Bis 2020

Experiment: So schlau will Südkorea das Bargeld abschaffen

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Gibt es in Südkorea bald kein Bargeld mehr? Wenn es nach der dortigen Zentralbank geht, ist es ab 2020 passé.

Bis 2020 will Südkorea das Bargeld abschaffen – und startet deshalb mit einem ungewöhnlichen  und groß angelegten Experiment. Doch wird es Erfolg haben?

Seit 21. März heißt es für die Südkoreaner an den Supermarktkassen: "Wollen Sie Ihr Wechselgeld auf die Karte oder in bar?" Der Grund: Die südkoreanische Zentralbank will bis 2020 das Bargeld abschaffen. Angeblich sei nämlich die Münzprägung zu teuer und hätte schon 2016 Millionen Euro verschlungen.

Bargeld soll in Südkorea bis 2020 abgeschafft werden

Um die Bürger allmählich darauf einzustimmen und den Übergang so bequem wie möglich zu gestalten, hat die Zentralbank in Supermärkten ein Experiment gestartet.

Wie die FAZ berichtet, können sich Kunden ab sofort in etwa 23.000 Lebensmittelgeschäften das Wechselgeld auf eine übliche Guthaben-Karte buchen oder in bar auszahlen lassen. Das Beste daran: Die Bürger brauchen dazu keine neue Karte beantragen, sondern können auch Kundenkarten des Nahverkehrs oder Rabattkarten benutzen.

Experiment: Wechselgeld statt in bar auf Guthaben-Karte

Wenn das Experiment glückt, so die Zeitung, wolle die Zentralbank sogar die dritte Möglichkeit schaffen, dass das Wechselgeld optional auf das Girokonto des jeweiligen Kunden gebucht wird. Und die Erfolgschancen stehen sehr gut: Denn bereits jetzt sollen laut einer Umfrage über die Hälfte der Südkoreaner lieber mit Plastik zahlen, als Bargeld mit sich herum tragen.

Das Ergebnis: Nur noch 14 Prozent aller Zahlungen werden in Südkorea mit Bargeld getätigt. Besonders auf Märkten oder Geschäften auf dem Land bezahlen die Bürger kleinere Beträge noch mit Scheinen und Münzen. Doch woran kann die Abneigung gegen die eigenen Banknoten nur liegen?

Erfolgschance ist hoch: Südkoreaner zahlen fast nur noch mit Karte

Grund dafür könnte der Wert der Münzen sein. Die Währung des südlichen Teils der Koreanischen Halbinsel ist nämlich der Südkoreanische Won. Die größte Münze ist 500 Won wert – das sind allerdings umgerechnet gerade mal 40 Euro-Cent.

Wer also mehr Geld mit sich führen möchte, muss ein dickes und wohl auch schweres Portemonnaie herumschleppen. Für viele Bürger eine Zumutung.

Allerdings ist die vor acht Jahren eingeführte Banknote mit dem Wert von 50.000 Won (etwa 40 Euro) gerade so gefragt ist wie nie. Deshalb glauben Wirtschaftsbeobachter, dass das Bargeld wohl nicht ganz von der Bildfläche verschwinden wird.

Von Jasmin Pospiech

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