Ukraine-Krieg

Wie die ukrainische Armee Charkiw zurückerobert hat 

Ukrainische Soldaten begutachten einen zerstörten Panzer in der Nähe von Charkiw.
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Ukrainische Soldaten begutachten einen zerstörten Panzer in der Nähe von Charkiw.

Charkiw gilt als wichtiges strategisches Ziel für Russland. Doch die Ukraine gewinnt mit einer Gegenoffensive an Boden. 

Charkiw – Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben weitere Geländegewinnen in der Region um die Millionenstadt Charkiw im Nordosten des Landes erzielt. Soldaten der 127. Brigade hätten „die Russen vertrieben und die Staatsgrenze zurückerobert“, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. In der Donbass-Region bereitete sich die ukrainische Armee am Montag unterdessen auf verstärkte Angriffe Russlands vor. Auf die geplanten Nato-Beitritte Schwedens und Finnlands reagierte Moskau mit Warnungen.

Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte ein Video, in dem an einem gelb-blauen Grenzpfosten stehende Soldaten zu sehen waren. „Wir haben es geschafft, wir sind hier“, sagte einer der Soldaten an Präsident Wolodymyr Selenskyj gerichtet. Die Einheit habe die Grenze „zum Besatzungsland“ erreicht.

Ukraine-Krieg: Charkiw nach Gegenoffensive in ukrainischer Hand

Den ukrainischen Truppen gelang es nach Angaben Kiews nach einer Gegenoffensive, die Gebiete nördlich von Charkiw zurückzuerobern. Russland ziehe seine Einheiten aus der Region ab und verlege sie für eine neue Offensive Richtung Luhansk in den Donbass, sagte der ukrainische Präsidentenberater Oleksij Arestowytsch.

Am 6. Mai startete die Ukraine eine breit angelegte Gegenoffensive und eroberte Tsyrkuny, Peremoha und Cherkasi Tyshky zurück. „Der Hauptgewinn war, dass wir den Großteil der russischen Artillerie aus der Reichweite von Charkiw verdrängt haben; das war eine große Erleichterung“, sagte Major Nicolai Pavluyk gegenüber dem Nachrichtenportal Independent. „Es war auch ein großartiges Gefühl, an der Front zu stehen und sie zum Rückzug zu zwingen und Territorium zurückzugewinnen. Früher haben wir Brücken gesprengt, um die Russen aufzuhalten, jetzt sprengen sie Brücken, um uns aufzuhalten.“

Ukraine-Konflikt: Charkiw als strategisches Ziel für Russland

Wie der Independent berichtet, ist Charkiw als große russischsprachige Stadt ein wichtiges strategisches Ziel von Russland während des Krieges. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte vor Beginn des Krieges voraus, dass Charkiw unter dem Vorwand, die Einwohner zu „schützen“, eingenommen werden würde. Der Bürgermeister der Stadt, Ihor Terekhov, räumte sogar ein, dass „Charkiw immer als mehr oder weniger loyal gegenüber Russland betrachtet wurde“.

Auch die USA erklärten, dass die Ukraine die „Schlacht von Charkiw gewonnen“ habe. Was sich jetzt in der Stadt abspielt, so Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, bestärkt die wachsende Überzeugung, dass „die Ukraine diesen Krieg gewinnen kann“. Doch Angehörige der ukrainischen Streitkräfte warnen laut Independent vor übermäßigem Selbstvertrauen, da die Region um die Stadt immer noch unter Beschuss stünde.

Derweil macht sich beim Militär von Russland und Wladimir Putin angeblich Furcht breit, was zu einem Soldatenmangel führe. (marv)

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