News-Ticker zum Militärgeschehen

Ukraine-Krieg: Videos aufgetaucht - Pro-Russische Soldaten verweigern offenbar den Kampf

Russland verliert im Ukraine-Krieg offenbar mehrere Kampfhubschrauber in kurzer Zeit. Wladimir Putin bekräftigt sein Ziel im Donbass. Der News-Ticker zum Militärgeschehen.

Update vom 16. August, 7.02 Uhr: Soldaten der Miliz der pro-russischen Republik Luhansk, die vom Westen nicht anerkannt wird, verweigern offenbar den Kampf in Donezk. Nach Informationen des Institute for the Study of War (ISW) gibt es Videos, die zeigen sollen, wie Soldaten des Bataillons 2740 aus Luhansk nicht kämpfen wollen. Sie hätten am 3. Juli den Sieg gefeiert, als russische und pro-russische Truppen die Grenze des Oblast Luhansk erreicht hätten. Ihre Arbeit sei „erledigt“.

Einige russische Militärblogger kritisierten demnach diese Soldaten, da sie von Russland Unterstützung für ihrer eigene „Befreiung“ gefordert hätten, sich darauf aber weigern würden, in Donezk zu kämpfen. Das ISW selbst kann die Authentizität der Videos aber nicht bestätigen.

Milizsoldaten der Volksrepublik Luhansk bereiten ein Angriff mit Granatwerfern vor. (Foto vom 29. Mai 2022)

Laut ISW hat es bereits eine ähnliche Haltung bei Truppen der Volksrepublik Donezk gegeben, als sie außerhalb ihres Gebietes in Luhansk, Charkiw und Cherson kämpfen sollten. Nach Ansicht der US-Denkfabrik ist das Zeichen dafür, dass die Truppen beider Volksrepubliken die militärischen Ziele des Kremls in der Ukraine nicht voll unterstützen.

Ukraine-Krieg: Kiew meldet Erfolge gegen Russland

Update vom 15. August, 22.42 Uhr: Die Ukraine hat am Montag mehrere militärische Erfolge vermeldet: So habe die Zerstörung einer Eisenbahnbrücke bei Melitopol im Süden des Landes den russischen Nachschub beinahe „unmöglich gemacht“. Zudem zeigten Videos einen mutmaßlichen Raketentreffer auf eine Basis der Söldner-Gruppe Wagner im russisch besetzten Popasna im Oblast Luhansk in der Ostukraine. Die Angaben und Bilder ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.

Iwan Fedorow, der Bürgermeister des ebenfalls besetzten Melitopol, berichtete laut cnn.com im ukrainischen Fernsehen, Russland sei es bislang nicht gelungen, die in der Nacht auf Sonntag gesprengte Brücke wieder nutzbar zu machen. Unter anderem der Nachschub an Munition sei so in Frage gestellt. Laut Fedorow verlegt Russland zugleich Truppen aus der Gegend des strategisch wichtigen Cherson nach Melitopol, Armeeangehörige brächten zugleich ihre Familien aus der Stadt. Auch der Geheimdienst FSB, tschetschenische Einheiten und die Nationalgarde Russlands seien präsent. Eine mögliche Deutung: Russland fürchtet einen neuerlichen Kampf um die Stadt. Das bleibt vorerst aber Spekulation.

Serhij Hayday, Chef der ukrainischen Militäradministration im Oblast Luhansk, vermeldete auf Telegram unterdessen einen „gut gezielten Schlag“ auf eine „Zentrale“ der Gruppe Wagner. Die Zahl der Toten werde noch ermittelt, erklärte er. Zugleich räumte der Generalstab der Ukraine aber auch einen vorläufigen Höhepunkt der russischen Angriffe in der Region Charkiw ein. Laut CNN zeigten Videos einen Vormarsch russischer Truppen durch eine lange umkämpfte Industrieanlage in der Stadt Soledar.

