Nur wenige profitieren davon

Brillen-Zuschuss: So wenig bekommen wir von der Krankenkasse

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Wer eine Brille braucht, musste sie vor dem 11. April selbst zahlen. Doch nun leisten Krankenkassen Zuschüsse. Allerdings nicht für jeden.

Brillen sind für viele essentiell wichtig – dennoch zahlen Krankenkassen kaum etwas dazu. Jetzt soll es neue Zuschüsse geben - doch nicht für jeden.

Seit dem 11. April 2017 können sich Fehlsichtige wieder freuen: Schließlich zahlen die Krankenkassen endlich wieder (mehr) Zuschüsse für Brillen. Doch was sich im ersten Moment wie ein Glücksfall anhört, wird nicht jedem gefallen – es gibt nämlich einen gewaltigen Haken.

Krankenkasse zahlt Zuschüsse: Aber nur für stark Fehlsichtige

Denn nur diejenigen, die schwer fehlsichtig sind, profitieren von den Zuschüssen. Die anderen 40 Millionen Deutschen mit geringer Sehschwäche gehen dagegen leer aus. Für sie bringt das neue Gesetz der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG), das Mitte April in Kraft getreten ist, bis jetzt noch rein gar nichts.

Die restlichen 1,4 Millionen Bundesbürger, die an starker Kurz- und Weitsichtigkeit ab sechs Dioptrien, an Hornhautverkrümmung ab vier Dioptrien oder sogar auf beiden Augen gemäß Stufe Eins blind sind, sind im Vorteil, wie focus.de berichtet.

Das heißt: Wenn eine Person mit Sehhilfe wie Brille oder Kontaktlinse nur noch 30 Prozent Sehvermögen besitzt, dann bekommt sie einen Zuschuss von der Krankenkasse. Wer dagegen auch ohne Brille & Co. im Alltag einigermaßen gut sieht und somit "nur" ein bis drei Dioptrien ausgleichen müsste, muss weiterhin seine Sehhilfe selber zahlen.

Krankenkasse: So viel Zuschuss erhalten Fehlsichtige wirklich

Doch wieviel Geld gibt es denn nun wirklich? Das steht bis jetzt noch in den Sternen. Allerdings gelten bis zur Entscheidung die alten Festbeträge. So erhalten Fehlsichtige für ein Glas mit vier bis sechs Dioptrien zehn bis etwa 112 Euro. Das Brillengestell oder die gesamte Brille wird allerdings von der Krankenkasse nicht übernommen.

Doch auch die alten Zuschüsse sind für schwer Fehlsichtige bei weitem nicht genug. Hier kostet schließlich ein gutes Brillenglas schon mal ab 350 Euro. Außerdem wird das Augenlicht erfahrungsgemäß mit zunehmenden Alter schlechter – das bedeutet, weitere hohe Kosten fallen über die Jahre an.

Steuererklärung: Brille & Co. besser absetzen

Wer dennoch den Zuschuss in Anspruch nehmen möchte, der sollte sich am besten ein Brillenrezept von seinem Arzt ausstellen lassen und es beim Optiker der Wahl einlösen. Dieser zieht dann automatisch den bezuschussten Festbetrag ab. Einen Zuschuss für Kontaktlinsen erhalten Fehlsichtige dagegen erst, wenn Sie eine Dioptrie von plus oder minus acht vorweisen können.

Allerdings empfiehlt es sich, bei der nächsten Steuererklärung zu versuchen, sich vom Fiskus etwas Geld zurückzuholen. Diverse Krankheitskosten für eine Sehhilfe können nämlich als "außergewöhnliche Belastung" angegeben werden. Mit dem Ergebnis, dass Sie am Ende eventuell sogar einige hundert Euro zurückerhalten.

Von Jasmin Pospiech

Krankenkassen: Selbstzahler-Leistungen bringen meist nichts

Ärztinnen und Ärzte bieten zusätzliche Ultraschalluntersuchungen an, die umgangssprachlich auch "Baby-Fernsehen" genannt werden. Foto: Patrick Pleul
Ärztinnen und Ärzte bieten zusätzliche Ultraschalluntersuchungen an, die umgangssprachlich auch "Baby-Fernsehen" genannt werden.  © Patrick Pleul
Das Entfernen von Tätowierungen wird meist privat gezahlt. Foto: Fredrik von Erichsen
Das Entfernen von Tätowierungen wird meist privat gezahlt.  © Fredrik von Erichsen
Die Blutegeltherapie ist unter Fachleuten umstritten. Foto: Frank Rumpenhorst/Symbolbild
Die Blutegeltherapie ist unter Fachleuten umstritten. © Frank Rumpenhorst
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Auch die Augeninnendruckmessung hat eine negative Bewertung bekommen.  © Augenklinik Marzahn
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Professionelle Zahnreinigung soll laut Studie medizinisch nicht notwendig sein. © Patrick Pleul

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