"Er hat angefangen zu schreien"

Trump beleidigt erneut hispanische Minderheit 

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Donald Trump ist bekannt dafür kein Blatt vor den Mund zu nehmen. 

Washington - Donald Trump hat sich erneut bei der hispanischen Bevölkerung in den USA unbeliebt gemacht. Er geriet mit einem Journalisten aneinander und warf ihn aus dem Saal. 

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat sich einmal mehr mit den Latinos im Land angelegt. Bei einer live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz ließ er den Moderator des spanischsprachigen US-Senders Univision, Jorge Ramos, am Dienstag von Sicherheitsleuten aus dem Saal führen. Auch Trumps Fehde mit der Fernsehmoderatorin Megyn Kelly war Thema bei der Pressekonferenz.

Als Ramos aufgestanden war, um Trump eine Frage zu stellen, hatte Trump einen anderen Journalisten zu Wort gebeten. Als Ramos darauf bestand, seine Frage loszuwerden, reagierte Trump gereizt. "Entschuldigung, setzen Sie sich, sie wurden nicht dran genommen. Setzen Sie sich", sagte der US-Milliardär. Ramos insistierte: "Ich habe das Recht, eine Frage zu stellen." "Gehen Sie zurück zu Univision", entgegnete Trump, bevor Sicherheitsleute den bilingualen Journalisten aus dem Saal drängten.

Ramos und Trump schon früher aneinander geraten 

Trump wurde später von anderen Journalisten auf den Vorfall angesprochen. Er beteuerte, dass er Ramos nur dazu habe bewegen wollen, sich an die Regeln der Pressekonferenz zu halten. "Ich hätte die Fragen in zwei Sekunden angenommen, aber er ist aufgestanden und hat angefangen rumzuschreien", beklagte sich der Präsidentschaftsbewerber, erklärte dann aber, er habe nichts dagegen, wenn Ramos zurück in den Saal komme.

Ramos kam schließlich zurück und stellte Trump eine Reihe von Fragen zu seinen umstrittenen Vorstellungen zur Einwanderungspolitik. Ramos und Trump waren schon früher wegen Trumps Ankündigung aneinander geraten, im Falle seiner Wahl zum US-Präsidenten einen Großteil der elf Millionen illegal in den USA lebenden Einwanderer außer Landes bringen zu lassen. "Das ist etwas Persönliches. Wenn er über Einwanderer redet, redet er über mich", hatte Ramos am Montag dem Sender CNN gesagt.

Trump liegt deutlich vor seinen republikanischen Mitbewerbern

Mitte Juni hatte Trump bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung gesagt, wenn "Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht die besten." Pauschal warf er den Mexikanern vor: "Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger." Die Äußerungen hatten in den USA und in Lateinamerika heftige Kritik ausgelöst, Trump weigerte sich allerdings, sich zu entschuldigen. In den folgenden Wochen legte er immer wieder nach. In den Umfragen liegt Trump vor all seinen republikanischen Mitbewerbern.

Trump hatte sich überdies Anfang des Monats mit offenbar frauenfeindlichen Äußerungen über die Moderatorin Megyn Kelly vom rechtskonservativen Sender Fox News ausgelassen. Sie hatte die erste TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftskandidaten mitmoderiert. Trump hatte ihr bereits kurz danach vorgeworfen, ihn unfair behandelt zu haben.

"Es ist mir einfach egal"

Am Montagabend dann bezeichnete Trump Kelly im Kurznachrichtendienst Twitter als "Tussi", die "nicht in Topform" gewesen sei. Der Vorsitzende von Fox News, Roger Ailes, forderte daraufhin eine Entschuldigung für diesen "inakzeptablen" und "verstörenden" Angriff. Von den Journalisten am Dienstag darauf angesprochen, warum er seine Fehde mit der Moderatorin erneut befeuert habe, sagte Trump: "Megyn Kelly ist mir egal, aber ich würde mich nicht entschuldigen." Er fügte hinzu: "Sie sollte sich wahrscheinlich bei mir entschuldigen, aber es ist mir einfach egal."

afp

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