Ein Denkmal für die gefallenen Soldaten des Donbass-Krieges von 2014 steht in der Nähe des zerstörten Gebäudes der staatlichen Regionalverwaltung. (Archiv)

Ukraine: Donbass-Behörden drohen drei Kämpfern aus Westeuropa offenbar mit Todesstrafe

Update vom 15. August, 21.03 Uhr: Medienberichten zufolge haben Seperatistenbehörden im Donbass Anklage gegen fünf Söldner in Diensten der Ukraine erhoben. Es handelt sich um Männer aus den EU-Staaten Schweden und Kroatien sowie aus dem Vereinigten Königreich. Drei von ihnen könnte offenbar die Todesstrafe drohen. Das meldete am Montagnachmittag die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti. Ukrainische Medien wie Kyiv Independent und Nexta griffen die Meldung auf.

Den Angaben zufolge wird einem schwedischen, einem kroatischen und einem britischen Staatsbürger „Teilnahme an Militäraktionen“ und „Training für die gewaltsame Machtergreifung“ vorgeworfen. Zwei weiteren Briten legen die prorussischen Ermittler offenbar „Teilnahme an Feindseligkeiten als Söldner“ und „Rekrutierung von Söldnern“ zur Last. Eine hypothetische Verurteilung zum Tode würde wohl auch die Beziehung zwischen Westen und Russland weiter massiv belasten.

Ukraine-Krieg: Wieder Explosionen am Atomkraftwerk – Ukraine rügt „atomaren Terror“

Update vom 15. August, 18.43 Uhr: Um das von russischen Truppen besetzte ukrainische AKW Saporischschja sind nach Behördenangaben Explosionen zu hören. Das Gebiet des Kernkraftwerks nahe der Stadt Enerhodar und Wohnviertel seien 25 Mal mit schwerer Artillerie beschossen worden, teilte der Besatzungsvertreter Wladimir Rogow am Montag in seinem Blog im Nachrichtendienst Telegram mit. Demnach schlugen dort Granaten ein. Dem aus Enerhodar geflohenen ukrainischen Bürgermeister Dmytro Orlow zufolge sind in der Kraftwerksstadt Explosionen zu hören gewesen.

Die Ukraine wirft Russland vor, mit dem Beschuss „atomaren Terror“ zu betreiben. Besatzungsvertreter Rogow wiederum hatte mitgeteilt, ukrainische „Terroristen“ würden die Schüsse abfeuern. Er hatte zuvor auch eine Feuerpause vorgeschlagen. Die Ukraine forderte den Abzug russischer Truppen aus dem größten europäischen Kraftwerk. Russland lehnt eine Übergabe des Kernkraftwerks ab. Kiew hat das Kraftwerksgelände eigenen Angaben nach bereits mit Kampfdrohnen angegriffen.

Die Ukraine beschuldigt die russischen Truppen, das AKW als Festung zu nutzen, um von dort auf die am anderen Ufer des Dnipro-Stausees liegenden Kleinstädte Nikopol und Marhanez zu schießen. Russland hingegen behauptet, die Ukraine beschieße die Anlage mit Drohnen, schwerer Artillerie und Raketenwerfern. In den meisten Fällen fange die russische Luftabwehr die Geschosse ab, hieß es. Dennoch sei bereits Infrastruktur auch im Bereich des dortigen Atommülllagers getroffen worden. Eine erhöhte Radioaktivität wurde nach Angaben von Experten bisher nicht registriert.

Update vom 15. August, 17.50 Uhr: Das ukrainische Parlament hat das seit dem 24. Februar geltende Kriegsrecht und die allgemeine Mobilmachung erneut um 90 Tage verlängert. Das teilte Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk am Montag nach einer Sitzung mit. Kriegsrecht und Mobilmachung einschließlich der Ausreisesperre für Männer im wehrpflichtigen Alter zwischen 18 und 60 Jahren gelten nun bis einschließlich 21. November. Es ist bereits die zweite Verlängerung seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp einem halben Jahr.

