300 Euro brutto

Steuerabzug: Wie viel bleibt Ihnen netto von der Energiepauschale?

Die Energiepauschale von 300 Euro wird zwar allen Erwerbstätigen ausgezahlt, um die steigenden Energiepreise abzufedern. Aber sie wird versteuert.

Steigende Preise und hohe Energiekosten – um die Last der einkommensteuerpflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abzufedern, gibt es einen einmaligen Bonus von 300 Euro. Dieser soll ab September auf den Konten der Bürgerinnen und Bürger landen. Aber wie viel bleibt eigentlich von dem Geld übrig?

Ab September können Sie die Energiepauschale von 300 Euro auf dem Konto haben.

Energiepauschale: Selbstständige bekommen reduzierte Einkommenssteuervorauszahlung

Alle, die in den Lohnsteuerklassen 1 bis 5 eingeordnet sind, bekommen den einmaligen Bonus der Bundesregierung in Höhe von 300 Euro. Dieser Betrag ist zu versteuern und wird mit dem Gehalt voraussichtlich im September ausgezahlt. Bei Selbstständigen wird die Einkommenssteuervorauszahlung einmalig um 300 Euro gesenkt. Alle, die nicht einkommensteuerpflichtig sind, erhalten keine Energiepauschale – das betrifft Rentner und Studenten. Eine genaue Liste der Anspruchsberechtigten für die Energiepreispauschale (EPP) finden Sie hier.

300 Euro Energiepauschale: Wer bekommt am meisten raus?

Besonders einkommensschwache Menschen profitieren von der Energiepauschale, denn diese unterliegt der Einkommenssteuer. Die Sonderzahlung kommt all jenen zugute, die unter dem Grundfreibetrag liegen, dieser liegt derzeit bei 10.347 Euro.

Bei Erwerbstätige mit einem mittleren Gehalt und einem niedrigeren Einkommenssteuersatz können mehr von der Energiepauschale behalten. Einem Arbeitnehmer, der im Jahr 45.000 Euro verdient und in die Steuerklasse 4 eingruppiert ist und ein Kind hat, bleiben rund 216,33 Euro von der Energiepauschale. Wenn dieser Arbeitnehmer die gleichen Voraussetzungen bei einem Jahresgehalt von 15.000 Euro hätte, dann würde dieser rund 248,83 Euro von der Energiepauschale behalten können, berichtet der MDR.

Steuer-Tricks: So sparen Sie bares Geld bei der Steuererklärung

Jedes Jahr legen Sie mit der Steuererklärung dem Finanzamt Ihre Einnahmen und Belastungen offen. Damit Sie nicht unnötig Geld verschenken, haben wir ein paar Tipps für Sie.
Jedes Jahr legen Sie mit der Steuererklärung dem Finanzamt Ihre Einnahmen und Belastungen offen. Damit Sie nicht unnötig Geld verschenken, haben wir ein paar Tipps für Sie. © MiS/Imago
Nutzen Sie Pauschbeträge wie die Pendlerpauschale. Letztere können Sie immer angeben, egal ob Sie zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit kommen. Dafür gibt‘s 35 Cent pro Kilometer (ab 2022: 38 Cent).
Nutzen Sie Pauschbeträge wie die Pendlerpauschale. Letztere können Sie immer angeben, egal ob Sie zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit kommen. Dafür gibt‘s 35 Cent pro Kilometer (ab 2022: 38 Cent). © Imago/Sabine Gudath
Auch mit der Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (max. 600 Euro im Jahr) lassen sich Steuern sparen. Vorausgesetzt, Sie kommen über die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro im Jahr.
Auch mit der Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (max. 600 Euro im Jahr) lassen sich Steuern sparen. Vorausgesetzt, Sie kommen über die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro im Jahr. © Imago/Tanya Yatsenko
Auch wer berufsbedingt in eine andere Stadt zieht, kann seine Umzugskosten steuerlich geltend machen.
Auch wer berufsbedingt in eine andere Stadt zieht, kann seine Umzugskosten steuerlich geltend machen. © Vasily Pindyurin/Imago
Spenden, wie etwa bei Straßensammlungen, werden beim Finanzamt als Sonderausgaben anerkannt.
Spenden, wie etwa bei Straßensammlungen, werden beim Finanzamt als Sonderausgaben anerkannt.  © MiS/Imago
Wussten Sie schon? Zu den Sonderausgaben zählen übrigens auch bestimmte Versicherungen, wie die Haftpflicht oder Riester-Rente.
Wussten Sie schon? Zu den Sonderausgaben zählen übrigens auch bestimmte Versicherungen, wie die Haftpflicht oder Riester-Rente. © Panthermedia/Imago
Auch die Pflege von Angehörigen lässt sich steuerlich geltend machen.
Auch die Pflege von Angehörigen lässt sich steuerlich geltend machen. So steht pflegenden Arbeitnehmern für das Jahr 2021 ein Pauschbetrag von 600 bis 1.800 Euro zu (je nach Pflegegrad). © Ute Grabowsky/Imago
Feuerwehr. Mit einem Ehrenamt lassen sich Steuern sparen.
Sie üben ein Ehrenamt aus? Dann bleiben jährlich 840 Euro steuer- und sozialabgabenfrei (Stand: 2022). © Martin Wagner/Imago
Fliesenleger bei der Arbeit. Geben Sie Handwerkerkosten unbedingt in der Steuererklärung an – damit sparen Sie bares Geld.
Geben Sie Handwerkerkosten unbedingt in der Steuererklärung an – damit sparen Sie bares Geld. © IMAGO/Achim Duwentäster
Optiker mit Brille. Krankheitskosten wie Brillen, Medikamente und Behandlungskosten werden vom Finanzamt berücksichtigt, sofern sie die Zumutbarkeitsgrenze überschreiten.
Krankheitskosten wie Brillen, Medikamente und Behandlungskosten werden vom Finanzamt berücksichtigt, sofern sie die Zumutbarkeitsgrenze überschreiten. © Westend61/Imago

Rentner bei Energiepauschale außen vor – ein Trick kann dies ändern

Viele Rentner sind nicht mehr erwerbstätig, somit werden Sie bei der geplanten Energiepauschale nicht berücksichtigt. Seit Monaten wird dies von Experten der Wirtschaftsforschungsinstitute DIW und IW kritisiert. Jedoch gibt es einen Trick, wie auch Rentner die Energiepauschale von 300 Euro erhalten können. Betroffene Rentner müssen in diesem Jahr nur einen einzigen Tag als Minijobber gearbeitet haben und schon ergibt sich ein Anspruch auf die Energiepauschale. Das erklärt CDU-Finazexpertin Antje Tillmann der Bild: „Es reicht aus, dass zum Beispiel ein Rentner einmal im Jahr 2022 eine Stunde auf seinen Enkel aufpasst und dafür von seinen Kindern 12 Euro Mindestlohn im Rahmen eines Minijobs oder aus selbständiger Tätigkeit erhält. Im Anschluss gibt er diese Einkünfte in der Steuererklärung an, bekommt die Energiepreispauschale im Mai 2023 ausbezahlt.“ Kritisiert wird das Vorhaben allerdings auch, wie das Handelsblatt unter Berufung auf den Finanzminister berichtet: „Das von der Bundesregierung geplante Entlastungspaket wird zu Bürokratiekosten von mehr als 800 Millionen Euro führen.“

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Rubriklistenbild: © Michael Bihlmayer/Imago

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