Vor Bundestagswahl im Herbst

Merkel-Söder-Kurs und Skandale: Deutsche rechnen in neuer Umfrage ab - Union fällt historisch tief

Umfragen sind eine Momentaufnahme, doch Trends lassen sich über die Zeit gut ablesen. Zurzeit scheint das Corona-Chaos der Union Stimmen zu kosten.

Berlin - Die Umfragewerte der Union erlebten im Sommer 2020 einen Höhenflug. Deutschland wurde für sein Corona-Management in der ersten Welle gelobt. Angela Merkel*, Jens Spahn und Markus Söder als führende Corona-Unions-Manager standen gut da. Doch mit der zweiten Welle und den deutlich höheren Fall- und Todeszahlen kam auch die Ernüchterung bei den Menschen: Hin und Her beim Lockdown, zähe Beratungen, viel zu langsame Abläufe.

Während die Exekutivmacht der Regierung in der ersten Corona-Welle noch hingenommen wurde, bringt sich die Opposition mittlerweile lauter ins Spiel. Masken-Affären* sowie Impf- und Testchaos scheinen an der Union und ihren Umfragewerten nicht spurlos vorbei zu gehen. Und das im Sinne der Parteien ausgerechnet vor den ersten Landtagswahlen in einer Woche in Rheinland-Pfalz* und Baden-Württemberg*.

Union sinkt in einer aktuellen Umfrage unter ihr Wahlergebnis von der Bundestagswahl 2017

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die Bild am Sonntag zeigt: Im „Sonntagstrend“ kommen CDU* und CSU* gemeinsam nur noch auf 32 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche und gleichzeitig der niedrigste Wert seit März 2020, zeitlich im Prinzip der deutsche Beginn der Corona-Krise. Damals erhielt die Partei 24 Prozent der Umfragestimmen - so wenig wie seit 2018 nicht mehr.

Und das ist noch nicht alles: Die Union liegt mit dem aktuellen Wert sogar unter ihrem Bundestagswahlergebnis von 2017, als sie auf 32,9 Prozent der Stimmen kam. Und auch mit der Regierungsarbeit von CDU und CSU sind viele der Befragung zufolge nicht glücklich: 47 Prozent der Teilnehmer seien damit unzufrieden, 43 Prozent zufrieden.

Umfrage in Deutschland: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre - „Große Koalition“ ohne Mehrheit?

Die SPD* erhielt bei der wöchentlichen Umfrage von Kantar 16 Prozent und blieb damit unverändert. Prozentual hätte damit die Große Koalition keine Mehrheit mehr. Ebenso unverändert bleibt die Linke* bei neun Prozent. Die Grünen* (19 Prozent), die AfD* (zehn Prozent) und die FDP* (neun Prozent) gewannen jeweils einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche hinzu.

Hintergrund zur Umfrage

Das Meinungsforschungsinstitut Kantar hat für die Ergebnisse 2410 Menschen im Zeitraum vom 25. Februar bis zum 3. März gefragt, wen sie wählen würden, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre.

In einer anderen Umfrage (Stand 4. März) von Infratest dimap kommt die Union ebenfalls nur auf 33 Prozent. Bei INSA (Stand 2. März) sind es 32,5 Prozent. GMS gab am 15. Februar noch eine Umfrage raus, bei der die Union immerhin 37 Prozent erreicht, ebenso bei Allensbach (Stand 25. Februar).

Ergebnisse der anderen großen Parteien in den genannten Zeiträumen bei Umfragen unterschiedlicher Meinungsinsitute:

  • SPD zwischen 15 und 17 Prozent
  • Grünen zwischen 17 und 20 Prozent
  • FDP zwischen 7 und 10 Prozent
  • Linke zwischen 7 und 9 Prozent
  • AfD zwischen 9 und 11 Prozent

(cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christian Spicker/imago-images

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