Das Kriegsrecht gibt dem Militär erweiterte Rechte und schränkt bürgerliche Freiheiten wie das Demonstrationsrecht ein. Die Dauer des Kriegszustands sehen viele Experten als einen Indikator dafür, für wie lange sich Kiew derzeit noch auf mögliche militärische Kämpfe einstellt.

Russland verliert angeblich drei „Alligator“: Ukraine vermeldet Abschuss von Kampfhubschraubern

Update vom 15. August, 17.30 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben angeblich innerhalb von drei Tagen den dritten russischen Kampfhubschrauber Ka-52 „Alligator“ abgeschossen. Das berichtet The Kyiv Independent unter Berufung auf das ukrainische Militär. Unabhängig überprüfen lassen sich die Informationen nicht. Der Hubschrauber sei demnach in der ostukrainischen Region Donezk abgeschossen worden, heißt es.

Der Kamow Ka-52 ist ein zweisitziger russischer Kampfhubschrauber mit Koaxialrotor, das heißt, zwei gegenläufig drehende Hauptrotoren sind übereinander angeordnet. Zur Bewaffnung des „Alligator“ zählen Luft-Luft-Lenkflugkörper und Luft-Boden-Lenkflugkörper sowie eine 30-mm-Maschinenkanone. Die russischen Streitkräfte sollen laut Angaben und Fotos aus Kiew sowie Videos von ukrainischen Soldaten schon mehrere dieser Helikopter verloren haben.

Kampfhubschrauber der russischen Streitkräfte: der Ka-52 „Alligator“.

Wladimir Putin bekräftigt sein Ziel: Russland-Präsident will den gesamten Donbass einnehmen

Update vom 15. August, 16.45 Uhr: Fast sechs Monate nach Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine hat der russische Präsident Wladimir Putin das Ziel einer kompletten Einnahme des Donbass bekräftigt. Die russische Armee erfülle in den „Volksrepubliken Donezk und Luhansk“ ihre Aufgaben, sagte der Kremlchef am Montag auf einem Militärforum in der Nähe von Moskau im Park „Patriot“ vor internationalen Gästen.

Während die Ukraine Russland schwerste Kriegsverbrechen und eine blutige Besatzerpolitik vorwirft, behauptete Putin einmal mehr, dass „der Boden des Donbass Schritt für Schritt befreit wird“ von ukrainischen Nationalisten. Putin hatte im Februar die ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk gegen internationalen Protest als unabhängige Staaten anerkannt und einen Krieg begonnen.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt. © BULENT KILIC/afp
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.  © YASUYOSHI CHIBA/afp
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt.
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt. © GENYA SAVILOV/afp
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.  © afp

Update vom 15. August, 15.29 Uhr: Bei der Explosion einer Landmine im Oblast Odessa soll es drei Tote und zwei Verletzte gegeben haben, wie die ukrainische Nachrichtenseite The Kyiv Independent am Montag berichtete. Serhiy Bratchuk, der Sprecher der Verwaltung der Oblast Odessa teilte mit, eine Gruppe von Menschen habe am Sonntag in der Ortschaft Satoka am Schwarzen Meer die dort geltenden Verbote ignoriert. Küsten- oder Strandbesuche sind dort eingeschränkt.

Russland beschießt offenbar Gebiet Tschernihiw im Norden der Ukraine

Update vom 15. August, 13.07 Uhr: Russland beschießt weiterhin intensiv das Gebiet Tschernihiw im Norden der Ukraine. Der Gouverneur der Oblast Tschernihiw, Wjatscheslaw Chaus, berichtete, dass die russischen Streitkräfte Siedlungen in der Nähe von Nowhorod-Siverskij beschossen haben. Die Angriffe hätten Schäden an Wohngebäuden verursacht, doch seien bisher keine Opfer zu beklagen, so Chaus weiter wie Kyiv Independent berichtete. Tschernihiw gilt als wichtiger Standort der ukainischen Armee.

