„Die meisten kehren zurück“

Botschafter Melnyk kritisiert Deutschland erneut: Geflüchtete Ukrainer „haben keine Lust, hierzubleiben“

Ukraine-Krieg - Andrij Melnyk
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Der Botschafter der Ukraine Andrij Melnyk hat für einen schnellen Beitritt seines Landes in die Nato plädiert. Laut ihm würde dadurch das Risiko gesenkt werden, dass Russland Atomwaffen einsetzt. (Archivbild)

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk merkt an, dass sich seine geflüchteten Landsleute in Deutschland nicht willkommen fühlen würden.

München / Berlin - Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, ist bekannt dafür, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten. Das beweisen auch seine jüngsten Aussagen im eskalierten Ukraine-Konflikt: Melnyk sieht seine geflüchteten Landsleute in Deutschland nicht willkommen.

Tod, Flucht und Zerstörung - Die schlimmen Bilder des Ukraine-Kriegs

Wrackteile zwischen Häusern
Ein Bild der Zerstörung: Hier sind die Reste eines Fliegers zu sehen. © OLEKSANDR RATUSHNIAK/dpa
Wladimir Putin geht an einer großen Säule vorbei
Um ihn dreht sich derzeit alles: Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Einmarsch seiner Truppen in die Ukraine befohlen. © ALEXEY NIKOLSKY/afp
Ein Mädchen schiebt einen Koffer an mehreren sitzenden Personen vorbei
Im polnischen Przemysl unweit der ukrainischen Grenze harren viele Geflüchtete aus. © JANEK SKARZYNSKI/afp
Protestschild mit Gesicht von Wladimir Putin
Klare Worte: Auf diesem Protestbild wird Wladimir Putin als Barbar tituliert. © YASIN AKGUL/afp
Frau mit blutendem Gesicht und Kopfverband
Heftig erwischt: Eine Frau trägt nach einer Kopfverletzung einen Verband und Blutspuren im Gesicht. © Wolfgang Schwan/picture alliance/aa
Soldaten vor einem Gebäude
In der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk patrouillieren Soldaten. © Ukrinform/dpa
Eine Frau steht vor einem zerstörten Haus und schlägt die Hände vor dem Gesicht zusammen
Diese Frau kann den Anblick der Kriegszerstörung nur schwer ertragen. © Emilio Morenatti/dpa
Teile einer Rakete liegen nahe einer Straße
Neben Straßen werden diverse Teile von Raketen gefunden. © GENYA SAVILOV/afp
Mehrere Menschen halten eine große ukrainische Flagge
In New York halten zahlreiche Menschen auf einer Kundgebung gegen den Krieg in der Ukraine eine mehrere Meter lange Flagge. © Michael Brochstein/dpa
Soldaten stehen hinter Wrackteilen auf einer Straße
Mitten auf einer Straße sind Wrackteile eines Fliegers niedergegangen. © GENYA SAVILOV/afp
Militärfahreuge auf einer Schnellstraße
Ein Militärkonvoi sammelt sich in der Nähe der russisch-ukrainischen Grenze in der Region Belgorod. © Anton Vergun/Sputnik/dpa
Rauchschwaden über Kiew
Über der Hauptstadt der Ukraine sind Rauchschwaden zu sehen © Kyodo/dpa
Frau mit Verletzungen im Gesicht
Von wegen Zivilisten werden verschont: Diese Frau bekommt die Folgen des Angriffs unmittelbar zu spüren. © ARIS MESSINIS/afp
Soldaten suchen unter einer Brücke Schutz
Im Zuge der Gefechte in Kiew positionieren sich Soldaten unter einer Brücke. © Emilio Morenatti/dpa
Menschen gehen vor Panzerwagen durch einen Matschweg
Im russischen Rostow gehen Passanten einen matschigen Weg entlang, an dem Panzer positioniert sind. © Stringer/afp
Demonstranten halten Bilder hoch, die Putin als Hitler-Abklatsch zeigen
Wie hier in der tschechischen Hauptstadt Prag demonstrieren rund um die Welt Tausende friedlich gegen den Einmarsch Russlands - Wladimir Putin wird dabei mit Adolf Hitler verglichen. © MICHAL CIZEK/&afp
Russische Soldaten auf einem Militärwagen
Bei Armjansk im Norden der Krim sitzen russische Soldaten auf einem Militärwagen. © Konstantin Mihalchevskiy/Sputnik/dpa
Menschen sitzen auf einem Liegestuhl und spenden Blut
Viele Menschen spenden Blut für das Militär. © YURIY DYACHYSHYN/afp
Militärfahrzeug in Wohnsiedlung
Bei einem Schusswechsel sollen mindestens zwei russische Militärangehörige ums Leben gekommen sein, die sich mit ukrainischen Uniformen getarnt haben. © SERGEI SUPINSKY/afp
Wrackteile eines Flugzeugs liegen zwischen Häusern
Ein Feuerwehrmann inspiziert die Wrackteile eines offenbar abgeschossenen Flugzeugs, das in Kiew zwischen Häusern abgestürzt ist. © OLEKSANDR RATUSHNIAK/dpa
Soldaten gehen auf einem Grasabschnitt zwischen zwei Straßen in Stellung
Aus einem Auto heraus sind ukrainische Soldaten zu sehen, die zur Verteidigung von Kiew auf einem Grasabschnitt zwischen zwei Straßen in Stellung gehen. © Emilio Morenatti/dpa
Mehrere Menschen vor einer Wand volle Waffen
Die Bürger in der Ukraine bringen sich auch in Luftschutzbunkern in Schutz. © SERGEI CHUZAVKOV/afp
Ein Mann in Uniform steht vor einem zerstörten Haus
Ein Militärangehöriger schaut vor einem zerstörten Haus auf sein Handy. © GENYA SAVILOV/afp
Menschen sitzen in einer U-Bahn-Station am Boden
In einer U-Bahn-Station harren die Bürger aus, um sich vor dem Luftbeschuss der russischen Armee zu schützen. © VIACHESLAV RATYNSKYI/picture alliance/aa
Militärfahrzeuge sind auf einer Straße unterwegs
Ein ukrainischer Militärkonvoi bahnt sich seinen Weg zum Einsatzort. © DANIEL LEAL/afp
Panzer stehen zwischen Bäumen
Nahe Kiew stehen diese Militärfahrzeuge zur Verteidigung bereit. © DANIEL LEAL/afp
Zerstörtes Haus bei Nacht
Ein Haus in Kiew ist schwer beschädigt, bei Nacht suchen die Rettungskräfte nach Verletzten. © afp
Feuerwehr an einem zerstörten Haus
In einem völlig zerstörten Haus in Kiew sind Feuerwehrkräfte bei der Arbeit. © GENYA SAVILOV/afp

