Aufklärung und Unterstützung

Ukrainischer Guerilla-Krieg im Süden: „Das Leben der russischen Besatzer unerträglich machen“

Im Süden der Ukraine kommt es vermehrt zu koordinierten Aktionen von Guerilla-Kämpfern. Für Kiew ein nicht zu verachtender Vorteil im Krieg gegen Russland.

Kiew – Während sich die Offensive der russischen Streitkräfte im Osten der Ukraine deutlich verlangsamt hat, rückt der Süden des Landes im Ukraine-Krieg zunehmend in den Fokus. Dort streben die ukrainischen Truppen eine Gegenoffensive an, um die von Russland besetzten Städte wieder zurückzuerobern. Gerade die strategisch wichtige Stadt Cherson am Ufer des Dnepr wird als erstes Ziel der ukrainischen Streitkräfte bei der Gegenoffensive angesehen.

Mit der Hilfe von US-amerikanischen Himars-Mehrfachraketenwerfern hat die ukrainische Armee in den vergangenen Wochen vermehrt auch Brücken beschossen und zerstört, um so die in der Stadt stationierten russischen Soldaten abzuschneiden. Der Militärexperte Ed Arnold rechnete in einem Interview mit dem Spiegel zuletzt damit, dass sich Cherson bis September bereits wieder in ukrainischer Hand befinden könnte. Berichten zufolge erhält die ukrainische Armee dabei auch Unterstützung von Guerilla-Kämpfern.

Ukraine-Krieg: Einsatz von Guerilla-Kämpfer im Süden - „das Leben der russischen Besatzer unerträglich machen“

Wie die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet, gehört zu den Hauptaufgaben der ukrainischen Guerilla-Kämpfer das Sprengen von Brücken oder Eisenbahnschienen, Attentate auf pro-russische Beamte oder die Aufklärung strategisch wichtiger Positionen von Kreml-Chef Wladimir Putins Soldaten. „Unser Ziel ist es, das Leben der russischen Besatzer unerträglich zu machen und alle Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Pläne zu vereiteln“, erklärte ein anonymer Koordinator der Guerilla-Bewegung gegenüber der Nachrichtenagentur.

Die ukrainischen Soldaten werden vor allem im Süden des Landes verstärkt durch Guerilla-Kämpfer unterstützt. (Symbolbild)

Dass die ukrainischen Streitkräfte bei ihren Bemühungen im Krieg gegen Russland immer stärker auf Partisanen und Guerilla-Kämpfer zurückgreifen, ist dabei jedoch keine Neuigkeit. Bereits Ende Juni berichtete das amerikanische „Institute for the Study of War“ (ISW) von der vermehrten Formierung von Guerilla-Kräften in der Südukraine. „Diese Partisanenaktivität im Süden der Ukraine sieht zunehmend koordiniert aus und könnte eine kohärente Kampagne zur Erosion der russischen Kontrolle sein, Kosten verursachen, die die russischen Fähigkeiten und Willen zermürben sowie den Widerstand fördern“, lautete die Einschätzung des ISW. „Diese Effekte unterstützen zukünftige Gegenangriffe, um Terrain zurückzuerobern“, hieß es weiter.

Ukraine-Krieg: Guerilla-Kämpfer helfen bei der Aufklärung - Artillerie „noch leistungsfähiger“

Entscheidend bei der Unterstützung der ukrainischen Militäraktionen könnte vor allem die Aufklärung sein. Die ukrainischen Streitkräfte verfügen bereits seit mehreren Wochen über den Mehrfachraketenwerfer Himars. Dieser kann je nach Munition Ziele in bis zu 80 Kilometer Entfernung angreifen. Damit kann das ukrainische Militär aus sicherer Entfernung taktische Ziele weit hinter der Frontlinie angreifen. Partisanen-Kämpfer können bei diesem Vorgehen als Späher eingesetzt werden und den Truppen die Standorte russischer Ziele melden.

„Wir geben dem ukrainischen Militär genaue Koordinaten für verschiedene Ziele, und die Unterstützung der Guerilla macht die neuen Langstreckenwaffen, insbesondere HIMARS, noch leistungsfähiger“, erklärt der anonyme Guerilla-Kämpfer gegenüber AP. So könne man quasi unsichtbar hinter den feindlichen Linien agieren.

Ukraine-Krieg: Anschläge auf pro-russische Beamte häufen sich – Cherson-Gouverneur im Koma

Hinzu kommen mehrere Anschläge durch Partisanen auf pro-russische Beamte, die sich in den vergangenen Wochen ereignet haben. So vereitelten die russischen Truppen bereits im Juli nach eigenen Angaben einen Anschlag auf den von Moskau installierten Gouverneur von Cherson, Wolodymyr Saldo. Der 66-Jährige wurde Anfang August mit Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert und liegt mittlerweile im Koma. Sein Zustand gilt als kritisch. Ob die mögliche Vergiftung im Zusammenhang mit einem Anschlag steht, ist jedoch unklar.

Zwei weitere Beamte aus Saldos näherem Umfeld kamen in den vergangenen Wochen ums Leben. Pavel Slobodchikov wurde in seinem Auto erschossen, Dmytry Savluchenko starb durch eine Autobombe. In der vergangenen Woche etwa haben ukrainische Partisanen auch in dem von russischen Truppen eroberten Gebiet Luhansk angeblich zwei Kollaborateure in einem Auto beschossen und verletzt. Es handle sich um den Bürgermeister der Stadt Bilowodsk und dessen Stellvertreterin, schrieb der ukrainische Gouverneur des Gebiets, Serhij Hajdai.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Bereits am ersten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die Gräuel des Krieges deutlich. Bomben gehen auf die Stadt Tschuhujiw nieder. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht schwer verletzt und notdürftig behandelt vor dem Krankenhaus der Stadt. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
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Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
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Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago

Explosion auf der Krim - hatten auch hier Guerilla-Kämpfer ihre Finger im Spiel?

Auch bei der Explosion auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim am Dienstag sollen Partisanen beteiligt gewesen sein. Das behauptet zumindest die ukrainische Führung. Der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Olexij Arestowytsch, sprach inoffiziell von einem Angriff mit einer neuen ukrainischen Waffe.

Arestowytsch erwähnte dabei auch den möglichen Einsatz von Partisanen. Auch die US-Zeitung New York Times geht in ihrer Berichterstattung von Partisanen-Unterstützung aus. Moskau wies die Vorwürfe zurück und verwies darauf, dass es aus Fahrlässigkeit zu einer Munitions-Explosion gekommen sei. Die Informationen können nicht unabhängig überprüft werden.

Sollten die Guerilla-Operationen weiter so koordiniert ablaufen, könnten sich für Kiew dadurch erhebliche Vorteile im Krieg gegen Russland bieten. „Bedeutet das, dass die Ukraine gewinnen wird? Es bedeutet zumindest, dass sie eine Chance haben“, schätzte Jennifer Cafarella vom ISW Ende Juni die Lage mit Blick auf die Partisanen ein. (fd mit dpa)

Rubriklistenbild: © David Goldman/dpa

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