Unterdessen meldete der staatliche Notdienst der Ukraine, dass in der Region innerhalb einer Woche 1.281 Sprengsätze gefunden wurden. Seit dem 24. Februar waren es nach Angaben der regionalen Militärverwaltung insgesamt 39.572 Sprengkörper in der Oblast Tschernihiw. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

Ein zerstörtes Schulgebäude der Schule 21 in Tschernihiw als Folge des Angriffs der russischen Armee. In der Region wurden innerhalb einer Woche 1.281 Sprengsätze gefunden, hieß es am Montag (Archivbild, Juli 2022).

Ukrainische Armee wehrt eigenen Angaben zufolge russische Vorstöße im Gebiet Donezk ab

Update vom 15. August, 11.10 Uhr: Im ostukrainischen Gebiet Donezk greifen die russischen Truppen weiter Stellungen der ukrainischen Armee an. Um die Städte Bachmut und Soledar herum seien russische Vorstöße abgewehrt worden, teilte der ukrainische Generalstab am Montagvormittag mit. Auch Angriffe nördlich der Stadt Slowjansk und bei Wuhledar seien zurückgeschlagen worden. Nördlich der Großstadt Donezk seien russische Attacken bei den Dörfern Pisky und Perwomajske gescheitert.

Russische Streitkräfte nehmen ukrainische Stadt Charkiw in der Nacht zum Montag weiter unter Beschuss

Update vom 15. August, 8.33 Uhr: In der Nacht von Sonntag auf Montag nahmen russische Streitkräfte offenbar die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw unter Beschuss. Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, teilte mit, dass die russischen Streitkräfte um 2:50 Uhr Ortszeit den Stadtteil Slobidsky beschossen und eine Fabrik trafen. Die Angaben konnte nicht von unabhängiger Seite verifiziert werden. Zunächst lagen keine Informationen über die Anzahl der Verletzten vor.

Ukrainisches Militär berichtet: Russland verlor seit Beginn des Krieges fast 44.000 Soldaten

Laut dem US-Verteidigungsministerium Pentagon verlor Russland seit Beginn des Ukraine-Krieges 70.000 bis 80.000 Soldaten. Der ukrainische Generalstab schätzte diese Zahl am Montagmorgen deutlich niedriger ein, wie die Zeitung Kyiv Independent berichtete. Demnach sollen seit Beginn der Invasion am 24. Februar 43.750 russische Streitkräfte gefallen sein. Zudem habe Russland 233 Flugzeuge, 195 Helikopter, 1876 Panzer, 985 Artilleriesysteme und 15 Boote verloren.

Russische Armee erzielt Geländegewinne bei der Kleinstadt Bachmut im Donbass

Update vom 15. August, 6.37 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs hat die russische Armee Geländegewinne bei der seit Tagen angegriffenen Kleinstadt Bachmut im Donbass erzielt. Im Kiewer Lagebericht war von einem „teilweisen Erfolg“ der Russen die Rede. An anderen Stellen seien Angriffe abgewehrt worden, so bei dem Ort Pisky außerhalb von Donezk. Mit starken Stellungen bei Pisky hat die ukrainische Armee seit 2014 verhindert, dass die prorussischen Separatisten von Donezk den zerstörten Flugplatz der Stadt reparieren und militärisch nutzen.

Fast alle Orte entlang der Frontlinie im Osten lagen unter russischem Feuer. Nach Einschätzung westlicher Militärbeobachter kommt der Angriff im Donbass langsamer voran als noch vor einigen Wochen.

Selenskyj an Russen: Wer schweigt, macht sich mitschuldig

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief derweil die Bevölkerung Russlands auf, ihre Stimme zur Unterstützung der Ukraine zu erheben. „Das Böse findet in einem solchen Maßstab statt, dass Schweigen einer Mitschuld gleichkommt“, sagte er in seiner Videoansprache am Sonntag.