„Die meisten Ukrainer kehren zurück, schon längst. Es sind mehr Menschen, die abreisen aus diesem Land, als zu Ihnen kommen“, so Melnyk in der Bild. Der Botschafter sagte weiter, man solle sich in Deutschland Gedanken machen, warum viele Ukrainer „keine Lust haben, hierzubleiben“. Melnyk sprach die schleppenden Waffenlieferungen von Deutschland an sein Land an: Deutschland trage deshalb aus Sicht der Ukrainer Verantwortung für viele Tote, die dem von Wladimir Putin befohlenen Ukraine-Krieg zum Opfer gefallen sind.

Melnyk erwartet von Bundeskanzler Scholz klare Zusagen zu Lieferdaten schwerer Waffen

Von Bundeskanzler Olaf Scholz, der nach langem Abwarten nun womöglich eine Kiew-Reise antritt, erwartet Melnyk klare Zusagen. „Wir hoffen, dass der Kanzler bei seinem Besuch in Kiew endlich die deutschen Versprechen wahrmacht, was die Waffenlieferungen und auch den EU-Beitritt der Ukraine betrifft“, so Melnyk zum Spiegel.

Nur Ankündigungen seinen im Krieg keine Hilfe. Scholz müsse konkrete Daten liefern, wann die versprochenen Waffen wie die Panzerhaubitze 2000 oder der Gepard-Flugabwehrpanzer kämen. Auch was die EU-Mitgliedschaft der Ukraine angeht, erhofft sich Melnyk einen Schritt nach vorne. „Wenn der deutsche Kanzler gemeinsam mit den Regierungschefs aus Paris und Rom ein Zeichen setzt, dass die Ukraine Beitrittskandidat werden kann, wäre das mehr als nur ein starkes Symbol“, so Melnyk.

Scholz wird Medienberichten zufolge noch diesen Monat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Regierungschef Mario Draghi nach Kiew reisen. (cg)

Russland hat im Ukraine-Krieg bereits mit seinen Atomwaffen gedroht. Laut einem Friedensforschungsinstitut ist das Szenario eines Atomkriegs so real wie seit Jahrzehnten nicht.

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