Besuch von Albert und Charlène

Ein Fürstentum für Hamburg – und eine ungewohnt nahbare Adelsfamilie

Fürst Albert II. von Monaco (r) und seine Frau Charlène eröffnen zusammen mit ihren Kindern, den Zwillingen Gabriella (2.v.r) und Jacques (2.v.l), die neue Monaco-Welt im Miniatur Wunderland.

Hamburg. Zwei Kinderhände liegen auf dem goldenen Buzzer und warten nur darauf, ihn zu drücken. Dann ist es so weit – als der Countdown runtergezählt ist, drücken Gabriella und Jacques den Knopf und starten damit das Formel-1-Rennen. Die Reifen quietschen, die Rennwagen fahren los. Doch dann kommt es zu einem Crash.

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Die Zwillinge Jacques (l) und Gabriella dürfen das Rennen starten.

Fast wie bei einem Rennen im echten Fürstentum Monaco. Zwar ist die Rennstrecke Circuit de Monaco dort 3,3 Kilometer lang und hier, im Miniatur Wunderland in Hamburgs Speicherstadt, nur 22 Meter. Sie wurde für den neuen Monaco-Abschnitt des Museums im Maßstab von eins zu 87 nachgebildet. Aber auf die Details achtet bei der Eröffnung sowieso kaum einer, und auch die Panne mit dem Crash stört nicht, weil alle Aufmerksamkeit auf den echten Monegassen im Raum liegt. Denn Gabriella und Jacques sind nicht irgendwelche Kinder, sondern Prinzessin und Prinz, und mit ihren Eltern Fürst Albert von Monaco und Fürstin Charlène auf Besuch in Hamburg.

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Die Adelsfamilie ist extra für einen Kurztrip in die Hansestadt gereist, um die Monaco-Welt im Wunderland mit den Modellbauerbrüdern Gerrit und Frederik Braun und ausgewählter Presse einzuweihen. Und Letztere will natürlich nicht nur wissen, wie die Royals die Miniatur-Darstellung ihrer Heimat finden, sondern blickt mit Argusaugen auf das Auftreten von Albert und Charlène. Schließlich wurde dem Paar in der Vergangenheit immer wieder eine kriselnde Ehe nachgesagt, auch wenn es das dementierte, und Krankheiten und Klinikaufenthalte der Fürstin sorgten für Schlagzeilen.

Charlène hatte lange mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen

2021 saß Charlène lange mit Gesundheitsproblemen in ihrer südafrikanischen Heimat fest, musste mehrfach operiert werden. Kurz nach ihrer Rückkehr nach Monaco im November reiste sie schon wieder ab aus dem Fürstentum, mehrere Monate war sie in einer Klinik. Als Grund nannte Albert damals in einem Interview physische und emotionale Erschöpfung. 2022 kehrte die Fürstin dann zurück zu ihrer Familie und zeigte sich nach und nach wieder in der Öffentlichkeit. Auch in den vergangenen Monaten ließ sich das Paar immer wieder gemeinsam bei öffentlichen Anlässen sehen, zuletzt etwa bei einem Rugbyspiel in Monaco.

Wunderland-Zwillinge: „Meine größte Angst ist, dass er mal sterben könnte“

Der eine das Technikgenie, der andere der visionäre Träumer. Einst waren sie Disco-Besitzer, heute sind sie die berühmtesten Modellbauer der Welt. In einem Kinofilm erzählen Frederik und Gerrit Braun nun ihre Geschichte – und reden über Verlustängste, die sie seit ihrer Kindheit begleiten.

Und nun eben im Hamburger Wunderland. Dort wirkt die Familie gelöst, Albert lacht immer wieder, und die Kinder fiebern voll bei dem Miniatur-Formel-1-Rennen mit, nachdem es nach einer ersten Panne in Gang ist. Jacques klatscht mit Papa Albert ab, der hat zwischendurch seine Hände auf dessen Schultern liegen. Und Gabriella tanzt vor der Rennstrecke herum, als ihr Wagen vorn liegt, und ärgert sich, als der ihrer Mutter sie überholt und am Ende gewinnt. Aber als sie eine Minitrophäe bekommt – wie hier eben alles mini ist –, ist das schnell vergessen.

Ist sie jetzt kühl, ist sie enthusiastisch?

Frederik Braun,

einer der Miniatur-Wunderland-Gründer

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Charlène wirkt eher zurückhaltend, beobachtet das Ganze etwas weniger euphorisch. Doch beim privaten Rundgang mit den Braun-Brüdern vorher, so erzählt Frederik Braun es dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), soll sie „so unfassbar nette Worte“ gefunden haben.