„Wenn Sie die russische Staatsbürgerschaft haben und schweigen, bedeutet dies, dass Sie nicht kämpfen, was bedeutet, dass Sie das unterstützen“, so Selenskyj. Im Unterschied zu früheren Appellen an die Bevölkerung des kriegführenden Nachbarlandes sprach der Präsident sie aber nicht auf Russisch, sondern auf Ukrainisch an.

Update vom 14. August, 21 Uhr: Nach Angaben des Sprechers vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Andriy Yermak, versetzt Russland die besetzten ukrainischen Städte ins „Mittelalter“. Die ukrainische Nachrichtenagentur Unian zitierte Yermak: „In diesem Krieg nutzt Russland die Strategie der ‚Zeitmaschine‘ und wirft ganze ukrainische Städte ins Mittelalter.“ Die Bevölkerung lebe „ohne Strom, Kommunikation, Heizung, Wasser und Gas, ohne Rechte und Schutz“, so Yermak. Schließlich sei dies die Art und Weise, wie Menschen in Russland leben würden, betonte Selenskyjs Sprecher.

Ukraine-Krieg: Russische Angriffe auf Enerhodar - ein Zivilist wurde getötet

Update vom 14. August, 17 Uhr: Russische Truppen intensivieren ihre Angriffe auf die Region Saporischschja im Ukraine-Krieg. Nach Angaben des Bürgermeisters von Enerhodar, Dmitri Orlov, wurde die Stadt von russischer Artillerie beschossen. Dabei seien ein Mitarbeiter des Atomkraftwerks Saporischschja getötet und zwei weitere Zivilisten verletzt worden, schrieb Orlov im Kurznachrichtendienst Telegram laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian. Zuvor wurden die Einwohner von Enerhodar dazu aufgerufen, vorsichtig angesichts russischer Angriffe zu sein und sich von den Straßen fernzuhalten.

Ukraine-Krieg: Russland beschießt Ortschaften in Donezk

Update vom 14. August, 15.45 Uhr: In der Region Donezk soll Russland Dutzende Ortschaften beschossen haben. Außerdem soll laut russischem Verteidigungsministerium der in der Oblast Charkiw liegende Ort Udy eingenommen worden sein. Die Ukraine hat diese Angaben bisher nicht bestätigt. Vielmehr sei ein Versuch der russischen Truppen, die Verteidigungslinie nach Slowjansk zu durchbrechen und die Orte Spirne und Serebrjanka einzunehmen, abgewehrt worden. Dies teilte der Militärgouverneur der Oblast Luhansk, Serhij Hajdaj, auf Telegram mit.

Ukraine-Krieg: Putins Soldaten greifen erneut Mykolajiw an - Raketeneinschläge in der Stadt

Update vom 14. August, 15.30 Uhr: Das ukrainische Luftkommando Süd hat über Facebook geteilt, dass russische Truppen die Hafenstadt Mykolajiw mit mehreren Raketen angegriffen haben sollen. Die Hafenanlagen seien von drei Raketen des Typs Uragan, Wohnviertel und Industrieanlagen der Stadt von sechs Raketen des Salvenfeuersystems Smertsch getroffen worden. Dabei wurden mehrere Gebäude beschädigt und ein Zivilist verletzt.

Brücken über Fluss Dnipro zerstört - Russische Truppen von der Ukraine abgeschnitten

Update vom 14. August, 13.00 Uhr: Laut einem aktuellen Lagebericht des „Institute for the Study of War“ (ISW) hat die ukrainische Armee mit Raketen die letzten drei Brücken über den Fluss Dnipro in der Südukraine zerstört. Damit sind die russischen Truppen auf der Westseite des Flusses von der Versorgung abgeschnitten.

Die Ukraine geht nun davon aus, dass sich die dortigen russischen Truppen nicht länger vor Gegenangriffen verteidigen können. Laut dem ISW haben russische Truppen als Ersatz für die Brücken eine Fährverbindung für Zivilisten sowie auch mehrere Pontonbrücken für das Militär über den Fluss errichtet.

