fördern", so die Gutachter. 

Die Förderung sollte ihrer Meinung nach bereits im frühen Kindesalter beginnen. Damit "das längere gemeinsame Lernen, die Durchlässigkeit von Schulsystemen sowie die Verringerung von Abbrecherquoten", endlich ein Ende findet.

Von Jasmin Pospiech

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