Sozialhilfe

Hartz IV richtig beantragen: Wie Sie das Geld bekommen, wenn das Arbeitslosengeld ausläuft

Hartz IV ist das Geld vom Staat, das Sie unterstützt, wenn das Arbeitslosengeld nicht mehr greift. Wie Sie es bekommen und welche Unterlagen Sie benötigen.

Der Antrag für Hart IV füllt sich aus zwei Gründen alles andere als leicht aus. Zum einen ist es eine unangenehme Situation, die oft mit Scham und Traurigkeit verbunden ist, zum anderen ist es eine Menge Papierkram, bei dem man am besten keine Fehler machen will. Wer den Antrag Schritt für Schritt angeht, wird aber merken, dass es bei weitem keine Raketenwissenschaft ist. Diese Dinge sollten Sie wissen, wenn Sie Hartz IV, das in Zukunft Bürgergeld heißen wird, beantragen wollen.

Hartz-IV-Antrag (Symbolbild)

Hartz IV beantragen: Wo und Wann? Frühzeitig beim Jobcenter melden

Wer mindestens zwölf Monate erwerbstätig war und in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, kann bis zu 6 Monate lang Arbeitslosengeld I von der Agentur für Arbeit bekommen. Wenn dieser Zeitraum aber abgelaufen ist, dann gibt es einen neuen Ansprechpartner. Nach dem Arbeitslosengeld 1 kommt Arbeitslosengeld 2, auch Hartz IV genannt, das man bei einem Jobcenter beantragen muss. Grundsätzlich kann jeder erwerbsfähige Hilfebedürftige zwischen 15 und 65 Jahren mit gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland Hartz IV beantragen, wenn er seinen Lebensunterhalt nicht ausreichend selbst sichern kann.

Dabei ist wichtig, dass man sich frühzeitig kümmert. Hartz IV kann zwar rückwirkend gezahlt werden, allerdings nur für den Monat, in dem der Antrag gestellt wurde. Sollte man sich also am 31. August melden, besteht Anspruch ab dem 1. August. Wer sich dagegen erst am 1. September meldet, hat auch nur einen Anspruch ab dem 1. September.

Wer es zeitlich vor dem Ende des Monats nicht mehr schafft, den ganzen Antrag in Papierform oder online auszufüllen, kann sich auch formlos zunächst persönlich, telefonisch oder per Brief oder Mail beim Jobcenter melden und den ausführlichen Antrag später nachreichen. Wichtig für den Anspruch ist das Datum der ersten Meldung. Tipp: Lassen Sie sich die Einreichung des Antrags, formlos und komplett, wenn möglich bestätigen, um das Meldedatum auch wirklich schriftlich zu haben.

Welche Papiere: Was ist nötig für einen Hartz IV-Antrag?

Das Jobcenter ermittelt auf Grundlage der Lebenssituation des Antragstellers den Anspruch auf Arbeitslosengeld 2. Heißt: Man muss anhand von Papieren genau darlegen, welche Kosten monatlich auf einen zukommen. Dafür braucht die Behörde die Personalien des Antragstellers und aller Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft, also Kinder, Ehegatten etc. Außerdem muss man einen Mietvertrag oder Belege über das Eigenheim vorlegen sowie die Kontoauszüge der letzten drei bis sechs Monate. Darüber hinaus wird das Jobcenter das Einkommen der gesamten Bedarfsgemeinschaft, also auch das des Ehegatten oder des Antragstellers selbst (falls Hartz IV als Aufstockung beantragt wird), prüfen. 

Die richtigen Formulare: Wo wird der Hartz IV-Antrag gestellt?

Wer persönlich bei seinem Jobcenter vorstellig werden möchte oder muss, sollte zunächst recherchieren, welche Behörde für einen zuständig ist. Das ist immer das Jobcenter in dem Ort, in dem der Antragsteller gemeldet ist. Je nach Größe des Jobcenters kann es sein, dass Sie nicht einfach spontan vorbeikommen können. Informieren Sie sich vorher, ob Sie in Ihrem Jobcenter vielleicht einen Termin benötigen.

Sie können den Hartz IV-Antrag aber auch online ausfüllen. Die passenden Formulare für das Arbeitslosengeld II finden Sie auf der Internetseite hartziv.org oder auf der Webseite der arbeitsagentur.de, wo Sie anhand Ihrer Postleitzahl auch Ihr zuständiges Jobcenter ermitteln können.

Energiepreispauschale einfach: Wie viel Geld gibt es für wen?