Ukraine-Krieg: Zehn Flugzeuge russischer Eigentümer noch in Deutschland

Update vom 14. August, 11.00 Uhr: Fast ein halbes Jahr nach Sperrung des EU-Luftraums für Flugzeuge aus Russland stehen einem Medienbericht zufolge in Deutschland noch zehn Maschinen russischer Eigentümer oder unter russischer Kontrolle. Dies berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Sonntag unter Berufung auf das Bundesverkehrsministerium.

Da die Maschinen aufgrund der Sanktionen einem Start- und Flugverbot unterliegen, könnten diese durch den Eigentümer nicht genutzt und an einen anderen Ort gebracht werden. In Leipzig stehen demnach drei russische Maschinen des Typs Antonov AN-124, in Köln eine Bombardier BD-100-1A10 Challenger 300 und eine Boeing 737 sowie in Frankfurt-Hahn eine Boeing 747 auf dem Boden. Weitere vier Flugzeuge stehen demnach in Baden-Baden: eine Cessna 750 Citation X, zwei Embraer ERJ-135BJ Legacy 600 und eine Bombardier BD-700-1A10 Global Express XRS.

Verstärkte Angriffe im Osten der Ukraine - Ablenkungsmanöver durch russische Truppen

Erstmeldung vom 14. August: Nach einer Analyse des „Institute for the Sudy of War“ (ISW) haben die russischen Truppen ihre Boden-Angriffe im Osten der Ukraine in den vergangenen drei Tagen wieder verstärkt. Besonders in den Regionen Siwersk und Donezk und rund um die Stadt Bachmut seien die militärischen Kämpfe wieder stärker geworden. Die Forscher des Instituts vermuten, dass die russische Armee versucht, die ukrainischen Truppen hier anzugreifen, um sie auf diese Weise von Angriffen im Süden abzulenken.

Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die Ukrainer Kriegsgerät und Soldaten in den Osten verlegen, anstatt mit diesen im Süden vorzurücken. Seit Wochen starten ukrainische Truppen im Süden Manöver, ohne allerdings eine große Gegenoffensive zu begonnen. Noch immer sammelt die Ukraine Truppen, um einen schlagkräftigen Gegenangriff starten zu können. Dieses Vorhaben könnte durch die verstärkten russischen Angriffe im Osten verzögert werden.

Selenskyj besorgt wegen Saporischschja - weitere Kämpfe im Gebiet des größten AKW Europas

Um das Atomkraftwerk Saporischschja halten die Kämpfe weiter an. Angesichts der Angriffe hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland erneut „Erpressung“ vorgeworfen. Die „Besatzer“ nutzten das AKW, um „auf extrem zynische Weise“, Angst zu verbreiten, sagte Selenskyj am Samstagabend in seiner täglichen Videobotschaft.

Moskau und Kiew machen sich seit Tagen gegenseitig für die Angriffe in der Nähe des größten AKW Europas verantwortlich, das seit Anfang März von der russischen Armee besetzt ist. Selenskyj warf den russischen Truppen vor, sich hinter der dem AKW Saporischschja zu „verstecken“, um die ukrainisch kontrollierten Städte Nikopol und Marhanez zu beschießen. Jeder Tag, an das russische Kontingent auf dem Gebiet des AKW verbliebe, erhöhe „die nukleare Bedrohung für Europa“, sagte Selenskyj. 

Nach den ersten Angriffen auf das AKW Saporischschja am 5. August musste ein Reaktor heruntergefahren werden. Bei Angriffen am vergangenen Donnerstag wurden eine Pumpstation und Strahlungssensoren beschädigt. Die ukrainischen Behörden und westliche Verbündete fordern eine entmilitarisierte Zone rund um das AKW und einen Abzug der russischen Truppen. (at/dpa)

Rubriklistenbild: © Maxim Zakharov/imago

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