Sowieso sei es schön für ihn gewesen, zu erleben, dass Charlène, Albert und die Kinder „auch ganz normale Menschen“ seien. Der bei der Eröffnung sichtlich nervöse Braun schwärmt: „Es war wahnsinnig besonders, sie so privat zu erleben. Albert hat so eine gewinnende Art, das ist unfassbar.“ Aber bei den Kindern und auch Charlène sei er sich anfangs unsicher gewesen: „Ist sie jetzt kühl, ist sie enthusiastisch?“ Doch es sei mit jeder Minuten netter und entspannter geworden.

Charlène klatscht bei der Eröffnung der neuen Monaco-Welt im Miniatur Wunderland.

Albert schwärmt vom Miniatur-Monaco

Und Albert wiederum schwärmte im Interview mit der dpa, dem einzigen, das er an diesem Tag gab, ebenfalls von dem Miniatur-Monaco. „Wirklich unglaublich“, nannte der 66-Jährige es. Die vielen Details in der Modelllandschaft seien wunderbar.

Nach der Eröffnung ging es für das Paar noch kurz weiter zu einer Feier mit Hamburger Prominenten, doch nicht mal eine Stunde später machte sich die Kolonne mit der kleinen Familie und mehreren Polizeiwagen und -motorrädern wieder auf den Weg zum Flughafen – und dann zurück ins echte Monaco.

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Albert II. und Familie eröffnen Mini-Monaco im Hamburger Miniatur Wunderland
Auf 36 Quadratmetern ist der Staat Monaco im Hamburger Miniatur Wunderland nachgebaut worden. Zur Eröffnung gab es fürstlichen Glanz in der Hansestadt.

Ein durchgetakteter Tag für die Royals aus Monaco

Sowieso war der ganze Tag durchgetaktet. Mittags soll das Paar im Sternerestaurant Haerlin gespeist haben. Danach mit Polizeieskorte zum für normale Besucherinnen und Besucher ab mittags gesperrten Wunderland zur Privatführung mit den Brüdern Braun durch die Modelleisenbahnausstellung, und dann Eröffnung und Feier.

Die Formel-1-Rennstrecke ist das Highlight des neuen Monaco-Abschnitts im Miniatur Wunderland in Hamburg.

Doch das hielt die Familie nicht davon ab, sich auch deutschen Royal-Fans und Interessierten nahbar und geeint zu zeigen – und damit den Schlagzeilen etwas entgegenzusetzen. Schon mittags beim Einchecken in das Hotel Vierjahreszeiten an der Binnenalster, vor den ersten Terminen, nahmen sie sich kurz Zeit für Fans.

„Sie haben Autogramme gegeben und Selfies gemacht und wirkten sehr entspannt“, berichtete der Hamburger Falk Prager (38), der sich den Tag extra freigenommen hatte, um erst am Hotel und dann später auch noch bei der Ankunft der Royals am Wunderland die Adeligen aus Monaco zu sehen und ein paar Fotos fürs Album zu machen.

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Charlène posiert für ein Selfie.

Selfies mit Albert und Charlène

Am Wunderland sind es nicht allzu viele, die sich eingefunden haben – kein Vergleich mit dem Besuch von König Charles im vergangenen Jahr in Hamburg. Aber dennoch: Ein paar haben Bilder für Autogramme mitgebracht und Wiebke Renken, die gar nicht damit gerechnet hatte, dass die Royals aus Monaco bei ihr stoppen, lässt Charlène spontan auf ihrer Handyhülle unterschrieben: „Ich bin begeistert. Ich dachte nicht, dass sie so nahbar ist“, sagt sie danach dem RND.

Und wer die royale Familie an diesem Tag nicht selbst vor Ort sehen konnte, kann das ab sofort dann im Wunderland nachholen. Denn noch am selben Abend fertigten die Modellbauer vier kleine Figuren von Albert, Charlène, Gabriella und Jacques an, in den Outfits, die sie zur Eröffnung trugen. Albert im blauen Anzug, Charlène im eleganten weißen Mantel und braunen Wildlederstiefeln, Gabriella passend dazu im weißen Strickkleid und ebenfalls braunen Stiefeln und Jacques in heller Hose und blauem Pulli. Man muss sie nur ein bisschen suchen in dem Gewimmel. Und auch ein Formel-1-Rennen kann man sich ansehen, dann aber nicht mit Charlène als Gewinnerin. Denn die Strecke ist so programmiert, dass die Wagen mit immer unterschiedlichen Ergebnissen über die Strecke fahren. Wie auf der echten Rennstrecke in Monaco.

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