Tipps zur Altersvorsorge

Alleinerziehende Mütter Welche Unterstützung ihnen zusteht

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Alleinerziehende haben es häufig schwer, den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder selbst zu erwirtschaften. Die wichtigsten Finanzhilfen für Ein-Eltern-Familien im Überblick.

In jeder fünften Familie sorgt ein Elternteil allein für ein oder mehrere Kinder. Laut Bundesfamilienministerium handelt es sich dabei überwiegend um Mütter: Neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen. 

Arbeit und Familie lassen sich für Alleinerziehende oft nur schwer vereinbaren, etwa weil Betreuungsangebote fehlen oder es an familienfreundlichen Jobs mangelt. Der Staat unterstützt Ein-Eltern-Familien deshalb besonders. Hier die wichtigsten Finanzhilfen speziell für Alleinerziehende. 

Elterngeld 

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Alleinerziehende erhalten nach der Geburt eines Kindes in der Regel volle 14 Monate Elterngeld, ohne dass der andere Elternteil des Kindes selbst Elternzeit nehmen muss. Die Höhe des Elterngeldes hängt davon ab, wie hoch Ihr Einkommen im Jahr vor der Geburt des Kindes war. 300 Euro werden mindestens gezahlt, 1.800 Euro höchstens.

Elternzeit muss schriftlich beim Arbeitgeber angemeldet werden. Dazu genügt ein formloses Schreiben mit der Angabe, für welchen Zeitraum die Elternzeit beansprucht wird. 

Unterhalt für die Kinder 

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Jedes Kind hat Anspruch auf Unterhalt. Eltern, die getrennt von ihren Kindern leben, müssen ihren Unterhaltsverpflichtungen durch Geldzahlungen nachkommen. Für die Berechnung der Unterhaltshöhe wird meist die sogenannte „Düsseldorfer Tabelle“ herangezogen.

Um Unterhaltsansprüche geltend zu machen, kann das Jugendamt helfen. Dort kann der Elternteil, der das Kind überwiegend betreut, einen Antrag auf Beistandschaft stellen. Der Beistand – ein Mitarbeiter des Jugendamtes – ermittelt das Einkommen des Unterhaltspflichtigen, errechnet die Höhe des Unterhalts und versucht, eine Einigung herbeizuführen. 

Falls der andere Elternteil trotz aller Bemühungen nicht oder nicht genug Unterhalt zahlt, springt das Jugendamt mit einem Unterhaltsvorschuss ein. Für Kinder unter sechs Jahren werden 150 Euro pro Monat gezahlt, Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren erhalten 202 Euro. Danach gibt es bis zum Alter von 17 Jahren 272 Euro monatlich. Zuständig ist das Jugendamt am Wohnort des Antragstellers. 

Erstausstattung fürs Baby 

Wer sein erstes Kind erwartet, sieht sich mit einer langen Einkaufsliste konfrontiert. Strampler, Babyschale, Wickeltisch, Kinderwagen ... Was braucht man wirklich? Und was soll das alles bloß kosten? 

Der Beratungsdienst Geld und Haushalt hat eine Checkliste zusammengestellt, die bei der Planung und beim Sparen hilft. Für jeden Artikel ist ein Durchschnittspreis für den Neukauf und für Second-Hand-Ware angegeben. 

Werdende Mütter, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld erhalten, können einen Antrag auf Erstausstattung für ihr Kind stellen. Auch Hilfsorganisationen wie Caritas, Diakonie oder Pro Familia zahlen Pauschalen an junge Mütter mit geringem Einkommen. 

Mehrbedarf und Sonderbedarf 

Alleinerziehende, die Arbeitslosengeld II beziehen, haben Anspruch auf den sogenannten „Mehrbedarf für Alleinerziehende“. Der wird vom Jobcenter gewährt. Dieser Mehrbedarf hängt von der Anzahl und dem Alter der Kinder ab. 2019 liegt er zwischen 50,88 Euro und 254,40 Euro pro Monat. 

Bei außergewöhnlich hohen Ausgaben, die nur einmal oder für eine begrenzte Zeit anfallen, können Alleinerziehende Sonderbedarf geltend machen. Dazu zählen zum Beispiel die oben beschriebene Erstausstattung fürs Baby sowie die Kosten für eine Zahnspange. Der Gesetzgeber verlangt allerdings, dass diese Kosten unvorhersehbar sein müssen, man also nicht dafür hätte sparen können. 

Entlastungsbetrag  

Der Entlastungsbetrag senkt die Steuerlast für Alleinerziehende, die Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibeträge haben. Derzeit werden bei einem Kind 1.908 Euro pro Jahr als Entlastungsbetrag angerechnet. Für jedes weitere im Haushalt lebende Kind kommen nochmals 240 Euro hinzu. 

Kinderzuschlag 

Der Kinderzuschlag hilft Eltern, die mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Lebensunterhalt, aber nicht den ihrer Kinder bestreiten können. Diese Unterstützung erhalten nicht nur Alleinerziehende. Der Kinderzuschlag beträgt bis zu 185 Euro pro Kind. Der Antrag wird bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit gestellt.

 Leistungen für Bildung und Teilhabe 

Familien, die den Kinderzuschlag oder andere Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II oder Wohngeld erhalten, haben auch einen Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe aus dem sogenannten Bildungspaket. 

Auf Antrag bei der jeweils zuständigen Stelle erhalten Familien Geld- oder Sachleistungen. Beantragt werden können zum Beispiel Hilfen für den Schulbedarf der Kinder, für Ausflüge mit der Kita oder der Schule, für Mittagsverpflegung oder für Mitgliedsbeiträge in Musikvereinen. Die Kommunen halten für Familien mit geringem Einkommen oft auch Gutscheine für Besuche im Schwimmbad oder im Museum bereit oder gewähren Ermäßigungen. 

Kinderbetreuungskosten 

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Damit Alleinerziehende arbeiten können, sind sie auf flexible Angebote für die Kinderbetreuung angewiesen. In vielen Kommunen werden Alleinerziehende bei der Vergabe von Betreuungsplätzen bevorzugt berücksichtigt. Die Kosten für öffentliche Einrichtungen variieren in den Kommunen. Sie sind außerdem abhängig vom Elterneinkommen. Geringverdiener können beim Jugendamt eine Ermäßigung der Elternbeiträge beantragen.

Alleinerziehende, die sehr niedrige Einkünfte haben oder sich noch in Ausbildung oder im Studium befinden, können auch Zuschüsse zu den Kinderbetreuungskosten erhalten. Das Jugendamt vor Ort gibt Auskunft darüber, in welcher Höhe die sogenannte „wirtschaftliche Hilfe“ geleistet wird und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. 

Staatliche Zulagen für die Altersvorsorge 

Die Altersvorsorge ist sicher nicht das erste, an das alleinerziehende Mütter und Väter mit knappem Budget denken. Wer jedoch im Alter seinen Kindern nicht zur Last fallen möchte, sollte sich möglichst früh damit befassen – und den Staat kräftig mitsparen lassen. Eltern profitieren in besonderem Maße von der staatlich geförderten Riester-Rente, denn sie bekommen zusätzlich zur Grundzulage auch Zulagen für jedes Kind. 

Wer wenig oder gar nichts verdient, kann schon ab einem Beitrag von 60 Euro pro Jahr die volle staatliche Förderung erhalten. Die Grundzulage beträgt 175 Euro pro Jahr, hinzu kommen 185 Euro für jedes bis Ende 2007 geborene Kind und 300 Euro für jedes ab 2008 geborene Kind. 

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