Im Umgang mit IS

Türkei wirft Ausland Versagen vor

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Ein palästinensischer Soldat durchquert eine von IS-Kämpfern zerstörte Stadt. 

Ankara - Die Türkei wirft den Herkunftsländern von ausländischen Mitgliedern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Versagen beim Umgang mit IS-Rückkehrern vor.

Wenn die Türkei ausländische IS-Mitglieder festnehme und abschiebe, würden viele in ihren Heimatländern wieder auf freien Fuß gesetzt, kritisierte Außenminister Mevlüt Cavusoglu laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstagabend in einer Fernsehsendung. Anschließend tauchten dieselben IS-Mitglieder dann erneut an türkischen Flughäfen und an der türkisch-syrischen Grenze auf.

Einige seiner ausländischen Gesprächspartner begründeten den nachsichtigen Umgang mit IS-Mitgliedern mit dem Verweis auf die Reisefreiheit, sagte Cavusoglu. Mit der Kritik reagierte der Minister auf den in Europa und den USA laut gewordenen Vorwurf, die Türkei unternehme nicht genug gegen den Zustrom ausländischer Kämpfer über türkisches Gebiet in den Machtbereich des IS in Syrien und im Irak.

Mehr als 18.000 Personen haben Einreiseverbot

Cavusoglu sagte, die Türkei habe bereits mehr als 1900 ausländische IS-Kämpfer abgeschoben; weitere 1500 mutmaßliche IS-Anhänger seien bei der Ankunft an türkischen Flughäfen identifiziert und ohne Einreise wieder nach Hause geschickt worden. Mehr als 18.000 Namen stehen darüber hinaus auf einer Schwarzen Liste von Personen, die mit einem Einreiseverbot belegt worden sind.

In dem Interview mit dem regierungsnahen Sender Kanal 24 ging Cavusoglu auch auf die Entscheidung Deutschlands und der USA ein, ihre Patriot-Raketenabwehrsysteme aus der Türkei abzuziehen. Ankara sehe keine politischen Motive hinter den Beschlüssen, sagte er. Die Abzugsentscheidungen waren als Zeichen der Kritik der Verbündeten am massiven militärischen Vorgehen des türkischen Staates gegen kurdische Rebellen ausgelegt worden.

afp

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