Heizungsregler. Von der Energiepauschale profitieren einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige, die in den Steuerklassen 1 bis 5 eingeordnet sind.
Von der Energiepauschale profitieren einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige, die in den Steuerklassen 1 bis 5 eingeordnet sind, Selbstständige und etwa pauschalbesteuerte Minijobber. © Marcus Brandt/Imago
Frau hält 300 Euro. Die Energiepauschale wurde im Herbst vom Arbeitgeber als Zuschuss zum Gehalt ausgezahlt.
Die Energiepauschale wurde im Herbst vom Arbeitgeber als Zuschuss zum Gehalt ausgezahlt.  © Anke Bingel/epd/Imago
Frau sitzt zu Hause und erledigt die Steuererklärung. Die Energiepauschale ist steuerpflichtig. Wer einen hohen Steuersatz hat, kriegt schlussendlich weniger Geld raus.
Die Energiepauschale ist allerdings steuerpflichtig. Wer einen hohen Steuersatz hat, kriegt schlussendlich weniger Geld raus. © Roman Möbius/Imago
Mann hält Geldbeutel. Wer als Beschäftigter unter dem Grundfreibetrag bleibt, profitiert von der vollen Summe.
Wer als Beschäftigter unter dem Grundfreibetrag bleibt, profitiert von der vollen Summe. © Bihlmayerfotografie/Imago
Selbstständige schreibt auf einem Block.
Auch Selbstständige können profitieren: Sie erhalten die Energiepreispauschale über ihre vierteljährliche Vorauszahlung. Sie zahlen einfach 300 Euro weniger Steuern. © Oleksandr Latkun/imageBROKER/Imago
Allerdings muss der Energiezuschuss, genau wie bei Angestellten, noch versteuert werden. Bei Selbstständigen geschieht dies über die Einkommenssteuererklärung.
Allerdings muss der Energiezuschuss, genau wie bei Angestellten, noch versteuert werden. Bei Selbstständigen geschieht dies über die Einkommenssteuererklärung. © Lobeca/RalfxHomburg/Imago
Geldscheine auf einem Heizkörper. Rentner und Studenten waren zunächst leer ausgegangen, doch mit dem dritten Entlastungspaket hat sich das geändert.
Rentner und Studenten waren zunächst leer ausgegangen, doch mit dem dritten Entlastungspaket hat sich das geändert. © Anke Bingel/epd/Imago
Stempel mit der Aufschrift „300 Euro“. Die Energiepreispauschale von 300 Euro für Rentnerinnen und Rentner soll bis Mitte Dezember als Einmalzahlung ausgezahlt werden.
Die Energiepreispauschale von 300 Euro für Rentnerinnen und Rentner soll bis Mitte Dezember als Einmalzahlung ausgezahlt werden. © Felix Schlikis/Lobeca/Imago
Hände eines Rentners beim Geld zählen. Die Energiepreispauschale wird brutto ausbezahlt. Unter Umständen muss sie dann versteuert werden.
Rentnerinnen und Rentner müssen noch etwas beachten: Die Energiepreispauschale wird ebenfalls brutto ausbezahlt. Unter Umständen muss sie dann versteuert werden. © Sven Simon/Imago
Geldbörse mit 200 Euro. Studierende und Fachschüler werden die 200-Euro-Energiepreispauschale voraussichtlich im kommenden Jahr bekommen und sie vorher beantragen müssen.
Die mehr als drei Millionen Studierenden und Fachschüler hierzulande werden die ihnen versprochene 200-Euro-Energiepreispauschale voraussichtlich im kommenden Jahr bekommen und sie vorher beantragen müssen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa, Stand: 9. November) berichtete. Das sehe ein erster Entwurf für ein entsprechendes Gesetz aus dem Bundesbildungsministerium vor. Er werde nun innerhalb der Bundesregierung und mit den Bundesländern abgestimmt.  © RalfxHomburg/Lobeca/Imago

Hartz IV-Antrag eingereicht – und jetzt?

Sobald Sie den Antrag für Arbeitslosengeld 2 eingereicht haben, sollten Sie die bereits genannten erforderlichen Unterlagen wie Mietvertrag etc. zusammentragen. Nach der Antragstellung bekommen oder vereinbaren Sie einen Termin mit einem Sachbearbeiter des Jobcenters. Zu diesem Termin können Sie die Unterlagen mitbringen.

Gleichzeitig wird dann vor Ort ein Bewerberprofil des Antragstellers erstellt, mit dessen Hilfe Bewerbungen, Vorstellungsgespräche und idealerweise die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt verwirklicht werden können.

Der Bearbeitungsprozess des Antrags kann je nach Größe des Jobcenters und Auslastung der Mitarbeiter einige Wochen bis Monate dauern. Sobald der Antrag bewilligt wurde, werden dem Antragsteller zunächst für einen Bewilligungszeitraum von sechs Monaten Leistungen gezahlt. Nach diesen sechs Monaten muss ein Folgeantrag oder ein Weiterbewilligungsantrag gestellt werden. 

Rubriklistenbild: © Lobeca/Felix Schlikis/Imago

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